Tiendas Caribe eröffnet einen Großhandelsdienst in Dollar in Havanna und löst Kontroversen aus: Wie viel kostet die Kiste Hähnchen?



Die División Habana OesteFoto © Facebook División Habana Oeste

Verwandte Videos:

Die staatliche Tiendas Caribe hat die Einführung eines neuen Großhandelsverkaufsdienstes im Einkaufszentrum Infanta und Santa Marta in Centro Habana angekündigt, und diese Maßnahme hat in den sozialen Medien Diskussionen ausgelöst.

Das Regime versichert, dass diese Verkaufsform den Erwerb von Produkten in Kisten mit Rabatten auf den Einzelhandelspreis ermöglichen wird. Allerdings hat die Ankündigung Unmut hervorgerufen wegen des Mangels an Transparenz bei den Preisen und der Forderung nach Zahlungen in US-Dollar (USD).

Die División Habana Oeste informierte, dass der Service den Verkauf von Kisten mit Erfrischungsgetränken, Hülsenfrüchten, Teigwaren, Konserven, Mayonnaise, Kisten mit Hühnerkeulen und Brustfilet umfasst. Es werden nur „USD in bar und klassische Karten“ akzeptiert.

Die staatliche Institution erklärte, dass sie mit dieser Initiative „ihre Angebote diversifizieren und praktische Lösungen für ihre Kunden bereitstellen“ wolle. In den Kommentaren forderten jedoch zahlreiche Nutzer grundlegende Informationen, die in der Ankündigung nicht bereitgestellt wurden.

Mangel an Preisen und Zahlungen in Dollar sorgt für Kritik

Eine der Hauptunzufriedenheiten dreht sich um das Fehlen von Preisen und Details zu den Rabatten. “Wie viel kosten die Hühnchenkisten?” ist die häufigste Frage in den Kommentaren.

Die Tatsache, dass die Verkäufe ausschließlich in Dollar erfolgen, hat die Debatte noch weiter angeheizt. „Und wem wird in USD in Kuba bezahlt? Woher bekommen wir USD, wenn wir keine Familie im Ausland haben und unser Geschäft versorgen wollen?“, fragte ein Nutzer.

Dieses Kriterium verdeutlicht die Kluft zwischen denjenigen, die Überweisungen erhalten, und denjenigen, die ausschließlich von Gehältern in kubanischen Pesos abhängen.

Im Markt für informelle Geschäfte liegt ein US-Dollar bei etwa 500 kubanischen Pesos (CUP), eine Summe, die für die meisten Staatsangestellten unerreichbar ist, deren Monatsgehälter nicht einmal die Kosten für ein Paket importiertes Hühnchen decken.

Das Dilemma der Preisobergrenzen

Jenseits des eingeschränkten Zugangs zu Fremdwährungen stellt die neue Regelung ein zusätzliches Problem für diejenigen dar, die versuchen, diese Produkte in ihren Geschäften weiterzuverkaufen.

Ein Kommentar fasste es so zusammen: „Ich nehme an, dass das Huhn zu einem festgelegten Preis verkauft wird, denn das gehört dem Staat und sie kämpfen dafür, dass die Privatpersonen die Preise der Produkte, die sie als festgelegt bezeichnen, nicht erhöhen.“

Die Regierung selbst hält Kontrollen und Höchstpreise für bestimmte Lebensmittel aufrecht. Dennoch zwingt sie dazu, diese in Dollar zu kaufen, und bestraft oder beschlagnahmt Waren von denen, die sie über den in kubanischen Pesos festgelegten Preisen weiterverkaufen.

Dies stellt kleine Unternehmen und Selbstständige vor ein Dilemma: Wenn sie zum staatlich festgelegten Höchstpreis verkaufen, werden sie ihre Investitionen in Dollar nicht zurückerhalten; wenn sie den Preis an den tatsächlichen Kurs des informellen Marktes anpassen, riskieren sie Bußgelder und Beschlagnahmungen.

Das Fehlen öffentlicher Preise und die Exklusivität der Zahlung in USD verstärken die Wahrnehmung, dass es sich um einen Mechanismus zur Beschaffung harter Währung in einem Kontext der weit verbreiteten Knappheit handelt, in dem die Versorgung mit Landeswährung unzureichend oder gar nicht vorhanden ist.

Archiviert unter:

CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.