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Der Minister für Lebensmittelindustrie (Minal) in Kuba hat ein neues Investitionsprogramm angekündigt, das die Anmietung einer Produktionslinie für Weizenmühlen mit einer Kapazität von 400 Tonnen umfasst, um die Versorgung mit Mehl inmitten einer für die Bevölkerung zunehmend sichtbaren Krise zu stabilisieren, berichtete die Kubanische Nachrichtenagentur.
Die Ankündigung wurde vom Minister Alberto López Díaz aus Holguín gemacht, einer der Provinzen, die am stärksten von der Knappheit betroffen sind. Dort erkannte der Funktionär selbst an, dass die Mühlen eine „umfassende Wartung“ benötigen, nachdem sie jahrelang nicht gewartet wurden, und bestätigte den angesammelten Verfall einer Schlüsselinfrastruktur für die Brotproduktion.
Die Situation im Osten des Landes spiegelt auf drastische Weise das Ausmaß des Problems wider. In mehreren Gemeinden mussten Bäckereien erneut auf Holzöfen zurückgreifen, da es an Rohstoffen mangelt, während die Verteilung von Mehl außergewöhnliche Ausmaße annimmt, wie der Transport mit Maultieren. Parallel dazu erreicht das Brot auf dem informellen Markt Preise von bis zu 50 Pesos, eine Summe, die für einen Großteil der Bevölkerung unerschwinglich ist.
Die offiziellen Zahlen zeichnen ein kritisches Bild. Im ersten Halbjahr 2025 erhielt das Minal nur 55 % des geplanten Weizen, was die Knappheit im gesamten Land verschärfte. Hinzu kommt, dass 17 Unternehmen des Sektors diesen Zeitraum mit Verlusten abschlossen, was auf eine strukturelle Krise hinweist, die über punktuelle Versorgungsprobleme hinausgeht.
In diesem Kontext erscheint die neue Produktionslinie in der Cartera de Oportunidades de Inversión Extranjera, ein klares Signal dafür, dass die Regierung ausländisches Kapital sucht, um eine Industrie zu stützen, die sie nicht aus eigenen Mitteln finanzieren kann. In der Zwischenzeit bleibt das Brot – eines der grundlegendsten Nahrungsmittel – im Alltag der Kubaner immer knapper und teurer.
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