Videos von Abschieden, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, dokumentieren mit Schärfe die Abwanderung einer Generation junger Kubaner, die die Insel nicht aus eigenem Willen verlässt, sondern von der Verzweiflung dazu gezwungen wird.
Im März 2026 sind mehrere dieser Beiträge viral geworden, haben Tausende von Aufrufen gesammelt und sind zum ehrlichsten Porträt dessen geworden, was es heute bedeutet, aus Kuba auszureisen.
Die Content-Erstellerin Katherin, bekannt als Aprendedora Jeje, veröffentlichte auf Instagram ein Video, das kurz vor ihrer Abreise aus dem Land aufgenommen wurde. "Die letzten Stunden fühlen sich nicht episch an, sie fühlen sich seltsam an", gestand sie.
Seine eindringlichste Botschaft kam am Ende: "Hat man uns etwa eine andere Wahl gelassen? Ich bin nicht wegen der unerträglichen Stromausfälle aus Kuba gegangen. Ich bin aus Kuba gegangen, weil ich frei sein möchte. Ich möchte ohne Angst denken und sprechen."
Der kubanische Musiker Axere veröffentlichte ein Abschiedsvideo, in dem er sein Lied "Otro año en Cuba" verwendet, und es hat mehr als 153.000 Aufrufe. "Ich werde nicht lügen, im tiefsten Inneren will ich wirklich nicht gehen", gestand er.
Der Song wurde am 31. Dezember veröffentlicht und enthält einen Schrei, den tausende Kubaner wiederholen: "¡Sáquenme de aquí repinga!".
Diese Woche veröffentlichte der Content-Creator Alejo Valdés Quintana ein Video auf Instagram, das die kollektive Frustration eindringlich erklärt.
"Die Sache steht schlecht. Wir warten alle darauf, dass jemand in Kuba etwas unternimmt", sagte er und deutete sowohl auf das Regime als auch auf Washington.
"Aus meiner Sicht interessiert sich das kubanische Volk nicht für sie. Dich interessiert es nicht. Mich interessiert es nicht." Seine Schlussfolgerung war eindeutig: "Die einzige machbare Option ist, einen Weg zu finden, das Land zu verlassen".
Der Hintergrund dieser Abschiede ist die tiefste Krise, die Kuba seit 1959 erlebt hat. Die Migrationswelle von 2021 ist verheerend für das Land und scheint keinen unmittelbaren Halt zu finden.
Im Februar bat Miguel Díaz-Canel die Jugend um Vertrauen in die Regierung, doch seine Worte klangen leer für tausende Kubaner, die die Insel verlassen, und es wurde deutlich, dass es schmerzt zu gehen, aber in Kuba zu bleiben keine Option mehr ist.
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