Mitten in langen Stromausfällen, rekordverdächtigen Energieengpässen und einer von Unsicherheit geprägten Wirtschaft gelang es einer kubanischen Journalistin, mit Humor und einem dicken kleinen Schweinchen, das alltägliche Leben von tausenden Familien anschaulich darzustellen.
Von Nueva Gerona, auf der Insel der Jugend, stellte Yuliet Pérez Calaña, in den sozialen Medien bekannt als Yuliet PC oder "La Yuli de Cuba", ihren Followern das Tier vor, das das Silvesteressen ihres Hauses werden wird und das - wie sie erklärte - viel mehr ist als ein zukünftiges Hauptgericht: es ist ein lebendiges Symbol der nationalen Wirtschaft.
In einem auf Facebook veröffentlichten Video zeigt Yuliet das Schwein, das ruhig in seinem Stall steht und trotz seines jungen Alters eine gesunde Statur hat.
Die Journalistin erinnerte daran, dass sie nur zwei wichtige Daten im Jahr feiert: ihren Geburtstag und den 31. Dezember. Deshalb, egal was passiert, versichert sie, dass sie sich immer darum kümmert, die Proteinquelle zu garantieren, die den Kalender abschließt.
Dennoch ist es nicht die Größe oder die Ernährung, die ihre Schweine wirklich unterscheidet, sondern die Bedeutung, die sie ihnen selbst beimisst. Jedes einzelne trägt den Namen eines wirtschaftlichen Konzepts, das in den letzten Jahren Kuba geprägt hat.
„Ihr habt bereits MLC und Inflación kennengelernt; im vergangenen Jahr habt ihr Reordenamiento kennengelernt, und jetzt werde ich euch Tasa Flotante vorstellen“, kündigte er an.
Die neue Bezeichnung fasst mit Ironie die komplexe monetäre Situation zusammen, in der sich das Land befindet.
Yuliet ruft das Ferkel, präsentiert es vor der Kamera und erklärt, dass es etwas schmutzig ist, weil es gerade transportiert wurde, hebt jedoch dessen gesunden Zustand und sein besondere "Präsenz" hervor.
Mit dieser alltäglichen Szene verwandelt die Frau einen häuslichen Akt in einen gesellschaftlichen Kommentar, den viele als kreative Möglichkeit erkennen, die Wirtschaft vom Innenhof des Hauses aus zu erzählen.
Es ist nicht das erste Mal, dass er Humor, Alltag und nationalen Kontext mischt. Vor einigen Tagen teilte er eine weitere Anekdote, die viral ging, diesmal im Zusammenhang mit den Stromausfällen, die das Land treffen.
Eine Nacht, nachdem sie Wasser zum Baden erhitzt hatte, überraschte sie ein Stromausfall, während ihr Handy leer war und die Wohnung völlig im Dunkeln lag. Ihr Partner brachte ihr einen Eimer mit Wasser, den sie für heiß hielt, und sie beschloss, sich im Halbdunkel zu duschen.
Obwohl sie "sauber und duftend" herauskam, bemerkte sie ein seltsames Gefühl auf der Haut, das sie zunächst einem neuen Lavendelgel zuschrieb.
Erst später, als der Strom zurückkehrte und sie in die Küche ging, stellte sie fest, dass das Wasser, das sie zum Erwärmen stehen gelassen hatte, unberührt geblieben war. Der Eimer, den sie benutzt hatte, stammte tatsächlich von einem Topf, in dem ihre Mutter die Bananen gekocht hatte, die für den Fufú des Essens bestimmt waren.
Die Geschichte, humorvoll erzählt, endete mit einem Witz über die angeblichen "Effekte" eines Bades mit Bananenwasser und einem ironischen Spruch über den geplanten Beginn des Jahres 2026.
Diese häuslichen Szenen finden in einem sehr schwierigen nationalen Kontext für die Mehrheit der Bevölkerung statt.
In diesem Szenario verwandeln sich die Geschichte von "Tasa Flotante" und die dunklen Bäder mit Fufú-Wasser in mehr als nur einfache Anekdoten: Sie sind Porträts einer Alltagsrealität, die von Mangel, Einfallsreichtum und Lachen als Überlebensmechanismus geprägt ist.
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