Wer bleibt von der massiven Regularisierung von Einwanderern in Spanien ausgeschlossen?



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Der außergewöhnliche Regularisierungsprozess, den die spanische Regierung vorbereitet, öffnet die Tür dafür, dass Tausende von ausländischen Personen in irregularer Situation eine Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis erhalten können.

Es wird jedoch nicht automatisch oder universell sein.

Der Einwanderungsanwalt Vicente Marín, einer der bekanntesten Juristen des Landes im Bereich Ausländerrecht, hat klar erklärt, wer von dem Verfahren profitieren kann und vor allem, wer ausgeschlossen bleibt.

In einem auf Facebook veröffentlichten Video warnte Marín, dass "es Papiere für fast alle geben wird, aber nicht für alle", und betonte, dass neben der Erfüllung der allgemeinen Anforderungen es Profile gibt, die sich aus rechtlichen Gründen oder aufgrund von Fehlern bei der Bearbeitung nicht regulieren können.

Die Regularisierung wird zwar umfassend sein, aber klare Filter haben.

Laut dem Juristen wird eine der ersten Gruppen, die ausgeschlossen sind, diejenigen sein, die nach dem 31. Dezember 2025 nach Spanien eingereist sind. Das bedeutet, dass alle Personen, die im Jahr 2026 ankommen, nicht in den Genuss dieses Verfahrens kommen können.

Die Norm verlangt nicht nur, dass man vor diesem Datum eingereist ist, sondern auch, dass man sich zum Zeitpunkt des Antrags physisch in Spanien befindet.

Auch diejenigen, die als Touristen ins Land gekommen sind und nicht mindestens fünf Monate vor der Antragstellung im Land geblieben sind, können ihre Situation nicht regularisieren. Kontinuität des Aufenthalts ist ein entscheidendes Kriterium, um ein tatsächliches Wurzeln zu belegen.

Eine weitere Gruppe, die ausgeschlossen wird, sind Personen mit Vorstrafen oder schweren polizeilichen Auffälligkeiten. Marín betonte, dass die Regularisierung für diejenigen gedacht ist, die keine Konflikte mit dem Gesetz haben.

In diesem Zusammenhang könnten Personen ausgeschlossen werden, die von anderen Ländern der Europäischen Union ausgewiesene Ausweisungsanordnungen erhalten haben.

Der Anwalt wies auch auf ein Risiko hin, das nicht immer berücksichtigt wird: Fehler bei der Antragstellung zu machen.

Das Fehlen von Dokumenten, die falsche Vorlage von Beweisen oder Fehler im Verfahren können dazu führen, dass Personen ausgeschlossen werden, die theoretisch die Voraussetzungen erfüllen würden.

Deshalb bestand er darauf, dass es notwendig sei, "sehr vorsichtig und sorgfältig" bei der Vorbereitung des Dossiers zu sein.

Neben der Erklärung, wer keinen Zugang zur Regularisierung haben wird, hat Marín auch mehrere Gelegenheiten genutzt, um zu erläutern, wie dieser neue Prozess mit den bereits laufenden Aufenthaltsgenehmigungsverfahren interagiert.

Viele Menschen haben Anträge auf sozialen, sozialarbeits- oder sozialbildungsbedingten Aufenthalt gestellt und warten noch auf eine Antwort, was Zweifel darüber aufgeworfen hat, ob es sinnvoll ist zu warten oder sich dem neuen Weg anzuschließen.

Der Jurist wies darauf hin, dass der aktuelle Text der Vorschrift es ermöglicht, ein außergewöhnliches Regularisierungsdossier einzureichen, selbst wenn bereits ein anderes Verfahren anhängig ist.

Und er stellte einen entscheidenden Punkt klar: es ist nicht notwendig, das vorherige Verfahren zu archivieren oder abzubrechen. Laut Marín kann der laufende Aufenthaltstitel beibehalten werden, während gleichzeitig der neue Antrag gestellt wird.

In der Praxis, erklärte er, werden viele Kanzleien - einschließlich seiner - sich entscheiden, das neue Verfahren einzureichen, da es vorrangigen Charakter haben wird.

Das bedeutet, dass sich in der Theorie die neuen Verfahren schneller lösen werden als die alten Verfahren zur Aufenthaltsregelung. Auf diese Weise erhöhen diejenigen, die zwei laufende Verfahren haben, ihre Chancen, ihre Situation schneller zu regularisieren.

Die Regierung hingegen hat diese außergewöhnliche Regularisierung in einem durch den Ministerrat genehmigten Dringlichkeitsdekret eingefasst.

Die Ministerin für Inklusion, Elma Saiz, stellte es als ein Instrument vor, um Gleichheit in Rechten und Chancen für Tausende von ausländischen Personen zu schaffen, die bereits in Spanien leben.

Die Maßnahme richtet sich an Personen, die vor dem 31. Dezember 2025 in das Land eingereist sind, mindestens fünf Monate zum Zeitpunkt der Antragstellung in Spanien leben und keine strafrechtlichen Vorstrafen haben.

Auch diejenigen, die vor diesem Datum internationalen Schutz beantragt haben, können sich darauf berufen. Ab der Aufnahme des Verfahrens - die innerhalb von 15 Tagen erfolgen muss - können die Antragsteller legal arbeiten und Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung erhalten.

Die Anträge können ab Anfang April eingereicht werden, sobald die Bearbeitung des königlichen Dekrets abgeschlossen ist, und die Frist bleibt bis zum 30. Juni 2026 geöffnet. Die Verwaltung hat maximal drei Monate Zeit, um jedes Verfahren zu entscheiden.

Laut Schätzungen, die von verschiedenen Medien zitiert werden, könnte der Prozess etwa 500.000 Personen zugutekommen, während einige Berechnungen die potenzielle Zahl der irregulären Einwanderer in Spanien auf bis zu 840.000 erhöhen.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Land einen solchen Prozess durchläuft: Seit der Einführung der Demokratie wurden sieben Regularisierungen durchgeführt, wobei die umfangreichste die von 2005 war, während der Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero, die mehr als 576.000 Personen zugutekam.

In diesem Kontext ist die Botschaft von Vicente Marín klar: Die Regularisierung wird für viele eine historische Gelegenheit sein, aber nicht für alle.

Der Schlüssel, so betont der Jurist, liegt darin, sich gut zu informieren und das Verfahren mit Sorgfalt durchzuführen.

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