Können sich die spanischen Hotelunternehmen Trump nähern? Das neue Szenario, das die Offensive gegen GAESA eröffnet

Die Sanktionen gegen den kubanischen Militärkonzern könnten dazu führen, dass mehr Transparenz über die Aktivitäten von Ketten wie Meliá und Iberostar in Kuba gefordert wird, um deren Zugang zum internationalen Finanzsystem zu schützen.



Donald Trump und der Präsident von Meliá, Gabriel EscarrerFoto © whitehouse.gov - Linkedin / Meliá Hotels International

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Der Rückzug von Sherritt International aus Kuba nach den neuen Sanktionen von Donald Trump hat nicht nur die Alarmglocken über die Zukunft der ausländischen Investitionen auf der Insel läuten lassen. Es wirft auch eine Frage auf, die bis vor kurzem unwahrscheinlich schien: Könnten die spanischen Hotelketten versuchen, ihre Beziehung zu Washington neu zu definieren, um in dem neuen Szenario zu überleben?

Die Möglichkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung unter Analysten und im Finanzsektor nach der formalen Ernennung von GAESA durch die Vereinigten Staaten unter der Exekutive-Verordnung 14404.

Die Maßnahme macht den kubanischen Militärkonzern zu dem Zentrum der wirtschaftlichen Offensive der Trump-Administration und erhöht erheblich die Risiken für ausländische Unternehmen, die mit dem kubanischen Tourismus verbunden sind.

Bis jetzt hatten Ketten wie Meliá, Iberostar oder Barceló jahrzehntelang politischen Spannungen, US-Sanktionen und Klagen nach dem Helms-Burton-Gesetz standgehalten. Aber der Abgang von Sherritt änderte die Risikowahrnehmung.

Das kanadische Bergbauunternehmen kam zu dem Schluss, dass die Fortsetzung der Aktivitäten in Kuba seine Beziehungen zu internationalen Banken gefährden und den Zugang zum globalen Finanzsystem beeinträchtigen könnte.

Für die spanischen Hotelbetriebe, deren Geschäft noch stärker von internationalen Zahlungen, Buchungsplattformen, Versicherungen und Bankkorrespondenzen abhängt, war die Botschaft klar.

En diesem Kontext beginnt ein intermediäres Szenario zwischen dem Verweilen oder Verlassen Kubas zu entstehen: die Zusammenarbeit und Transparenz gegenüber Washington zu erhöhen, um die Exposition gegenüber Sanktionen zu reduzieren.

Die Strategie würde darin bestehen, den tatsächlichen Umfang ihrer Verträge mit kubanischen Einrichtungen zu klären, finanzielle Flüsse transparent zu gestalten und eine betriebliche Trennung von Strukturen nachzuweisen, die direkt von GAESA kontrolliert werden.

Das Problem ist, dass ausländische Tourismusoperationen in Kuba jahrelang unter einer starken institutionellen Intransparenz agiert haben. Die Details der Verträge, Verwaltungsmechanismen, Einkommensverteilung und Unternehmensstrukturen bleiben praktisch der öffentlichen Kontrolle und sogar unabhängigen Prüfungen entzogen.

Diese mangelnde Transparenz ist einer der am häufigsten kritisierten Punkte von Aktivisten, Menschenrechtsorganisationen und Finanzexperten, insbesondere wegen des vom kubanischen Staat kontrollierten Arbeitsmodells, bei dem ausländische Unternehmen Gehälter in Devisen an staatliche Agenturen zahlen und die Arbeiter nur einen minimalen Teil in kubanischen Pesos erhalten.

Die neuen Sanktionen könnten einen Teil dieser Dynamik verändern.

Wenn Washington den Druck auf GAESA aufrechterhält und die Aufsicht über finanzielle Operationen im Zusammenhang mit dem kubanischen Tourismus ausweitet, könnten einige ausländische Unternehmen gezwungen sein, höhere rechtliche und buchhalterische Garantien zu verlangen, um ihren Zugang zum internationalen Bankensystem zu schützen.

Dennoch würde dieses Szenario das kubanische Regime auch vor ein heikles Dilemma stellen. Eine vollständige Öffnung der Konten und Verträge im Tourismussektor würde bedeuten, die internen Abläufe eines der sensibelsten wirtschaftlichen Pfeiler, die vom Militär kontrolliert werden, offenzulegen.

Bis jetzt hat keine spanische Kette öffentlich einen solchen Schritt angedeutet. Doch nach dem Ausscheiden von Sherritt scheint die Diskussion darüber nicht mehr unmöglich.

Die grundlegende Frage ist, ob das kubanische Tourismusmodell, das über Jahrzehnte auf Intransparenz und staatlicher Kontrolle aufgebaut wurde, sich an ein Szenario anpassen kann, in dem das finanzielle Überleben der ausländischen Partner gerade davon abhängt, das zu zeigen, was bisher verborgen blieb.

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Iván León

Abschluss in Journalismus. Master in Diplomatie und Internationale Beziehungen an der Diplomatischen Schule Madrid. Master in Internationale Beziehungen und Europäische Integration an der UAB.