Übergangsplan für Kuba: Freie Gewerkschaften gegenüber der kommunistischen CTC



CTC Foto © Facebook/Central de Trabajadores de Cuba.

Der kubanische Ökonom Elías Amor Bravo schlägt vor, dass eine der ersten Maßnahmen im wirtschaftlichen Bereich in einer zukünftigen demokratischen Transition in Kuba die Schaffung freier und unabhängiger Gewerkschaften sei, die direkt mit privaten Unternehmensorganisationen die Arbeitsbedingungen, die Löhne und die Arbeitszeiten verhandeln, wobei die Regierung lediglich als Beobachter des Prozesses agiert.

Amor legte seine Überlegungen in einem Interview mit CiberCuba dar, in dem er das Modell des sozialen Dialogs und der Kollektivverhandlungen als den Weg beschrieb, den Kuba benötigt, um seine Arbeitswirtschaft nach Jahrzehnten kommunistischer Diktatur wieder aufzubauen. Der Ökonom wies darauf hin, dass die dreiseitige Verhandlung zwischen Regierung, Gewerkschaften und Unternehmern entscheidend für die wirtschaftliche Erholung zahlreicher europäischer Länder nach Phasen der institutionellen Krisen war.

Der Gehaltsschutz, der dieses Angebot umgibt, ist alarmierend. Der durchschnittliche Lohn in Kuba im Jahr 2025 betrug 6.930 Pesos pro Monat, eine Zahl, die brutal mit der Realität der Lebenshaltungskosten auf der Insel kontrastiert, wo ein Paar mehr als 45.000 Pesos pro Monat nur für Grundausgaben benötigt.

Ante dieser Kluft reagierte das Regime mit dem Dekret 127/2025, das in diesem Monat veröffentlicht wurde. Diese Maßnahme reorganisiert das staatliche Gehaltssystem, adressiert jedoch, so Kritiker, nicht die strukturellen Ursachen der Verarmung der kubanischen Arbeiter.

Die Proposal von Amor Bravo steht in direktem Widerspruch zum bestehenden Gewerkschaftsmodell in Kuba, das von der Zentralen Arbeiterunion Kubas (CTC) dominiert wird, die 1939 gegründet und 1961 nach der Revolution neu gegründet wurde, und die historisch als Übertragungsorgan des Kommunistischen Parteis anstelle eines Verteidigers der Arbeiterinteressen fungiert hat.

Im Angesicht dieser offiziellen Struktur haben Organisationen wie die Asociación Sindical Independiente de Cuba bereits die Entkoppelung der Arbeiterbewegung von der staatlichen Kontrolle gefordert und fordern gewerkschaftliche Freiheit, wirtschaftliche Gerechtigkeit und Demokratie als Mindestbedingungen für eine echte Arbeitsrechtsreform.

Auf politischer Ebene gewinnt die Diskussion über das Wirtschaftsmodell eines sich im Wandel befindlichen Kuba unter den oppositionellen Kräften an Boden. Die Versammlung der Demokratischen Widerstandsbewegung und Pasos de Cambio haben kürzlich Vereinbarungen unterzeichnet, die die Streitigkeiten und Konvergenzen innerhalb des kubanischen Exils hinsichtlich der Führungsrolle und des Fahrplans für diesen Prozess widerspiegeln.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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