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Der kubanische Journalist Henry Constantin, Direktor des unabhängigen Mediums La Hora de Cuba, wurde am Dienstag erneut in der Stadt Camagüey festgenommen, nur eine Woche nachdem er in Havanna verhaftet wurde.
Laut Berichten des eigenen Mediums wurde Constantin von einer Patrouille der Nationalen Revolutionären Polizei abgefangen, als er sich außerhalb des Wohnsitzes seiner Tochter befand.
Die Festnahme erfolgte gegen 16:30 Uhr, ohne dass die Beamten eine Erklärung abgaben, und der Journalist wurde etwa eine Stunde später freigelassen.
Ein Mitglied von La Hora de Cuba, das die Szene beobachtet hat, berichtete, dass die Patrouille an der Straßenecke anhielt und zwei Beamte ausstiegen, während ein dritter in der Entfernung blieb.
Die Agenten forderten zunächst seinen Führerschein an und dann die Personaldokumente, bevor sie ihn in einschüchterndem Ton aufforderten, sie zu begleiten.
Alles geschah vor ihrer Tochter, eine Umstand, den die Medien als psychologische Gewalt und öffentliche Demütigung beschrieben.
Während seiner Festnahme versuchten Kollegen aus den Medien, ihn zu erreichen, doch die Polizei bestritt seine Anwesenheit in der Ersten Einheit der PNR von Camagüey.
Keine Behörde gab Informationen zu den Gründen für die Festnahme oder zu den angeblichen Vorwürfen gegen ihn heraus.
Seit Montag hatte Constantin —der auch Regionalvizepräsident für Kuba der Kommission für Pressefreiheit der Interamerikanischen Pressegesellschaft (SIP) ist— Schwierigkeiten, eine Internetverbindung herzustellen, eine Zensurmaßnahme, die oft mit Übergriffen auf unabhängige Journalisten einhergeht.
Dieser neue Arrest erfolgt nur sechs Tage nachdem Agenten der Staatssicherheit in seine Wohnung in Havanna eindrangen und ihn wegen “öffentlichem Unfrieden” festnahmen, was von seinem Medium als völlig unbegründet angesehen wird.
Dieser Einsatz fiel mit der Ankunft der Überreste der Offiziere des Regimes in Kuba zusammen, die während der Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela getötet wurden.
La Hora de Cuba berichtete, dass die Festnahmen ihres Direktors Teil eines Musters von Überwachung, Internetabschaltungen und willkürlichen Verhaftungen sind, das darauf abzielt, die nicht-offizielle Presse einzuschüchtern.
„Es gab keine Erklärung, nur Überheblichkeit und Angst vor freiem Journalismus“, schloss das Medium in seiner Mitteilung.
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