Ökonom Pedro Monreal stellt die neue wirtschaftliche Öffnung des Regimes gegenüber den MIPYMES in Kuba infrage

Mipyme in HavannaFoto © CiberCuba

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Der kubanische Ökonom Pedro Monreal warnte, dass die neue Norm, die Partnerschaften zwischen staatlichen Unternehmen und privaten Akteuren in Kuba erlaubt, ein Bild wirtschaftlicher Öffnung vermitteln könnte, ohne das zentralisierte Modell, das die kubanische Wirtschaft dominiert, tatsächlich zu verändern.

In einer Analyse, die auf seinem Blog auf Substack veröffentlicht wurde, behauptet Monreal, dass das Dekret-Gesetz 144, das offiziell im März 2026 veröffentlicht wurde, einen scheinbaren „prokapitalistischen“ Kurs einführt, ohne jedoch die strukturellen Grundlagen des vom Staat kontrollierten Wirtschaftssystems zu verändern.

Pedro Monreal hinterfragt den Zeitpunkt und den Umfang der neuen Norm

Der Ökonom weist darauf hin, dass das „Timing“ der Norm auffällig ist, da es die logische Abfolge des eigenen Reformprozesses, der in den letzten Jahren vom Regime vorangetrieben wurde, unterbricht.

Seit 2019 folgte die Aktualisierung des Wirtschaftsmodells einem schrittweisen Ansatz: zuerst der rechtliche Rahmen für das System der Staatsunternehmen und danach die Regulierung der kubanischen Mipymes, die 2024 genehmigt wurde.

Die Gesetzgebung über gemischte Unternehmen wurde jedoch eingeführt, ohne dass zuvor ein neues Gesetz über staatliche Unternehmen, das laut Verfassung als „Hauptakteur der nationalen Wirtschaft“ gilt, verabschiedet wurde.

Monreal erinnert daran, dass die Regierung seit Jahren an einer Reform des Staatsunternehmens arbeitet, die sogar als Priorität im legislativen Zeitplan zwischen 2023 und 2027 aufgeführt war. Dennoch wurde ihre Genehmigung immer wieder verschoben, und ihr Status bleibt ungewiss.

In diesem Zusammenhang ist die Auffassung, dass das Inkrafttreten des Dekrets 144 — genehmigt im Dezember 2025, aber erst im März 2026 öffentlich bekannt gemacht — eher als politischer Schritt denn als strukturelle Wirtschaftsreform interpretiert werden kann.

Für Monreal kann die Norm als ein externes Signal fungieren, das dazu dient, eine angebliche Öffnung des kubanischen Wirtschaftsmodells zu demonstrieren, insbesondere in einem Szenario internationaler Druckausübung und möglicher Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.

„Der Inhalt und der Zeitpunkt der Genehmigung lassen die Norm als ein positives Signal nach außen projizieren“, merkt der Ökonom an, warnt jedoch, dass ihre tatsächliche Auswirkung auf die Transformation des Wirtschaftsmodells weiterhin ungewiss ist.

Der Analyst schlägt außerdem vor, dass die Gesetzgebung zu einem diskursiven Instrument der Regierung werden könnte, um zu behaupten, dass das Land Fortschritte in Richtung wirtschaftlicher Veränderungen macht, ohne die staatliche Kontrolle über die Schlüsselbereiche zu verändern.

Eine neue Figur zur Zusammenarbeit von Staatsunternehmen und dem privaten Sektor in Kuba

Die in der Gaceta Oficial Nr. 24 veröffentlichte Regelung legt erstmals einen detaillierten rechtlichen Rahmen für Partnerschaften zwischen staatlichen Unternehmen und nichtstaatlichen Akteuren fest, einschließlich der kubanischen Mipymes und Genossenschaften.

Das Dekret-Gesetz schafft die Figur der gemischten Gesellschaft mit beschränkter Haftung (SRL mixta), die die Gründung von Unternehmen mit gemeinsamem Kapital zwischen dem Staat und dem privaten Sektor in Kuba ermöglicht.

Die staatlichen Unternehmen können neue Gesellschaften mit privaten Mipymes gründen, Anteile an bestehenden Unternehmen erwerben, private Firmen aufkaufen oder wirtschaftliche Partnerschaftsverträge unterzeichnen, ohne eine neue juristische Person zu schaffen.

Die Regierung behauptet, dass diese Allianzen darauf abzielen, die nationale Produktion zu steigern, Devisen zu generieren und die sogenannten „Produktionsverknüpfungen“ innerhalb der kubanischen Wirtschaft, insbesondere auf kommunaler Ebene, zu stärken.

Die zentrale Kontrolle bleibt entscheidend. Alle Vereine müssen vom Ministerium für Wirtschaft und Planung genehmigt werden, das jede Operation durch eine Evaluierungskommission überwachen wird.

Obwohl die neuen Gesellschaften Befugnisse wie den direkten Import und Export, die Verwaltung von Devisenkonten und die Festlegung von Löhnen haben werden, werden sie weiterhin den staatlichen Mechanismen zur finanziellen Kontrolle und der Berichterstattung über strategische Indikatoren unterliegen.

Mitten in einer Krise, die von Inflation, Angebotsengpässen und sinkender Kaufkraft geprägt ist, versucht das Regime, den privaten Sektor in Kuba als produktiven Verbündeten zu integrieren.

Die große Ungewissheit besteht darin, ob die neuen Regeln tatsächlich in der Lage sein werden, die Wirtschaft zu beleben, oder ob sie durch dieselbe bürokratische Struktur, die frühere Reformen gebremst hat, eingeschränkt bleiben.

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