In einem Kontext, der von zunehmenden Spannungen mit den Vereinigten Staaten und offiziellen Warnungen geprägt ist, wandte sich der kubanische Führer Miguel Díaz-Canel erneut der historischen Epik zu, um eine politische Botschaft zu senden, die innerhalb und außerhalb der Insel Besorgnis ausgelöst hat.
Durch einen Beitrag auf der Social Media Plattform X erinnerte sich Díaz-Canel an das Feuer von Bayamo im Jahr 1869, als die Unabhängigkeitskräfte es vorzogen, die Stadt zu zerstören, bevor sie in spanische Hände fiel. „Von diesem Erbe stammen wir. Diese Geschichte sind wir schuldig“, schrieb der Diktator und rief ein Ereignis in Erinnerung, das viele heute als symbolische Rechtfertigung des totalen Opfers vor der Kapitulation interpretieren.
Die Worte des Regierungschefs kommen zu einem besonders heiklen Zeitpunkt für Kuba, das sich in einer tiefen wirtschaftlichen, sozialen und energetischen Krise befindet, und nach Erklärungen des Ministeriums der Revolutionären Streitkräfte (MINFAR), das warnt, dass „der Preis sehr hoch“ sein wird für jeden Aggressor, der versucht, das Land zu überfallen.
Für Analysten und kritische Sektoren ist die Botschaft von Díaz-Canel nicht nur ein einfacher historischer Bezug, sondern ein deutliches Signal für die Erzählung, die das Regime seit Jahrzehnten aufrechterhält: Bevor es die Kontrolle über die Macht verliert, ist es bereit, das Land an die Grenze zu führen, selbst wenn dies ein größeres Leid für die Bevölkerung bedeutet.
In diesem Sinne verstärkt die Anspielung auf das Feuer von Bayamo die Wahrnehmung, dass der Kastrismus die ideologische Widerstandsfähigkeit über das nationale Wohlbefinden stellt und das kollektive Opfer als politisches Werkzeug verwendet, anstatt echte Lösungen für eine Krise anzubieten, die Millionen von Kubanern stark trifft.
Während die offizielle Rhetorik auf Konfrontation und revolutionäre Epik besteht, steht die alltägliche Realität der Insel —gekennzeichnet durch langanhaltende Stromausfälle, Nahrungsmittelknappheit und eine massive Auswanderung— zunehmend im Gegensatz zu den Heroismusaufrufen von der Macht.
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