Raúl Castro empfängt den Innenminister Russlands inmitten der kubanischen Krise



Raúl Castro zusammen mit Vladimir Alexandrovich KolokoltsevFoto © Cubadebate/Estudios Revolución

Die staatliche kubanische Fernsehanstalt veröffentlichte Bilder von Raúl Castro Ruz während seines Treffens am Dienstag mit dem Innenminister der Russischen Föderation, General der Polizei Vladimir Alexandrovich Kolokoltsev, in einem weiteren öffentlichen Auftritt des historischen Führers des Regimes.

Laut der offiziellen Mitteilung haben beide Seiten während des Treffens über die „hervorragenden bilateralen Beziehungen“ zwischen Kuba und Russland gesprochen und die Absicht bekräftigt, die Bindungen zwischen beiden Regierungen insbesondere im Bereich der Zusammenarbeit zu stärken. In diesem Zusammenhang übermittelte Castro „herzliche Grüße“ an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Das Treffen fand in Anwesenheit des russischen Botschafters in Havanna, Víctor Koronelli, und anderer Mitglieder der Besucherdelegation statt. Auf kubanischer Seite nahmen das Mitglied des Politbüros und der Innenminister, Lázaro Alberto Álvarez Casas, sowie hochrangige Führungskräfte des MININT teil.

Medien der offiziellen Seite veröffentlichten Fotos von Castro und Kolokoltsev, die sich die Hand gaben und in einer formellen Atmosphäre sprachen. Das Treffen ist Teil der Agenda des russischen Ministers, der am Montag in Kuba ankam, um die Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und öffentliche Ordnung zu festigen.

Das Treffen mit Kolokoltsev fand nur wenige Tage nach der öffentlichen Wiedererscheinung von Castro bei der Ehrung der 32 kubanischen Soldaten statt, die in Venezuela während der Operation ums Leben kamen, die mit der Festnahme von Nicolás Maduro endete.

Tatsächlich erinnerte die Journalistin Ninoska Pérez auf der Sozialen Netzwerk X daran, dass das Regime Raúl erneut ins öffentliche Licht rückte, und zwar in einem besonders komplexen Moment für das Land, geprägt von großflächigen Stromausfällen, einer Gesundheitskrise, Lebensmittelknappheit und dem langsamen Prozess der Erholung nach dem Hurrikan Melissa im Osten der Insel.

Pérez hob zudem auf ein bemerkenswertes Detail hin: dieses Mal gab es keine Medaillen oder Auszeichnungen für den russischen Besucher, eine gängige Praxis des kubanischen Regimes, wenn es politische und militärische Allianzen mit seinen strategischen Partnern stärken möchte, insbesondere in Kontexten internationalen Isolation.

Das Treffen findet statt, während Kuba eine seiner kritischsten Phasen aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht durchlebt, und verstärkt das Bild einer dauerhaften Ausrichtung auf Moskau, selbst wenn die Bevölkerung unter einem kontinuierlichen Rückgang ihrer Lebensbedingungen leidet. Für viele Beobachter bleibt die Anwesenheit von Raúl Castro bei solchen Treffen eine interne Botschaft über die Kontinuität der tatsächlichen Macht, jenseits der formalen Ämter.

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