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Die kubanische Content-Erstellerin Lilianne, bekannt in den sozialen Netzwerken als Lili.cubana, zeigte in einem Video, wie sie um drei Uhr morgens nach einem 24-stündigen Stromausfall kochen musste, eine Szene, die im Alltag der Insel zunehmend üblich wird.
“24 Stunden blackout. Drei Uhr morgens und wir werden kochen”, sagt er zu Beginn des Audiovisuellen, wo er erklärt, dass er die vorübergehende Rückkehr des Stroms genutzt hat, um Essen zuzubereiten.
In der Aufnahme sieht man sie, wie sie geschälte grüne Erbsen und mit Salz, Koriander und Achiote gewürzten Hähnchen kocht.
Während sie das Rezept zubereitet, erklärt sie einige Details des häuslichen Prozesses, den sie um diese Uhrzeit improvisiert, wie zum Beispiel das Schneiden des Huhns, damit es schneller gar wird, oder das Zubereiten einer Sofrito mit Chorizo, Knoblauch, Paprika und Zwiebel.
„Seht, wie das geworden ist… zum Fingerlecken!“ schließt die Influencerin ab, während sie das endgültige Ergebnis des Gerichts zeigt.
Die Szene, die auf den ersten Blick alltäglich erscheint, spiegelt jedoch eine Realität wider, die in vielen kubanischen Haushalten zunehmend verbreitet ist: das Umorganisieren des Haushaltslebens nach den unvorhersehbaren Stromzeiten.
In sozialen Medien zeigten die Kommentare zum Video diesen Kontrast. Einige Nutzer wiesen darauf hin, dass viele Familien nicht einmal genügend Lebensmittel zum Kochen haben.
„Glück, dass du Essen hast, denn die meisten Kubaner haben nicht einmal Reis oder Eier“, schrieb eine Internautin.
Ein weiterer Kommentar fasste die Erschöpfung zusammen, die diese nächtlichen Routinen verursachen: „Um diese Uhrzeit bin ich ins Bett gegangen, genau bei der gleichen Arbeit. Was für ein beschissenes Leben.“
Ähnliche Szenen wiederholen sich häufig in sozialen Netzwerken. In den letzten Tagen berichtete eine kubanische Frau, dass sie sich um 3:40 Uhr früh aufgemacht hat, um Bohnen einzuweichen, während die kurze Rückkehr des Stroms andauerte.
Ihre Veröffentlichung wurde viral und sammelte tausende von Reaktionen von Personen, die ähnliche Routinen beschrieben: kochen, waschen, Telefone aufladen oder Wassertanks in der Nacht füllen.
Die Berichte spiegeln wider, wie die Energiekrise das alltägliche Leben auf der Insel verändert hat. Für viele Familien wurde der Nachtschlaf durch unterbrochene Haushaltsarbeiten ersetzt, die davon abhängen, wann der Strom zurückkehrt.
In einem Land, das von langen Stromausfällen, Gasmangel und hohen Kohlenpreisen geprägt ist, sind grundlegende Aufgaben wie das Zubereiten von Essen oder das Konservieren von Lebensmitteln zu einem ständigen Übungsfeld der Improvisation geworden.
Für tausende von Haushalten ist die Morgenfrühe nicht mehr das Synonym für Ruhe, sondern der einzige verfügbare Moment zum Kochen.
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