Ein russischer Analyst warnt, dass Kuba ein symbolisches Gut ist, das Moskau nicht schützen könnte, wenn die USA Druck ausüben



Wladimir Putin und Miguel Díaz-Canel in Moskau im Mai 2025 (Referenzbild).Foto © Facebook/Botschaft von Russland in Kuba

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Während die kubanische Regierung weiterhin ihre Allianz mit Moskau als strategische Unterstützung gegenüber den Vereinigten Staaten präsentiert, zeigt eine Analyse eine weniger epische Realität: Für den Kreml ist Kuba heute mehr ein politisches Symbol als ein Verbündeter, der in der Praxis geschützt werden kann.

Ein Experte für russische Angelegenheiten warnt, dass Washington, wenn es beschließt, den Druck auf die Insel zu erhöhen, Moskau wenig Spielraum jenseits der Rhetorik bleibt, gefangen im Krieg in der Ukraine und den eigenen wirtschaftlichen sowie militärischen Grenzen.

Die Warnung erscheint in einem Artikel, der von Eurasia Daily Monitor veröffentlicht wurde, der einflussreichen amerikanischen Stiftung The Jamestown Foundation, unterzeichnet von dem Analysten Serguéi Sukhankin, einem Experten für russische Außenpolitik und Berater für internationale Sicherheit. Der Text stellt fest, dass Kuba nach der groß angelegten Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 zu einem der treuesten Partner Moskaus auf politischer Ebene wurde, aber auch zu einem der fragilsten in materieller Hinsicht.

Laut der Analyse hat die Beziehung zwischen beiden Ländern hauptsächlich dazu gedient, die russische Erzählung von einer „multipolaren“ Welt zu untermauern und zu zeigen, dass der Kreml nach wie vor Verbündete in der westlichen Hemisphäre hat, nur wenige Entfernung von den Vereinigten Staaten. Dennoch ist dieser Wert eher symbolisch als real.

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Sektoren wie Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft oder Tourismus umfasst, hat einen begrenzten Einfluss und fungiert eher als Ergänzung zur geopolitischen Rhetorik als als eine konkrete Quelle für Vorteile.

In den letzten Jahren hat Moskau Kuba als Plattform genutzt, um alternative Finanzmechanismen zum westlichen System zu erproben, wie zum Beispiel die Verwendung des Rubels in bilateralen Transaktionen oder die Einführung der Mir-Karten. Zudem wurde die Insel als Tor zur Exportierung russischer Technologie in den lateinamerikanischen Markt positioniert. Dennoch haben der eigene wirtschaftliche Verfall Kubas und die zunehmend knappen Ressourcen Russlands verhindert, dass diese Zusammenarbeit in greifbare Erleichterungen für die Bevölkerung der Insel umgesetzt werden kann.

Der Artikel unterstreicht, dass die Sorge des Kremls nicht wirtschaftlicher, sondern reputationaler Natur ist. Kuba als Partner zu verlieren, hätte starke ideologische Auswirkungen innerhalb und außerhalb Russlands, insbesondere bei den Ländern des sogenannten Globalen Südens, die Moskau als Gegengewicht zu Washington betrachten. In diesem Kontext warnen im Bericht zitierte russische Analysten, dass ein möglicher Zusammenbruch Kubas den von Kreml geförderten multipolaren Diskurs ernsthaft schwächen würde.

Die jüngsten Aussagen der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, spiegeln diese Besorgnis wider. Mitte Januar bezeichnete sie die Sprache, die der US-Präsident Donald Trump gegenüber Havanna verwendet hat, als „inakzeptablen Erpressung“, nachdem er das kubanische Regime dazu aufgefordert hatte, eine Vereinbarung zu treffen „bevor es zu spät ist“, nach der Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela.

Die Analyse zeigt, dass die absolute Priorität des Kremls weiterhin der Krieg in der Ukraine ist, was Moskau dazu geführt hat, andere strategische Verbündete in verschiedenen Regionen der Welt zu vernachlässigen oder aufzugeben. In diesem Szenario, falls die Vereinigten Staaten beschließen, ihre Haltung gegenüber Kuba zu verschärfen, wird die russische Antwort kaum über öffentliche Erklärungen und diplomatische Gesten hinausgehen.

Hinzu kommt die militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, die im Oktober 2025 mit der Ratifizierung eines bilateralen Abkommens, das den Austausch von Fachleuten, gemeinsame Übungen und Koordination im Bereich der Sicherheit festlegt, verstärkt wurde. Obwohl in ultranationalistischen russischen Kreisen spekuliert wurde, dass ein möglicher Einsatz fortschrittlicher Waffen auf der Insel stattfinden könnte, betrachtet der Bericht diese Ideen eher als Propaganda denn als eine reale Möglichkeit.

Für Sukhankin ist das Dilemma Moskaus klar: Kuba bleibt ein mächtiges Symbol des historischen Widerstands gegen die Vereinigten Staaten, doch die Symbole, warnt er, „fallen, wenn sie von niemandem geschützt werden“. Und im aktuellen Kontext deutet alles darauf hin, dass Russland nicht mehr in der Lage ist, dies zu tun.

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