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Der unabhängige kubanische Journalist Waldo Fernández Cuenca veröffentlichte eine scharfe Kritik an Miguel Díaz-Canel nach dessen Auftritt in der Sendung "Meet the Press" von NBC News, in der er das Interview als "zum Vergessen" bezeichnete.
Fernández Cuenca, Mitarbeiter des Diario de Cuba und Gewinner des Großen Preises für Pressefreiheit der Interamerikanischen Pressegesellschaft im Jahr 2021, stellte auf Facebook fest, dass der kubanische Regierungschef überhaupt nicht von der ermüdenden Erzählung des Regimes abwich und während des fast 50 Minuten dauernden Austauschs keine interne Verantwortung übernahm.
Laut dem Journalisten war das Wort "Blockade" das, was Díaz-Canel am häufigsten äußerte, und fasste damit seine Haltung zusammen: "Alle Notlagen des kubanischen Volkes sind auf die Vereinigten Staaten zurückzuführen."
Fernández Cuenca widerlegte diese Logik mit einer direkten Frage: "Warum setzt die kubanische Regierung nicht die richtigen Maßnahmen um, damit die 'Blockade' ein für alle Mal endet?"
Die Antwort, so der Journalist, ist, dass Washington tatsächlich Bedingungen für die Aufhebung des Embargos gestellt hat: freie Wahlen, die Freilassung politischer Gefangener und die Öffnung für Mehrparteiensysteme. Bedingungen, die das Regime ablehnt, da sie den Verzicht auf die Macht bedeuten würden. "Deshalb bleibt das Embargo – und nicht Blockade – bestehen", schloss er.
Das Interview wurde am 9. April im Memorial José Martí in Havanna aufgezeichnet und am Sonntag, dem 12. April, in seiner vollständigen Version von 53 Minuten ausgestrahlt.
Durante des Interviews, geleitet von der Journalistin Kristen Welker, bestritt Díaz-Canel die Existenz politischer Gefangener in Kuba und bezeichnete diese Erzählung als "große Lüge" und "Üble Nachrede", obwohl die Organisation Prisoners Defenders mehr als 1.200 Fälle Ende Februar dokumentierte. Auf die Frage, ob er zurücktreten würde, um Kuba zu retten, antwortete er erbost: "Ist diese Frage von dir oder vom Außenministerium?"
Fernández Cuenca kritisierte auch das Verhalten von Welker und merkte an, dass dieser "nur kläglich es schaffte, Díaz-Canel mit der letzten Frage in Unannehmlichkeit zu bringen", während der Regierungschef "sich wohl dabei fühlte, mehrere Lügen zu verbreiten".
Die Kritik des unabhängigen Journalisten reiht sich in andere Stimmen ein. Die Journalistin Mónica Baró bezeichnete das Interview als "propagandistischen Erfolg" des Regimes und behauptete, dass Welker dem kubanischen Machthaber ein bequemes Podium geboten hat, ohne ihn nennenswert zu hinterfragen. Der republikanische Senator Rick Scott beschuldigte NBC, das Regime durch die Bereitstellung dieser Plattform zu legitimieren.
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