Der spanische Wirtschaftsanalyst und -vermittler Marc Vidal erklärte, dass Kuba sich in einer Phase befindet, die den endgültigen Zusammenbruch des Regimes markieren könnte, während er ein Szenario von Energiekrise, sozialem Verfall und strukturellem Erschöpfung des nach 1959 implantierten politischen und wirtschaftlichen Modells beschrieb.
In einer kürzlich veröffentlichten Analyse auf seinen digitalen Plattformen erklärte Vidal, dass die Insel einer Kombination aus Faktoren gegenübersteht, die das System an einen Wendepunkt gebracht haben: massive Stromausfälle, Treibstoffmangel, Rückgang des Tourismus, unkontrollierte Inflation und eine beispiellose Migrationswelle.
Laut dem Experten hat das Land nie eine selbsttragende Wirtschaft aufgebaut, sondern war historisch gesehen auf externe Verbündete angewiesen.
Zuerst war es die Sowjetunion, dann Venezuela, und in jüngerer Zeit kamen Energiesvereinbarungen hinzu, die heute praktisch unterbrochen sind.
Seiner Meinung nach wurde das Modell entwickelt, um Krisen durch externe Subventionen zu überstehen, nicht um seine strukturellen Mängel zu beheben.
Vidal wies darauf hin, dass der aktuelle energetische Zusammenbruch diese über Jahrzehnte angesammelte Fragilität widerspiegelt.
Er nannte offizielle Zahlen, die zeigen, dass mehr als 60 Prozent des Landes gleichzeitig ohne Strom sein können, während mehrere thermische Kraftwerke aufgrund von fehlendem Treibstoff und Wartung außer Betrieb bleiben.
Der Analyst verwies auch auf das Militärkonglomerat GAESA, das umfassende Sektoren der Wirtschaft kontrolliert, von Tourismus über Einzelhandel bis hin zur Bankenbranche.
Laut geleakten Finanzdokumenten und internationalen Presseberichten würde diese Struktur Milliarden von Dollar an Vermögenswerten anhäufen, während der Staat mit Mängeln kämpft, um grundlegende Dienstleistungen wie das Stromnetz oder die Bereitstellung von Medikamenten aufrechtzuerhalten.
Für Vidal besteht die Paradoxie darin, dass während die Bevölkerung mit wachsender Armut, langen Stromausfällen und Nahrungsmittelknappheit konfrontiert ist, eine mit dem Militärapparat verbundene Elite bedeutende Ressourcen außerhalb der öffentlichen Kontrolle bündelt.
In diesem Kontext stellte er die Erzählung in Frage, die dem US-Embargo ausschließlich die Tiefe der aktuellen Krise zuschreibt.
Der Ökonom betonte, dass die massive Emigration, die in den letzten Jahren einen erheblichen Prozentsatz der Bevölkerung ausmacht, ein weiteres Symptom des strukturellen Verfalls darstellt. Hinzu kommen soziale Proteste, die zwar durch Repression eingeschränkt werden, aber ein aufgestautes Unbehagen nahelegen.
Seiner Meinung nach hängt das Ergebnis nicht nur von äußeren Faktoren oder von in Washington getroffenen Entscheidungen ab, sondern von der eigenen Architektur des Systems, das entworfen wurde, um die politische Kontrolle selbst inmitten von Knappheit aufrechtzuerhalten.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass das Regime vor der komplexesten Herausforderung seiner jüngeren Geschichte steht, mit einer geschwächten Wirtschaft, einer kollabierten Energieinfrastruktur und einer Bevölkerung, die zunehmend unter dem Mangel an Möglichkeiten und grundlegenden Lebensbedingungen leidet.
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