In Spanien wurden der Präsident und CEO von Plus Ultra, einer Airline, die mit Venezuela und Verträgen mit Kuba verbunden ist, festgenommen



Die Fluggesellschaft, die Verträge in Kuba hat, wird in Spanien wegen des mutmaßlichen unrechtmäßigen Gebrauchs von öffentlichen Mitteln in Verbindung mit kriminellen Netzwerken untersucht.

Plus Ultra FlugzeugFoto © Facebook/Plus Ultra Aerolínea

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Die Festnahme in Madrid des Präsidenten und CEO der spanischen Fluggesellschaft Plus Ultra, die seit Jahren aufgrund ihrer finanziellen Verbindungen zu Venezuela und ihrer lukrativen Verträge mit der kubanischen Regierung in der Kritik steht, hat am Donnerstag eine neue Welle der Überprüfung ausgelöst über ein Unternehmen, das hochrangige Vertreter der Insel transportiert, Flüge für Cubana de Aviación betrieben hat und eine Schlüsselrolle bei touristischen Routen nach Varadero und Holguín spielt. Doch nun steht die Führungsspitze unter Arrest wegen eines mutmaßlichen Verbrechens der Geldwäsche.

Agenten der Einheit für Wirtschaftskriminalität und Steuerdelikte (UDEF) durchsuchten den Sitz der Fluggesellschaft in Madrid auf Anordnung des Ermittlungsgerichts Nummer 15, wie Euro News berichtete.

Die Ermittlungen, die geheim gehalten werden, zielen darauf ab, verdächtige buchhalterische und gesellschaftliche Vorgänge aufzuklären. Die Festgenommenen sind Julio Martínez, der Präsident und Eigentümer des Unternehmens, sowie Roberto Roselli, sein Geschäftsführer.

Die Operation wurde nach einem Impuls der Staatsanwaltschaft Madrid wiederbelebt, die erneut Dokumente im Zusammenhang mit der umstrittenen Rettung von 53 Millionen Euro überprüfte, die das Unternehmen 2021 während der Pandemie von der spanischen Regierung erhielt. Diese Rettung hatte bereits für Aufsehen gesorgt, da Plus Ultra nur schwach im spanischen Markt vertreten war, teilweise von venezolanischen Aktionären kontrolliert wurde und laut unabhängigen Gutachtern bereits vor der Gesundheitskrise Anzeichen von Zahlungsunfähigkeit aufwies.

Jetzt untersucht die Antikorruptionsbehörde, ob ein Teil dieses öffentlichen Geldes auf Konten im Ausland gelangte, die mit einem mutmaßlichen venezolanischen kriminellen Netzwerk verbunden sind, und ob Rettungsfonds für Zahlungen an PDVSA, das staatliche Ölunternehmen Venezuelas, verwendet wurden, eine Operation, die die Gerichtsexperten als unregelmäßig einstuften, berichtete El País.

Die Verbindungen zu Kuba: Flüge für Díaz-Canel, Mietverträge für Cubana und touristische Aktivitäten

Die Nachricht von der Festnahme hallt besonders in Kuba nach, wo Plus Ultra in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Präsenz gehabt hat und sowohl bei den offiziellen Reisen des Regimes als auch in der Luftverkehrsanbindung der Insel eine Schlüsselrolle gespielt hat.

Die spanische Fluggesellschaft wurde von Havanna für den Transport des Herrschers Miguel Díaz-Canel auf seiner Reise durch den Nahen Osten im Jahr 2023 beauftragt, wobei ein Airbus A330-202 verwendet wurde, dessen Miete für Privatflüge über 11.000 Dollar pro Stunde betragen kann. Dasselbe Flugzeug brachte die kubanische Delegation zur UN-Generalversammlung in New York, so das Datenjournalismusprojekt Inventario.

En paralelo, Cubana de Aviación hat wiederholt auf Mietflugzeuge von Plus Ultra zurückgegriffen, um strategische Routen aufrechtzuerhalten, die ihre veraltete und begrenzte Flotte nicht bedienen kann. Von Flügen zwischen Havanna, Santiago de Kuba und Madrid bis hin zu kürzlichen Einsätzen zwischen Deutschland und Kuba, um einen Tourismus aufrechtzuerhalten, der Jahr für Jahr zurückgeht.

Nur im Dezember präsentierte die kubanische Regierung als „Erfolg“ die Wiederherstellung der Verbindungen Frankfurt–Holguín–Havanna, die mit einem an Plus Ultra gemieteten Flugzeug betrieben werden, während der deutsche Tourismus um mehr als 40 % einbricht und die Insel eine ihrer schlimmsten Energie- und Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten durchlebt.

Plus Ultra hat ebenfalls Hunderte von polnischen Touristen nach Varadero transportiert, in Vereinbarungen, die darauf abzielen, die Hochsaison aufrechtzuerhalten, trotz der wachsenden Prekarität, die sowohl von Besuchern als auch von Kubanern im ganzen Land angeprangert wird.

Der Kontrast: eine Fluggesellschaft unter Verdacht und ein Land, das die Rechnung bezahlt

Die Ermittlungen in Spanien richten sich nicht gegen Kuba, betreffen jedoch ein Unternehmen, das eng mit einigen der umstrittensten Ausgaben des Regimes in den letzten Jahren verbunden ist, einschließlich teurer internationaler Flüge für seine Führungskräfte und Vereinbarungen zur Aufrechterhaltung von Routen, die die Staatsfluggesellschaft Cubana nicht mehr betreiben kann.

Bis jetzt versichert Plus Ultra, dass sie mit den Behörden zusammenarbeiten, und gibt an, dass ihre Flüge normal fortgesetzt werden. Das Gericht plant in den kommenden Tagen weitere Maßnahmen, um festzustellen, ob die finanziellen Transaktionen des Unternehmens tatsächlich eine Geldwäsche darstellen.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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