Die Spannung, die tausende von Kubanern im Süden Mexikos erleben, ist erneut in Gewalt eskaliert. Diesmal endete der Vorfall mit der Suspendierung eines städtischen Angestellten in Tapachula, Chiapas, nachdem er dabei gefilmt wurde, wie er einen kubanischen Migranten mitten im öffentlichen Park schlägt.
Der Vorfall ereignete sich im Parque Central Miguel Hidalgo, der kürzlich Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Behörden und Migranten war, die unter prekären Bedingungen leben. Laut Berichten lokaler Medien versuchte das Personal der städtischen Dienstleistungen, die Ausländer, die Produkte verkaufen oder den Platz nutzen, um ihre Handys aufzuladen, zu vertreiben, als es zu dem Vorfall kam.
In videos, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, ist zu sehen, wie der Mitarbeiter — Mitglied des Programms Centinela — Boxschläge gegen den Kubaner ausführt, während andere Migranten "Diskriminierung" rufen. Die Bilder lösten umgehend Empörung aus, in einem Kontext, der bereits durch Anzeigen von Misshandlungen der Migrantengemeinschaft geprägt ist.
Nach der Kontroverse ordnete der Sekretär für kommunale öffentliche Dienstleistungen, Carlos Bracamontes, die sofortige Suspendierung des Mitarbeiters und den Beginn eines Verwaltungsverfahrens an, gemäß Informationen von Diario del Sur. Der Beamte betonte, dass die Mitarbeiter der Stadtverwaltung unabhängig von den Vorkommnissen gesetzeskonform handeln müssen.
Die offizielle Version besagt, dass der Migrant zuvor aggressiv reagiert hatte, indem er eine Mitarbeiterin der Gemeinde beleidigte und schlug. Sogar eine Anzeige wurde von der Opfer bei der Staatsanwaltschaft von Chiapas erstattet. Allerdings widersprechen die Aussagen von Migranten und die verbreiteten Videos teilweise dieser Darstellung und untermauern das Gefühl von übermäßigem Einsatz von Gewalt.
„Es gibt Leute, die auf dem Boden schlafen… ich möchte einfach nur umherbewegen, arbeiten, Englisch sprechen, aber ich kann nicht hier raus“, berichtete der kubanische Migrant Lázaro Vallesteros an UnoTV und spiegelt das Dilemma wider, in dem tausend Inselbewohner in Tapachula feststecken.
Die Stadt hat sich zu einem Brennpunkt der Migrationskrise entwickelt, an dem laut jüngsten Schätzungen Tausende von Kubanern festsitzen, nachdem sie deportiert oder an ihrem Versuch, nach Norden zu gelangen, gehindert wurden. Ohne Erlaubnis, sich frei zu bewegen, und ohne klare Optionen sind viele gezwungen, sich Polizeieinsätzen, Räumungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen auszusetzen.
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