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SAIC Motor, der staatliche chinesische Gigant und Eigentümer der Marke MG, hat Spanien ausgewählt, um seine erste europäische Fabrik für Elektrofahrzeuge zu errichten, wie Bloomberg unter Berufung auf anonyme Quellen aus dem Umfeld der Operation berichtete.
Die Entscheidung bedeutet, dass Spanien sich gegenüber Ungarn, dem anderen großen Anwärter, durchsetzt, was einen weiteren Fortschritt der chinesischen Automobilindustrie im europäischen Markt darstellt, um die von Brüssel auferlegten Zölle zu umgehen.
Die von Bloomberg konsultierten Quellen warnten, dass die Operation noch nicht abgeschlossen ist: „Die Entscheidung ist noch nicht endgültig getroffen. Es fehlen noch wichtige Details, wie zum Beispiel die Höhe der Investition von Saic Motor, die Produktionskapazität des Werks oder die Zeitrahmen.“
Galicien erweist sich als die bevorzugte Region für die Ansiedlung, dank ihres etablierten automobilindustriellen Ökosystems rund um das Werk von Stellantis in Vigo.
Im Dezember 2025 besuchte eine Delegation von SAIC bereits Galicien, um sich mit der regionalen Regierung und der Hafenbehörde von Vigo zu treffen. In diesem Monat reiste der Präsident der Xunta, Alfonso Rueda, nach Shanghai, um sich mit Führungskräften des Unternehmens zu treffen und dessen Forschungs- und Entwicklungszentrum zu besichtigen.
Die Strategie von SAIC reagiert direkt auf die Zölle, die die Europäische Union seit Oktober 2024 auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge erhebt, mit Sätzen zwischen 7,8% und 35,3%.
SAIC unterstützt genau das obere Ende dieses Spektrums, was es für das Unternehmen besonders dringend macht, innerhalb des europäischen Blocks zu produzieren.
Der diplomatische Kontext hat ebenfalls eine entscheidende Rolle gespielt: Der Präsident der spanischen Regierung, Pedro Sánchez, besuchte Mitte April China und traf sich mit Vertretern von SAIC und weiteren neun chinesischen Unternehmen, um Spanien als Investitionsstandort vorzustellen.
SAIC, der siebtgrößte Autohersteller der Welt nach Verkaufszahlen im Jahr 2025, erwarb die britische Marke MG im Jahr 2007 nach der Insolvenz von Rover und ist außerdem an Joint Ventures mit General Motors und Volkswagen beteiligt, um seine Fahrzeuge in China zu produzieren.
En paralelo, Leapmotor —die chinesische Marke, die zur Stellantis-Gruppe gehört— unternahm einen weiteren wichtigen Schritt: Am vergangenen Mittwoch wurden die Bestellungen in Europa für ihr neues Modell B05 eröffnet, ein sportlicher Elektro-Hatchback der Kategorie C, mit Preisen ab 26.900 Euro.
Die Markteinführung wurde am Donnerstag auf der Pekinger Automobilausstellung unter dem Motto „Eine neue Antwort auf die Welt“ angekündigt, mit der Anwesenheit von über 100 internationalen Medien aus fünf Kontinenten.
Leapmotor produziert bereits in der Stellantis-Anlage in Figueruelas, Zaragoza, was es ihnen ermöglicht, die europäischen Zölle zu umgehen und preislich mit den lokalen Herstellern zu konkurrieren.
Das Unternehmen lieferte im Jahr 2025 weltweit nahezu 600.000 Fahrzeuge aus und erzielte im ersten Jahr Rentabilität; im ersten Quartal 2026 übersprangen seine Exporte ins Ausland die 40.000 Einheiten, ein historischer Rekord.
Beide Nachrichten erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem chinesische Marken bereits mehr als 11% der Autoverkäufe in Spanien ausmachen, im Vergleich zu den 6,64%, die sie 2024 verzeichneten.
MG war die meistverkaufte chinesische Marke in Spanien im Jahr 2025, mit 45.163 Fahrzeugen, die registriert wurden, und ihr Modell MG ZS belegte den dritten Platz im nationalen Verkaufsranking, vor dem Seat Ibiza.
Spanien festigt sich somit als das wichtigste europäische Ziel für die chinesische Automobilindustrie: CATL legte im November 2025 den Grundstein für sein Batteriewerk in Zaragoza, das eine Kapazität von 4.000 Arbeitsplätzen schaffen soll, und Chery produziert in der Freihandelszone von Barcelona in Zusammenarbeit mit Ebro-EV Motors, mit der Prognose, bis 2027 1.200 Beschäftigte zu erreichen.
Laut den Prognosen des Sektors könnten chinesische Marken im Jahr 2030 einen Marktanteil von 25% im spanischen Automobilmarkt erreichen.
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