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Die Verwaltung von Donald Trump wendet gegen Kuba die gleiche Strategie des maximalen Drucks an, die sie genutzt hat, um einen Wandel in Venezuela zu erzwingen: schrittweise Sanktionen, Drohung mit rechtlichen Schritten und direkte Verhandlungen über den Direktor der CIA als persönlichen Botendienst des Präsidenten, so ein Analyse veröffentlicht von El País.
Am Mittwoch, den 14. Mai, John Ratcliffe, Direktor der Central Intelligence Agency, reiste ohne vorherige Ankündigung nach Havanna und traf sich persönlich mit dem Leiter der Nachrichtenabteilung des Innenministeriums, Ramón Romero Curbelo; dem Innenminister, Lázaro Álvarez Casas; und dem Enkel von Raúl Castro, Raúl Rodríguez Castro.
Die Versammlung fand am selben Tag statt, an dem das Regime öffentlich das Erschöpfen seiner letzten Treibstoffreserven zugab, mitten in allgemeinen Stromausfällen und Volksprotesten.
Die Botschaft, die Ratcliffe nach Havanna brachte, war eindeutig: Washington verlangt „grundlegende Veränderungen, um wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen ernsthaft anzugehen“, und Kuba „darf kein Zufluchtsort für die Feinde der Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre sein“.
Im Gegenzug hat das Außenministerium offiziell das Angebot von 100 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe erneuert, das an diese Reformen gebunden ist. Die CIA warnte zudem, dass „das Zeitfenster nicht unbegrenzt offen bleiben wird“.
Die Parallele zu Venezuela ist eindeutig.
Im Januar 2026 war Ratcliffe nach Caracas gereist, um sich mit der amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez zu treffen — nach der militärischen Gefangennahme von Nicolás Maduro in der sogenannten „Operation Absolute Lösung“ — mit einer nahezu identischen Botschaft: die Anweisungen Washingtons zu befolgen oder ein „schlimmeres“ Schicksal als das seines Vorgängers zu erleiden.
Auch damals wies er ihn darauf hin, dass Venezuela „kein Zufluchtsort für die Gegner der Vereinigten Staaten sein kann, insbesondere für die Drogenhändler“.
Trump hatte den Ton der Kontakte am 12. Mai mit einem Beitrag in seinem sozialen Netzwerk vorweggenommen: „Kuba bittet um Hilfe, und wir werden sprechen!“.
Die gerichtliche Bedrohung verstärkt das Drehbuch. Zeitgleich mit der Enthüllung des Besuchs von Ratcliffe gaben Vertreter des Justizministeriums bekannt, dass sie eine formelle Anklage gegen Raúl Castro, 94 Jahre alt, wegen seiner Rolle beim Abschuss zweier Flugzeuge der Hermanos al Rescate am 24. Februar 1996 vorbereiten, bei dem vier kubanoamerikanische Bürger ums Leben kamen: Carlos Costa, Mario de la Peña, Luis Salcines und Armando Alejandre Jr.
Die Anklage, die voraussichtlich um den 20. Mai erhoben werden könnte, erinnert direkt an die juristische Strategie, die gegen Maduro eingesetzt wurde, und ist eine Reaktion auf den anhaltenden Druck des Senators Rick Scott sowie der kubanoamerikanischen Abgeordneten Carlos Giménez, Mario Díaz-Balart und María Elvira Salazar, die einen formellen Brief an das Justizministerium gesendet haben, um diesen Schritt zu unterstützen.
Der energetische Kontext, der die gesamte Verhandlung umgibt, ist von beispiellosem Zusammenbruch geprägt. Am 13. Mai berichtete Díaz-Canel von einer Beeinträchtigung des elektrischen Systems von 2.113 MW, ein neuer Jahresrekord, mit Stromausfällen von bis zu 24 Stunden in einigen Provinzen.
Die Sanktionen von Trump seit Januar 2026 haben die Krise verschärft: Die Executive Order 14380, unterzeichnet am 29. Januar, verschärfte die sekundären Sanktionen hinsichtlich der Ölversorgung nach Kuba, und am 1. Mai erweiterte eine neue Anordnung die Beschränkungen in den Bereichen Energie, Verteidigung, Bergbau und Finanzen.
Am Montag hat das Finanzministerium 11 Personen und drei weitere kubanische Institutionen sanktioniert, darunter den Energieminister, die Kommunikationsministerin und die Nationale Revolutionäre Polizei.
Im Unterschied zum Tauwetter von 2015 — als der damalige CIA-Direktor John Brennan ebenfalls heimlich Havanna nach den vom Vatikan vermittelten Verhandlungen besuchte, ein Besuch, den Washington nie offiziell anerkannt hat — bestätigten diesmal beide Regierungen das Treffen sofort öffentlich, was die Natur der Operation unterstreicht: es handelt sich nicht um eine geheime Öffnung, sondern um einen expliziten und kalkulierten Druck.
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