In der Frühe und ohne Schlaf: So kochen viele kubanische Frauen, wenn der Strom kommt



„Ya ni dormir se puede“: Das Leben vieler Kubanerinnen hängt von der Elektrizität abFoto © Collage Facebook/Mary Leyva und Zeitung Girón

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Um 3:40 Uhr morgens stand Mary Leyva auf und bereitete Bohnen zu. Es war kein Schlafmangel und auch keine freiwillige Routine, sondern die Notwendigkeit, den Strom zu nutzen, solange er verfügbar war.

Ihr Zeugnis, das auf Facebook geteilt wurde, wurde viral und brachte Worte in eine Realität, die tausende Frauen in Kuba erleben.

Captura Facebook/Mary Leyva

„Jetzt war ich um 3:40 Uhr morgens wach und nutzte den Strom, um ein wenig Bohnen weich zu machen, denn meine Kohle war schon zu Ende“, schrieb sie.

Sie fügte hinzu, dass sie wusste, dass viele andere Frauen das Gleiche taten: Wäsche waschen, Mahlzeiten vorbereiten, Handys aufladen oder Wassertanks füllen.

In den Kommentaren fasste sie die Situation mit einem eindringlichen Satz zusammen: „Man kann nicht einmal mehr schlafen.“

Die Veröffentlichung erhielt über 10.000 Reaktionen und sammelte in wenigen Stunden mehr als 1.600 Kommentare.

Dutzende Frauen konnten sich mit der Szene identifizieren. Ileana Ruiz erzählte: „So waren wir in diesem Haus und haben um 2 Uhr morgens Bohnen und Reis gemacht. Man kann nicht mal nachts ausruhen. Was für ein Kampf.”

Idalis Torriente Cortegaza berichtete, dass sie die frühen Morgenstunden nutzt, um „Wasser zu holen, zu kochen, die Taschenlampen und Telefone aufzuladen und zu waschen“, während Mariluz Tamayo erklärte, dass viele Arbeiterinnen um 3 oder 4 Uhr morgens aufstehen, um das Essen vorzubereiten, bevor sie zur Arbeit gehen.

Magalys Álvarez Almodóvar bestätigte, dass sie kaum schläft, um den Strom für das Kochen von Lebensmitteln optimal zu nutzen.

Sonia Montenegro schrieb: „Gerade jetzt geht es mir wie dir, Freundin, es ist drei Uhr morgens, ich mache Eintopf und Reis und nutze den Strom.“

Y Yulian Pacheco fasste die Erschöpfung zusammen: Er stand um 2:00 Uhr morgens auf, wurde um 3:00 Uhr vom Strom abgeschaltet und kochte schließlich mit Kohle, bevor er „mit großem Schlaf“ zur Arbeit ging.

Es gab auch Nachrichten, die Frustration und Erschöpfung widerspiegeln. Carmen Fernández Arjona fragte: „Kann man nachts nicht einmal mehr schlafen? Ist das Leben?“

Nubia García bedauerte, dass „kein Körper so viel Misshandlung aushalten kann“, während María de Cuba darauf hinwies, dass sie „die schwierigsten Zeiten durchleben und das Schlimmste ist, dass wir nicht wissen, wie lange das noch dauern wird“.

Andere Bemerkungen hoben den Widerstand der Frauen hervor. Karla Pastrana war der Meinung, dass man der kubanischen Frau „den Nobelpreis und auch einen Oscar“ verleihen müsse, und Marilín Basulto Estremera forderte „ein Denkmal für die kubanische Frau“.

Dennoch zeigt sich hinter den Lobenden ein Muster: fragmentierte Nächte, ständiger Stress und doppelte oder dreifache Arbeitszeiten, um das Nötigste im Haushalt zu sichern.

In einem Land, das von langanhaltenden Stromausfällen, Gas shortages und hohen Kohlenpreisen geprägt ist, reorganisiert sich der Alltag nach den unvorhersehbaren Zeiten des Stroms.

Für viele Familien ist der frühe Morgen zur einzigen Möglichkeit geworden, um zu kochen oder Wasser zu lagern.

Was als private Beichte begann, stellte letztendlich eine kollektive Realität dar: Tausende von Frauen, die den Traum gegen den Küchenherd eintauschen, die Ruhe gegen das tägliche Überleben.

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