Die Marinegewalt der Vereinigten Staaten erreicht die Türen Venezuelas

Bewaffnet mit Tomahawk-Raketen und dem Aegis-System nehmen die Zerstörer der USA Position im Karibischen Meer ein und nähern sich diese Woche Venezuela.

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Drei Lenkwaffenzerstörer der US-Marine setzen ihren Kurs in Richtung der venezolanischen Küste fort und könnten noch in dieser Woche strategische Positionen in der Karibik einnehmen, bestätigten Quellen des Pentagon, die vom Miami Herald zitiert wurden.

Die Maneuvre stellt das zentrale Element einer neuen militärischen Operation dar, die vom Präsidenten Donald Trump angeordnet wurde, um die Drogenkartelle in Lateinamerika zu bekämpfen.

Screenshot Facebook / Miami Herald

Die Schiffe —der USS Sampson, der USS Jason Dunham und der USS Gravely— gehören zur Arleigh Burke-Klasse, die als das Rückgrat der US-Oberflächeflotte angesehen wird. Bekannt für ihre Vielseitigkeit und Feuerkraft sind die Zerstörer darauf ausgelegt, gleichzeitige Bedrohungen aus Luft, See und Land zu bekämpfen, sowie Anti-U-Boot-Einsätze durchzuführen.

Die Präsenz dieser Kriegsschiffe vor Venezuela stellt einen der robustesten Marineeinsätze der Vereinigten Staaten in der Karibik in den letzten Jahren dar und sendet eine klare Botschaft an Caracas in einem Moment höchster politischer und militärischer Spannungen.

Das Aegis-System: Das Herz des Einsatzes

Im Zentrum der Kampffähigkeit der Zerstörer steht das Aegis-System, ein fortschrittliches Netzwerk aus Radaren und Raketen, das ermöglicht, mehrere Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen, zu verfolgen und zu neutralisieren.

Während des Kalten Krieges entwickelt und kontinuierlich modernisiert, verschafft Aegis diesen Schiffen einen technologischen Vorteil, den nur wenige Marinen weltweit erreichen können.

Jedes Schiff ist mit einem vertikalen Startsystem mit 96 Zellen ausgestattet, das in der Lage ist, Langstrecken-Marschflugkörper vom Typ Tomahawk, Luftabwehrraketen, Uboot-Abwehrraketen und andere Präzisionsgeschosse abzufeuern.

Außerdem sind sie mit 5-Zoll-Marinerohren und Phalanx-Systemen zur Nahverteidigung ausgestattet, die dafür entwickelt wurden, Raketen oder Flugzeuge zu zerstören, die in der Lage sind, die äußeren Abwehrmaßnahmen zu durchdringen.

Die Kombination dieser Fähigkeiten macht die Gruppe der Zerstörer zu einem entscheidenden Abschreckungselement, nicht nur gegen den Drogenhandel, sondern auch in einem geopolitischen Spannungsfeld wie dem, das Venezuela umgibt.

Ein großangelegter Einsatz

Laut Angaben von US-Verteidigungsbehörden umfasst die Operation etwa 4.000 Marineangehörige und Marinesoldaten, unterstützt von P-8 Poseidon-Seepatrouillenflugzeugen – die auf die Erkennung von U-Booten und Schiffen über große Distanzen spezialisiert sind – weiteren Unterstützungsbooten und mindestens einem atomgetriebenen Angriffs-U-Boot.

Die Casa Blanca hat betont, dass das Ziel der Mission darin besteht, den Drogenfluss in die Vereinigten Staaten zu stoppen und transnationale kriminelle Netzwerke zu zerschlagen. Militäranalysten weisen jedoch darauf hin, dass das Ausmaß und die Natur des Einsatzes auch eine direkte Druckausübung auf das Regime von Nicolás Maduro widerspiegeln, das von Washington beschuldigt wird, das Kartell der Sonnen zu leiten.

“El Präsident Trump hat deutlich gemacht: Er ist bereit, jedes Element der amerikanischen Macht einzusetzen, um die Drogen zu stoppen, die unser Land überschwemmen, und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen”, erklärte die Sprecherin Karoline Leavitt auf einer kürzlichen Pressekonferenz.

Caracas reagiert mit Milizionären

Die Reaktion von Caracas ließ nicht lange auf sich warten. Maduro kündigte am Montag die Mobilisierung von 4,5 Millionen Milizionären im ganzen Land an, um "die nationale Souveränität zu verteidigen".

In einer im Fernsehen übertragenen Rede behauptete Maduro, dass die Land- und Arbeitermilizen mit Gewehren und Raketen ausgerüstet werden, um die Verteidigung von „Meeren, Himmeln und Ländern“ gegen die US-amerikanische Bedrohung zu gewährleisten.

Obwohl die Bolivarische Miliz formal eines der fünf Bestandteile der Nationalen Streitkräfte ist, weisen Experten darauf hin, dass ihre operative Fähigkeit im Vergleich zur naval und luftgestützten Macht der Vereinigten Staaten begrenzt ist.

Regionale Kletterei

Der Einsatz von Zerstörern in Gewässern nahe Venezuela reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen Washingtons ein, die den Druck auf Caracas erhöht haben: die Einstufung mehrerer lateinamerikanischer Kartelle als terroristische Organisationen, die Aufnahme des Cartel de los Soles in diese Liste und das Angebot von 50 Millionen Dollar Belohnung für die Ergreifung von Maduro.

Die marine Operation hat in Lateinamerika Besorgnis ausgelöst. Die mexikanische Regierung warnte, dass die einseitigen Aktionen Washingtons die Tür zu einer direkten Intervention in der Region öffnen könnten.

Menschenrechtsorganisationen haben ihrerseits den Einsatz von Basen wie Guantánamo in Frage gestellt, um mutmaßliche Mitglieder krimineller Organisationen abzuschieben, die bei Migrationsoperationen festgenommen wurden.

Zwischen Drogenhandel und Geopolitik

Obwohl die offizielle Rechtfertigung des Pentagon die Bekämpfung des Drogenhandels ist, hat die Positionierung der Zerstörer vor Venezuela einen starken geopolitischen Aspekt.

Die Karibik, historisch sensibel für die regionale Sicherheit, wird erneut zum Schauplatz der Konfrontation zwischen Washington und einer mit Havanna verbündeten Regierung.

Die bevorstehende Ankunft der Schiffe in strategischen Positionen vor den venezolanischen Küsten erhöht die Spannung und verstärkt die Wahrnehmung, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, den Druck auf Maduro über wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen hinaus zu steigern.

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