
Verwandte Videos:
Thalía Milagros Mariño Recouso, frisch als Doktorin der Medizin graduierte, verlor am Donnerstag, den 1. Mai, ihr Leben nach einem Verkehrsunfall in der Calle Escario, Stadtteil Santa Bárbara, Santiago de Cuba, an einer Kreuzung, die von Anwohnern als eine der gefährlichsten der Stadt bezeichnet wird.
Laut dem unabhängigen Journalisten Yosmany Mayeta Labrada fuhr Thalía mit ihrem Partner, der ebenfalls Arzt ist, Motorrad, als sie scheinbar ein Stoppsignal missachteten und gewaltsam von einem Auto erfasst wurden.
Zeugen berichten, dass die junge Frau lebend im Krankenhaus ankam, aber ein oder zwei Stunden später aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen starb.
Ihr Partner überlebte den Aufprall und ist im Krankenhaus. Bislang sind keine offiziellen Details zu seinem Gesundheitszustand bekannt, und die kubanischen Behörden haben keine Stellungnahme abgegeben.
Die Bilder des Ortes zeigen ein umgeknicktes Motorrad mit schweren Schäden, einen Full-Face-Helm, der auf dem nassen Pflaster liegt, und einen silbernen Limousinenwagen mit einer eingedellten Motorhaube.
Thalía hatte kürzlich an der Universidad de Ciencias Médicas de Santiago de Cuba ihren Abschluss gemacht, einer Einrichtung, die im Jahrgang 2024-2025 1.164 neuen Fachkräften im Gesundheitswesen Diplome verlieh, darunter 298 Ärzte.
Die Kreuzung, an der der Unfall passiert ist, hat eine dokumentierte Geschichte von Unfällen. Ein staatlicher Umzugswagen prallte am 3. Mai 2025 in derselben Straße gegen ein Motorrad mit Beiwagen und verletzte den Motorradfahrer.
Die Anwohner berichten seit Jahren von der Gefährlichkeit dieser Ecke. Laut Mayeta Labrada ist «die Beschilderung unzureichend, das Stoppschild wird oft gestohlen oder ignoriert, und es bedarf einer ernsthaften Intervention, bevor sich eine weitere Familie in Trauer kleidet».
„Es ist kein isolierter Vorfall. Es ist eine Warnung, die sich wiederholt. Und die niemand hört, bis es zu spät ist“, schloss er ab.
Der Tod von Thalía ist kein Einzelfall. Die Verkehrsunfälle forderten 750 Tote in Kuba im Jahr 2025, so die Nationale Kommission für Straßenverkehrssicherheit, mit insgesamt 7.538 Unfällen und 6.718 Verletzten.
Motorräder, Mofas und Fußgänger waren in 63 % der in diesem Jahr erfassten Unfälle beteiligt, und 75 % der Straßen und Wege im Land befinden sich in einem regulären oder schlechten technischen Zustand.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein junger kubanischer Arzt unter ähnlichen Umständen sein Leben verliert. Der Arzt Ricardo Cabrera Enoa starb bei einem Verkehrsunfall in Granma im April 2024, und Dr. Iliet Ramírez Sardiñas kam zusammen mit ihrem achtjährigen Sohn und zwei weiteren Personen im Februar dieses Jahres ums Leben.
Diese Fälle spiegeln die Verwundbarkeit der Gesundheitsfachkräfte wider, die sich angesichts der Verkehrskrise in Kuba gezwungen sehen, auf Motorrädern über Straßen mit miserablen Bedingungen und unzureichender Beschilderung zu fahren.
Archiviert unter: