ICE entlässt gegen Kaution eine kolumbianische Journalistin, die über Migration berichtet, nach über zwei Wochen in Haft

Kolumbianische Reporterin Estefany RodríguezFoto © Nashville Noticias

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Die kolumbianische Journalistin Estefany Rodríguez wurde gegen Kaution freigelassen, nachdem sie mehr als zwei Wochen vom Immigration and Customs Enforcement (ICE) in den Vereinigten Staaten festgehalten wurde. Dieser Fall hat Besorgnis bei Organisationen ausgelöst, die sich für die Pressefreiheit und die Rechte von Einwanderern einsetzen.

Rodríguez, Reporterin von Nashville Noticias und Mitarbeiterin von Univision 42 in Tennessee, war am 4. März im Süden von Nashville verhaftet worden, während sie sich in einem Fahrzeug mit dem Logo des Mediums, für das sie arbeitet, bewegte.

Ihr Anwalt, Mike Holley, Vertreter der Koalition für die Rechte von Einwanderern und Flüchtlingen in Tennessee, bestätigte der Agentur EFE (zitiert von Telemundo 51) die Entlassung aus der Haft und kündigte an, dass sie weiterhin für ihr Recht eintreten werden, im Land zu bleiben.

Die Verteidigung argumentiert, dass die Festnahme mit seiner journalistischen Arbeit in Verbindung steht, da sich Rodríguez auf die Berichterstattung über Migrationsfragen in den Vereinigten Staaten konzentriert hat. Zudem wird angeprangert, dass die Festnahme ohne richterlichen Beschluss erfolgte, was seine verfassungsmäßigen Rechte verletzt.

Auf der anderen Seite wurde der ICE-Einsatz von bewaffneten Beamten durchgeführt, was vom rechtlichen Team der Reporterin in Frage gestellt wird, da sie dies als unverhältnismäßige Maßnahme ansehen.

Die Festnahme erfolgte unter dem Vorwand, dass die Journalistin nicht zu zwei termingerechten Treffen mit den Migrationsbehörden erschienen sei, die im Rahmen ihres Asylantrags vorgesehen waren.

Dennoch behauptet ihr Ehemann, ein amerikanischer Staatsbürger, dass eine der Benachrichtigungen nie im offiziellen System erschien, während die andere mit einem Wintersturm zusammenfiel, der den Transport unmöglich machte.

Nach ihrer Verhaftung wurde Rodríguez zunächst in ein Gefängnis in Alabama und später in eine Einrichtung in Louisiana gebracht, wo sie bis zu ihrer Freilassung am Donnerstagabend blieb.

Der Fall hat eine erhebliche Reaktion von zivilgesellschaftlichen Organisationen hervorgerufen.

Eine Gruppe von 41 Organisationen, die sich für die Pressefreiheit einsetzen, hat einen Brief an ICE geschickt, in dem sie dessen Freilassung fordert, da sie der Meinung ist, dass seine Inhaftierung die Garantien des Ersten Verfassungszusatzes verletzen könnte.

Rodríguez, die mit einem US-Bürger verheiratet ist und Mutter einer achtjährigen Tochter, hatte 2021 Asyl beantragt, nachdem sie Todesdrohungen in Kolumbien aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit über bewaffnete Gruppen gemeldet hatte.

Ihre Migrationgeschichte geht auf dasselbe Jahr zurück, als sie mit einem Touristenvisum in die Vereinigten Staaten einreiste. Anschließend leitete sie das Asylverfahren ein und suchte gleichzeitig, ihren Status durch die Ehe zu regularisieren. Nach Angaben ihrer Verteidigung hat sie niemals formellen Anklagen vor einem Einwanderungsgericht gegenübergestanden.

Die Festnahme ereignete sich am Morgen, als mehrere Fahrzeuge das Auto umringten, in dem sie zusammen mit ihrem Ehemann vor einem Fitnessstudio in Nashville saß. Aussagen aus ihrem Umfeld beschreiben einen Einsatz von mindestens acht bewaffneten Beamten.

Während die Anwälte argumentieren, dass keine rechtliche Grundlage für seine Festnahme und kein Fluchtgefahr bestand, behaupten die Einwanderungsbehörden, dass Rodríguez seit September 2021, nach Ablauf seines Visums, illegal im Land verweilte.

Der Fall ist auch Teil eines breiteren Kontexts der Verschärfung der Migrationspolitik und des Anstiegs von Festnahmen durch ICE, was zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten vor Bundesgerichten geführt hat.

Organisationen, die sich für Einwanderer einsetzen, warnen, dass diese Praktiken zunehmend die lateinamerikanischen Gemeinschaften betreffen, darunter zahlreiche Kubaner.

Obwohl Rodríguez bereits gegen Kaution frei ist, läuft sein rechtlicher Status weiterhin und wird in den kommenden Gerichtsverhandlungen geprüft.

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