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Mitten in unendlichen Stromausfällen und einer Energiekrise, die das tägliche Leben auf der Insel an die Grenzen bringt, wirft ein neuer internationaler Bericht eine unerlässliche Frage auf: Könnte Kuba aus dem elektrischen Zusammenbruch herauskommen, indem es auf erneuerbare Energien setzt?
Eine Studie des Projekts für Sicherheit in der Transition (TSP), einer Expertengruppe, die mit dem britischen Zentrum Common Wealth verbunden ist, kommt zu dem Schluss, dass das Land bis zu 93,4% seines Elektrizitätsbedarfs mit einer Investition von etwa 8.000 Millionen Dollar decken könnte. Der Analyse zufolge wäre diese Summe ausreichend, um die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen entscheidend zu reduzieren, die Hauptursache für die Stromausfälle, die heute Millionen von Kubanern betreffen.
Der Bericht, erstellt von dem Forscher Kevin Cashman und zitiert von The Guardian, kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Seit Anfang des Jahres sieht sich die Insel einer drastischen Reduzierung der Ölversorgung gegenüber, nach Maßnahmen, die von Washington ergriffen wurden und die Exporte nach Kuba verteuerten oder einschränkten. Das Ergebnis ist ein Szenario, das von anhaltenden Notständen geprägt ist.
Durante März brach das nationale Stromnetz dreimal zusammen. In weiten Teilen des Landes erstreckten sich die Stromausfälle bis zu 25 Stunden täglich und beeinflussten mehr als 60 % des Territoriums. Krankenhäuser am Rande der Belastbarkeit, der Transport zum Stillstand, Industrien lahmgelegt und Haushalte in Dunkelheit gehüllt: Für die etwa 10 Millionen Kubaner verwandelte sich die Krise von einer Zahl in eine tägliche Erfahrung der Erschöpfung.
In diesem Kontext beschreibt der Bericht mehrere Szenarien für den Energiemarkt. Das ehrgeizigste—ein vollständig auf erneuerbaren Quellen basierendes Netz—würde eine Investition von 19,200 Millionen Dollar erfordern. Experten sind jedoch der Ansicht, dass es mit weniger als der Hälfte dieses Betrags, etwa 8,000 Millionen, bereits möglich wäre, die Abhängigkeit von importiertem Öl praktisch zu beseitigen.
Sogar ein bescheidenerer Plan von 5 Milliarden Dollar würde es ermöglichen, diese Abhängigkeit auf nur ein Fünftel der aktuellen Stromerzeugung zu reduzieren, was eine bedeutende Veränderung der Stabilität des Systems darstellen würde.
Das vorgeschlagene Modell setzt hauptsächlich auf Sonnenenergie, die nahezu drei Viertel des Strombedarfs des Landes decken könnte. Die Windenergie würde etwa ein Fünftel liefern, während der Rest aus Quellen wie der Wasserkraft und der Bioenergie stammen würde.
Cuba hat bereits einige Schritte in diese Richtung unternommen. Die Behörden haben Pläne angekündigt, mehr als 1.000 Megawatt Solarenergie mit chinesischer Unterstützung zu installieren, und sogar haben rekordverdächtige Tage der Erzeugung in diesem Sektor gemeldet. Allerdings sind diese Fortschritte noch weit davon entfernt, die strukturelle Fragilität des elektrischen Systems auszugleichen.
Über die Versorgung hinaus wäre auch der wirtschaftliche Einfluss erheblich. Laut dem Bericht könnten die Kosten für Elektrizität nahezu halbiert werden: von derzeit 14,3 Cent pro Kilowattstunde auf etwa 6,5 Cent mit einer Investition von 8 Milliarden, was den Druck auf eine bereits erstickte Wirtschaft verringern würde.
Trotzdem bleibt die größte Herausforderung die Finanzierung. Die Autoren der Studie schlagen vor, dass diese Art von Investitionen als Teil der internationalen Klimafinanzierung angesehen werden sollte, eine Möglichkeit, verletzliche Länder bei ihrer Energieumstellung zu unterstützen.
In der Zwischenzeit ist die Realität in Kuba eine andere: Familien, die ganze Nächte ohne Strom verbringen, Lebensmittel, die verderben, Krankenhäuser, die auf Generatoren angewiesen sind, und ein zunehmendes Gefühl der Erschöpfung.
Der Bericht öffnet ein Fenster der Möglichkeiten, zeigt jedoch auch die Kluft zwischen dem, was sein könnte, und dem, was Millionen von Kubanern heute in Dunkelheit erleben.
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