María Victoria Gil Fernández batte darum, dass ihr Bruder, der ehemalige kubanische Minister für Wirtschaft Alejandro Gil Fernández, als politischer Gefangener anerkannt wird, nachdem sein Urteil vom Obersten Gerichtshof von Kuba bestätigt wurde.
In einem Interview mit CiberCuba versicherte die ehemalige Anwältin und ehemalige Moderatorin des kubanischen Fernsehens, dass der Gerichtsprozess gegen ihren Bruder politischen Motiven entspreche und beklagte, was sie als Verfolgung innerhalb des eigenen Machtgefüges empfindet.
Der Oberste Gerichtshof hat kürzlich das Urteil gegen den ehemaligen Regierungsbeamten bestätigt, das lebenslange Gefängnis wegen Spionage und 30 Jahre Gefängnis wegen Korruption umfasst.
Laut ihrer Schwester erwartete die Familie, dass das Urteil überprüft oder geändert würde, aber letztendlich blieb es unverändert.
Während des Interviews erläuterte er, dass die Korruptionsvorwürfe gegen seinen Bruder auf Ereignissen aus den 1990er Jahren basieren, als Alejandro Gil als Geschäftsführer des Unternehmens Caudal tätig war.
Laut seiner Version dreht sich der Fall um Tantiemen im Gesamtwert von etwa 4.000 CUC.
Laut María Victoria Gil wäre dieses Geld später einer Cousine der Familie übergeben worden, damit sie es „de cucharita“ in Dollar wechseln konnte, etwas, das, wie sie erklärte, von der Staatsanwaltschaft genutzt wurde, um die Anklage wegen Geldwäsche zu erstellen.
Die Schwester des ehemaligen Ministers betonte, dass es sich um Vorgänge handelt, die vor mehr als drei Jahrzehnten stattgefunden haben, und dass sie aus juristischer Sicht als verjährt oder jedenfalls als Verwaltungsübertretungen betrachtet werden sollten.
Wie er erklärte, hatte er Zugang zu den Schlussfolgerungen des Staatsanwalts des Falls, Robert Campbell, auf denen — so behauptet er — ein großer Teil der Korruptionsanklage gegen seinen Bruder basiert.
Gil versicherte, dass das Dokument die Fakten bezüglich dieser 4.000 CUC an Tantiemen, die in den neunziger Jahren erhalten worden wären, detailliert.
Er wies auch darauf hin, dass der Fall seiner Meinung nach eine starke gerichtliche Verfolgung gegen seinen Bruder widerspiegelt und stellte in Frage, dass ein Staatsanwalt mit jahrzehntelanger Erfahrung eine so harte Strafe für diese Taten beantragt hat.
Während des Interviews bezog er sich auch auf die Figur von Rubén Remigio Ferro, der über Jahre hinweg den Obersten Volksgerichtshof von Kuba präsidierte.
Laut seiner Aussage hätte sich Remigio geweigert, das Urteil gegen Alejandro Gil im Korruptionsverfahren zu unterschreiben.
Laut ihrer Version hätte diese Ablehnung zu ihrem Ausscheiden aus dem Amt nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze des höchsten Gerichts des Landes geführt.
María Victoria Gil bestätigte, dass ihr diese Informationen von Quellen übermittelt wurden, die mit dem Justizsystem selbst verbunden sind.
Die Befragte erklärte außerdem, dass ihr Bruder innerhalb der Macht in Ungnade gefallen sei aufgrund der Informationen, zu denen er während seiner Zeit als Minister für Wirtschaft und Planung Zugang hatte.
Laut seinen Angaben hätte der ehemalige Beamte Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem militärischen Konglomerat GAESA entdeckt, einer der wichtigsten Unternehmensgruppen, die von den Streitkräften in Kuba kontrolliert werden.
In diesem Zusammenhang erklärte er, dass innerhalb der Regierung die Entscheidung getroffen worden sei, ihn endgültig von der Macht zu entziehen.
Laut seiner Version hätte Premierminister Manuel Marrero den Auftrag erhalten, Alejandro Gil "politisch auszuschalten".
Trotz ihrer Anschuldigungen erkannte María Victoria Gil auch an, dass ihr Bruder im Falle einer politischen Übergangs in Kuba für seine Rolle im System vor Gericht gestellt werden sollte.
Dennoch bestand er darauf, dass dieser mögliche Prozess mit rechtlichen Garantien und unter einem unabhängigen Rechtssystem stattfinden sollte.
„Wenn es einen Übergang in Kuba gibt, muss mein Bruder dafür verurteilt werden, Teil einer Regierung zu sein, die das Land zerstört hat, aber er muss mit Gerechtigkeit und Garantien verurteilt werden“, erklärte er.
Zur gleichen Zeit erneuerte er seinen Aufruf an die internationale Gemeinschaft, den Fall seines Bruders als politischen Fall zu betrachten.
„Ich möchte die internationale Gemeinschaft auffordern, meinen Bruder als politischen Gefangenen zu betrachten“, erklärte er während des Interviews.
Wie er argumentierte, wenn die kubanische Regierung ihn wegen Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt hat, dann muss sein Fall als der eines politischen Gefangenen und nicht als der eines gewöhnlichen Verbrechers interpretiert werden.
María Victoria Gil versicherte, dass sie den Strafprozess gegen ihren Bruder weiterhin anprangern und eine internationale Kampagne fördern wird, um seinen Fall überprüfen zu lassen und ihn als politischen Gefangenen anerkennen zu lassen.
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