Ehemaliger Bürgermeister von North Miami sieht sich aufgrund von Einwanderungsbetrug der Entziehung der Staatsbürgerschaft gegenüber



Philippe Bien-AimeFoto © Facebook / Philippe Bien-Aime

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Ein ehemaliger Bürgermeister von North Miami, Philippe Bien-Aime, sieht sich einem zivilrechtlichen Verfahren zur Entziehung der Staatsbürgerschaft gegenüber, nachdem er beschuldigt wurde, zwei verschiedene Identitäten verwendet zu haben, um migratorische Vorteile und anschließend die US-Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Die Klage wurde diese Woche beim US-Bezirksgericht in Miami eingereicht, als Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung des US-Bürgerdienstes (USCIS) und des Justizministeriums.

Laut einer Mitteilung von USCIS soll der ehemalige Beamte - auch bekannt als Jean Philippe Janvier und ursprünglich aus Haiti - zunächst in die Vereinigten Staaten eingereist sein, indem er einen gefälschten Pass mit einem veränderten Foto verwendete.

Laut der Beschwerde wurde er nach einem Ausweisungsverfahren unter dieser Identität behandelt und erhielt 2001 einen endgültigen Ausweisungsbescheid. Er legte gegen die Entscheidung Berufung ein, zog jedoch später das Rechtsmittel zurück und gab an, dass er nach Haiti zurückgekehrt sei.

Die Behörden behaupten jedoch, dass er sich weiterhin im US-Territorium aufgehalten hat und später einen anderen Namen sowie ein anderes Geburtsdatum verwendete, um sein Einwanderungsverfahren fortzusetzen.

Die Untersuchung, die der Klage zugrunde lag, basierte auf dem Vergleich von Fingerabdrücken, die unter beiden Identitäten abgegeben wurden, im Rahmen einer bundesstaatlichen Initiative zur historischen Überprüfung biometrischer Aufzeichnungen. Diese Überprüfung ermöglichte es, zu bestätigen, dass es sich um dieselbe Person handelte.

Die Zivilklage, die von der Bundesregierung eingereicht wurde, argumentiert, dass Bien-Aime aufgrund einer endgültigen Ausweisungsverfügung gegen ihn rechtlich nicht in der Lage war, die Einbürgerung zu beantragen, was - falls bewiesen - sowohl die Gewährung des dauerhaften Aufenthalts als auch die spätere Staatsbürgerschaft verhindert hätte.

Außerdem behaupten die Behörden, dass der ehemalige Bürgermeister eine amerikanische Staatsbürgerin geheiratet hat, um seinen Aufenthaltsstatus anzupassen, während er noch mit einer haitianischen Staatsbürgerin verheiratet war, was die eingereichte Verbindung bei der Einwanderungsbehörde ungültig machen würde.

Das Aktenverzeichnis beschuldigt ihn ebenfalls, während der Einwanderungsinterviews falsche Angaben unter Eid gemacht zu haben, einschließlich Informationen zu früheren Adressen und familiären Verhältnissen.

USCIS betonte in seiner Mitteilung, dass es "Nulltoleranz gegenüber Einwanderungsbetrug" hat und dass es Verfahren zur Entziehung der Staatsbürgerschaft "unabhängig davon, wer es ist", fördern wird.

Nichtsdestotrotz erinnerte die Agentur selbst daran, dass die Anschuldigungen Behauptungen sind, die vor dem Gericht bewiesen werden müssen.

Bien-Aime wurde 2019 zum Bürgermeister gewählt und trat 2022 zurück, um für einen Sitz in der Kommission des Miami-Dade County zu kandidieren, eine Wahl, die er schließlich verlor.

Sollte die Aberkennung des Status eintreten, könnte der Fall rechtliche Auswirkungen auf seine frühere Eignung für öffentliche Ämter haben, da der kommunale Kodex von North Miami verlangt, dass die Bewerber registrierte US-Bürger sind.

Ihr Anwalt, Peterson St. Philippe, erklärte gegenüber NBC Miami, dass sie die Klage überprüfen und auf die Anschuldigungen "durch die entsprechenden rechtlichen Kanäle" reagieren werden.

Der Bundesanwalt Jason A. Reding Quiñones erklärte in einer Mitteilung: "Die US-Staatsbürgerschaft ist ein Privileg, das auf Ehrlichkeit und Loyalität gegenüber diesem Land basiert." Er fügte hinzu, dass die Regierung, falls die Tatsachen bestätigt werden, das Gericht bitten werde, einen Status zu widerrufen, der "niemals legal erlangt wurde."

Der Fall entsteht in einem Kontext, in dem die Bundesverwaltung die Verfahren zur Überprüfung und Aberkennung der Staatsbürgerschaft in Fällen, in denen Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, verstärkt hat.

Rechtsexperten, die von amerikanischen Medien konsultiert wurden, betonen, dass die Entziehung der Staatsangehörigkeit ein komplexes und langwieriges Verfahren ist, das sich über Jahre hinziehen kann, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Über den juristischen Prozess hinaus rückt der Fall erneut die Bedeutung von Transparenz bei den Migrationsverfahren in den Fokus und die Konsequenzen, die sich ergeben können, wenn die Behörden der Ansicht sind, dass die Staatsbürgerschaft durch Täuschung erlangt wurde.

Die zukünftige rechtliche Situation von Bien-Aime hängt nun davon ab, was das Bundesgericht in Miami entscheidet, wo die Regierung nachweisen muss, dass die Staatsbürgerschaft auf illegale Weise oder durch das Verschweigen wesentlicher Fakten erlangt wurde.

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