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Die kürzliche Flucht von zwei hochgefährlichen Insassen aus dem Gefängnis in Ciego de Ávila, bekannt als Canaleta, hat ein noch beunruhigenderes Detail ans Licht gebracht: Einer von ihnen, Idalberto Pérez Olivera, alias "Basurita", war bereits zuvor in diesem Jahr gelungen zu entkommen und wurde unter ähnlichen Umständen gefasst.
Laut einer Veröffentlichung in Facebook der Gemeinschaftsgruppe Avileños de Corazón, datiert auf den 29. Januar, wurde Pérez Olivera an diesem Tag im Batey Grúa Nueva, Municipio Primero de Enero, festgenommen, nachdem es mehrere Tage lang Spannungen in dem Viertel gegeben hatte.
Bewaffnet mit einer selbstgebauten Schusswaffe bedrohte er die Nachbarn, damit sie ihm Lebensmittel und Getränke überließen.
Schließlich wurde er von der Sonderbrigade festgenommen und ins Gefängnis gebracht.
Die Notiz feierte damals die Rückkehr der Ruhe in die Nachbarschaft, obwohl sie nicht angab, wie lange der Flüchtige bereits auf der Flucht war und wie er es geschafft hatte, in diesem Fall der Gefängnisaufsicht zu entkommen.
Jetzt, kaum Monate später, ist Basurita erneut Protagonist der Angst in Ciego de Ávila.
Der 27-jährige Mann, der zu 16 Jahren und sechs Monaten wegen Mordes, schweren Diebstahls, Körperverletzung und illegalem Besitz von Waffen verurteilt wurde, entkam erneut am 24. August, diesmal zusammen mit einem anderen Insassen: Ángel Luis Torres Santana, 54 Jahre alt, vielfacher Rückfälliger und zu 28 Jahren wegen Mordes, Bedrohungen, Missachtung des Gerichts und Flucht verurteilt.
Beide wurden als äußerst gefährlich eingestuft, was die Behörden dazu veranlasste, eine offizielle Warnung herauszugeben und die Bürger zur Mitarbeit aufzurufen.
Die Flucht hat gesellschaftliche Alarmbereitschaft ausgelöst, nicht nur wegen der Gewalttaten der Flüchtigen, sondern auch wegen der Mängel, die sie im kubanischen Justizvollzugssystem offenbart.
Fotos und Strafregister der beiden Fliehenen verbreiteten sich in sozialen Netzwerken und alternativen Medien wie La Tijera, was heftige Kritik an der mangelhaften Kontrolle in einem Hochsicherheitsgefängnis hervorrief.
Der andere Geflohene, Torres Santana, soll wenige Stunden nach der Flucht in einem Paladar der Gemeinde Campechuela in der Provinz Granma gesehen worden sein.
Laut Zeugenaussagen kam er ohne Hemd, bat nervös um Essen und täuschte vor, stottern zu können. Der Eigentümer des Lokals, misstrauisch, wies ihn des Platzes. Später, beim Überprüfen der Sicherheitskameras, bemerkte er die Ähnlichkeit mit den in den sozialen Medien verbreiteten Bildern.
Trotz der sofortigen Meldung an die Nationale Revolutionäre Polizei war die anfängliche Reaktion nachlässig: Sie nahmen kaum Notiz und sagten, sie würden "den Chef anrufen".
Das Innenministerium erinnerte die Bevölkerung daran, dass sie sich nicht den Flüchtigen entgegenstellen sollte, und richtete Telefonleitungen ein, um Informationen zu übermitteln.
Die Wahrnehmung von Unsicherheit wächst jedoch unter den Avileños. Dieses Ereignis reiht sich in andere jüngste Episoden von Gewalt und straffreien Verbrechen in Kuba ein und nährt die Vorstellung, dass die bürgerschaftliche Sicherheit einen deutlichen Rückschritt erlebt.
Der Fall hat auch eine gesellschaftliche Debatte ausgelöst.
Einige Angehörige der Inhaftierten, wie Yulita González -die Mutter der Tochter von Basurita-, haben ihre Empörung über die massenhafte Verbreitung der Warnmeldungen zum Ausdruck gebracht und dabei argumentiert, dass die Art und Weise, wie diese Nachrichten präsentiert werden, ihren Angehörigen schadet.
Für sie haben „die Menschen Familien und Kinder, die von ihren Nachrichten betroffen sein können“, ein Ansatz, der im Gegensatz zur Angst der Nachbarn steht, die direkt mit den Bedrohungen des Flüchtigen konfrontiert waren.
Die Wiederholung von Basuritas Ausbrüchen wirft ein größeres Rätsel auf: Wie ist es möglich, dass ein Häftling mit einer derart gewalttätigen und flüchtigen Vorgeschichte es geschafft hat, die Sicherheit des Gefängnisses mehr als einmal in weniger als einem Jahr zu überlisten?
In der Zwischenzeit bleiben die Flüchtigen auf freiem Fuß und haben die tiefen Risse eines Justizvollzugssystems offenbart, das laut vieler Stimmen weder die öffentliche Sicherheit noch die Kontrolle über seine eigenen Insassen gewährleisten kann.
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