¿Invesitieren in Kuba im Jahr 2026? Die Frage rückt nach der Ankündigung des Vizepremierministers Óscar Pérez-Oliva Fraga über eine angebliche Öffnung für die Diaspora, um an kubanischen MIPYME und anderen privaten Geschäften im Land teilzunehmen, wieder ins Zentrum der Diskussion.
Der offizielle Diskurs mag für einige kubanische Unternehmer im Ausland ansprechend erscheinen, aber der wirtschaftliche Kontext und das Fehlen von Garantien wiegen nach wie vor stärker als die auf dem Papier vorhandenen Möglichkeiten.
„Soll ein in der Diaspora lebender Kubaner wirklich jetzt in Kuba investieren wollen, wenn es an Ressourcen mangelt, Stromausfälle gibt und Energiemangel herrscht?“, fragt die private Beratung AUGE, eine in Havanna ansässige Firma, die seit 2014 private Unternehmen berät.
Ihr Analyse fasst den Skeptizismus zusammen, der unter potenziellen kubanischen Investoren dominiert: Misstrauen und das Fehlen eines soliden rechtlichen Rahmens bleiben die Hauptbremsen für die Entscheidungsfindung.
Die neuen Maßnahmen der Regierung zielen darauf ab, die ausländischen Investitionen in Kuba zu reaktivieren, indem sie es den Emigranten ermöglichen, Unternehmen zu gründen, Anteile an bereits bestehenden kubanischen Mipymes zu erwerben oder sich durch Mischformen mit Einrichtungen im Land zusammenzuschließen. Zudem wird die Tür für ihre Beteiligung am finanziellen System geöffnet, eine unübliche Maßnahme in einem stark vom Staat kontrollierten Umfeld.
Sin embargo, investieren in Kuba ist ein gefährliches Spiel für diejenigen, die die Regeln nicht verstehen oder für diejenigen, die glauben, dass es klare Regeln gibt. Das rechtliche Rahmenwerk ist wechselhaft, die Schlüsselentscheidungen hängen von der politischen Macht ab und nicht von unabhängigen Institutionen, und die Eigentumsrechte sind nicht durch wirksame Garantien geschützt.
Hinzu kommt die Intransparenz in der Verwaltung, die Schwierigkeiten, sich an unparteiische Gerichte zu wenden, und das Risiko, dass jedes Geschäft willkürlichen administrativen Entscheidungen des kubanischen Regimes ausgesetzt ist.
In diesem Umfeld wettbewerbt der Investor nicht unter gleichen Bedingungen, sondern innerhalb eines Systems, in dem der Staat weiterhin die Vorteile behält, obwohl er behauptet, sich darauf zu konzentrieren, den Interessen der Unternehmer gerecht zu werden.
In diesem Sinne weist der kubanische Ökonom Pedro Monreal darauf hin, dass die neuen Maßnahmen der Regierung zur Ermöglichung der Teilnahme von Auswanderern an der Wirtschaft, insbesondere im Agrarsektor, begrenzt, widersprüchlich und unklar sind.
Es gibt ein großes landwirtschaftliches Potenzial, aber die politischen Maßnahmen bleiben ineffektiv und restriktiv. Die Regierung scheint diese „Möglichkeiten“ in Richtung ausländischer Investitionsprogramme zu lenken, jedoch ohne echte strukturelle Veränderungen. Zudem fällt auf, dass die Ankündigung, Emigranten das Nutzungsrecht zu erlauben, nicht einmal im Entwurf des Grundstücksgesetzes von 2025 vorgesehen ist, was auf eine improvisierte Maßnahme hinweist.
Es wird auch die Widersprüchlichkeit hervorgehoben, Ausländern oder Emigranten Zugang zu gewähren, während dieses Recht nationalen Privatunternehmen weiterhin verweigert wird, in einem landwirtschaftlichen Modell, das als veraltet betrachtet wird. Seiner Ansicht nach erzeugen die Maßnahmen ein falsches Gefühl der Offenheit, ohne die grundlegenden Probleme des kubanischen Agrarsystems zu lösen.
Laut AUGE formen die neuen Veränderungen drei klare Szenarien: die Gründung neuer Mipymes durch Kubaner im Ausland, den Einstieg als Partner in bereits bestehende Privatunternehmen und die Partnerschaft von ausländischen Unternehmen mit lokalen Akteuren.
Dennoch weist das Unternehmen darauf hin, dass diese Schritte nicht unbedingt tiefgreifende regulatorische Veränderungen mit sich bringen, was den tatsächlichen Umfang der von Pérez-Oliva Fraga angekündigten Maßnahmen einschränkt.
Das zugrunde liegende Problem bleibt strukturell. Kuba sieht sich einer wirtschaftlichen Schrumpfung, wiederkehrenden Stromausfällen und einem Geschäftsumfeld gegenüber, das von Intransparenz geprägt ist. Hinzu kommt eine Geschichte von Misserfolgen bei den Auslandsinvestitionspolitiken und das Fehlen von Rechtsicherheit, Faktoren, die historisch betrachtet das Kapital abgeschreckt haben.
In diesem Szenario bleibt die große Ungewissheit bestehen. Werden diese Maßnahmen tatsächlich Investitionen anziehen oder werden sie ein weiterer gescheiterter Versuch des Regimes bleiben, Devisen zu generieren?
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