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Das intime Porträt einer kubanischen Familie, die in der Ciénaga de Zapata zwischen Sümpfen, Mangel und Isolation überlebt, hat gerade einen der bedeutendsten Bühnen des iberoamerikanischen Kinos erobert.
"Al Oeste, en Zapata", das Debütwerk des hispanokubanischen Filmemachers David Bim, gewann an diesem Samstag den Preis für den besten Spielfilm in der Albar-Wettbewerb der 63. Ausgabe des Internationalen Kino-Festivals von Gijón/Xixón in Spanien, wie die Agentur EFE berichtete.
Der Film begleitet Landi und Mercedes, ein Ehepaar, das in einem der unzugänglichsten Gebiete des kubanischen Archipels lebt. Mitten in der Pandemie, während das Land von Entbehrungen und sozialen Spannungen geprägt ist, klammert sich die Familie an eine Landschaft, in der Überleben durch körperliche Anstrengung, Intuition und Stille geschrieben wird.
In der Ciénaga de Zapata, dem größten Sumpfökosystem der Karibik, begibt sich Landi in die Feuchtgebiete, um mit eigenen Händen Krokodile zu jagen, eine ebenso extreme wie uralte Praxis, um die Nahrung zu sichern.
In der Zwischenzeit sammelt Mercedes Kohle an der Küste und kümmert sich um ihren Sohn, der an schwerem Autismus leidet. Der Film rekonstruiert diese Tage der Einsamkeit, Unsicherheit und Widerstandsfähigkeit in einer Umgebung, in der das Leben davon abhängt, was im Wasser oder im Boden gefunden werden kann.
Das Publikum des Festivals wurde vom menschlichen Puls des Dokuments beeindruckt, das außerdem eine Besondere Erwähnung der Jury in der Sektion Spanisches Kino erhielt und Bim als eine neue Stimme des zeitgenössischen Dokumentarfilms festigte.
Der Film hatte bereits internationale Anerkennung erhalten, darunter eine Sonderauszeichnung der Jury und den FIPRESCI-Preis bei Visions du Réel, einem der angesehensten Dokumentarfilmfestivals der Welt.
Ein Festival voller Vielfalt und Talent
Der Festival von Gijón hob sich erneut durch die Heterogenität seines Programms hervor. EFE berichtete, dass neben dem Sieg von "Al Oeste, en Zapata" die Argentinier Basovih Marinaro und Sofía Jallinsky in der Sektion FICX Premiere für ihren Film "Los bobos" ausgezeichnet wurden. Der Spanier Ángel Santos erhielt den Preis für die Beste Regie für "Así chegou a noite".
In der Kategorie Schauspiel wurde die Rumänin Eszter Tompa für "Kontinental 25" und der Brite Ben Whishaw für "Peter Hujar’s Day" vom Jury ausgezeichnet.
Die 63. Ausgabe zeichnete auch Arbeiten aus Belgien, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Chile und mehreren Regionen Spaniens aus, und spiegelt so eine vielfältige Landschaft wider, die mittlerweile ein Markenzeichen des Festivals ist.
Eine kubanische Geschichte, die Grenzen überschreitet
Der Sieg von „Al Oeste, en Zapata“ feiert nicht nur das Talent von David Bim, sondern rückt auch ein tiefes, wenig gefilmtes und gewöhnlich unsichtbares Kuba ins Zentrum, in dem tausende Familien unter Bedingungen von Isolation und Prekarität überleben.
Die Geschichte von Landi, Mercedes und ihrem Sohn, die zwischen Krokodilen, Kohle und Sümpfen kämpfen, fand in Gijón die internationale Anerkennung einer Realität, die nur selten auf die Bildschirme gelangt.
Ein Triumph des Films, aber auch ein offenes Fenster zu dem harten und stillen Leben derjenigen, die weiterhin kämpfen, um in den vergessenen Ecken der Insel über Wasser zu bleiben.
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