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Der siebte Jahrestag der Entführung der kubanischen Ärzte Landy Rodríguez Hernández und Assel Herrera Correa verging am 12. April ohne eine einzige offizielle Erwähnung der kubanischen Regierung, was ein Muster des fortschreitenden Schweigens festigt, das das unabhängige Medium Diario de Cuba mit Zeugenaussagen von Personen dokumentiert hat, die den Familien der verschwundenen Mediziner nahe stehen.
Beide Ärzte wurden am 12. April 2019 in Mandera, im Nordosten Kenias, entführt, als sie im Konvoi mit bewaffneter Eskorte von ihren Wohnsitzen zum Mandera Referral Hospital unterwegs waren.
Der Angriff wurde der jihadistischen Gruppe Al-Shabaab zugeschrieben und kostete das Leben eines kenianischen Polizisten. Mandera wurde aufgrund ihrer Nähe zu Somalia als Hochrisikogebiet eingestuft und hat dokumentierte Vorgeschichten von Angriffen auf ausländisches Personal.
En Februar 2024 verbreitete Al-Shabaab eine Mitteilung über Telegram, in der behauptet wurde, dass beide Ärzte bei einem Luftangriff des US Africa Command (AFRICOM) in Jilib, Somalia, ums Leben gekommen seien.
Die Version wurde nie unabhängig verifiziert: AFRICOM kam im Juni 2024 zu dem Schluss, dass «keine Schäden an Zivilisten» bei diesem Einsatz verursacht wurden.
Der siebte Jahrestag der Entführung kam und verging, ohne dass eine kubanische Behörde ihn öffentlich erwähnte. Dieses familiäre Schweigen ist nicht zufällig.
Diario de Cuba erhielt Zeugenaussagen von Personen, die den Familien der Ärzte nahestehen, die erklärten, dass die Angst vor Repressalien schwerer wiegt als das Bedürfnis nach Sichtbarkeit.
Zu den genannten Sorgen zählen der mögliche Rückzug staatlicher Unterstützung, Reisebeschränkungen und der Verlust jedweden Kanals – sei er noch so prekär – um Informationen über ihre Angehörigen zu erhalten. Die Familien haben keine Interviews gegeben und keine öffentlichen Kampagnen veranstaltet, um Antworten zu fordern.
Die kubanische Regierung erkannte 2024 an, dass sie «keine Informationen oder Beweise hat, um zu bestätigen, ob die Ärzte leben oder tot sind», und versprach, zu untersuchen.
Zwei Jahre nach diesem Versprechen, gibt es keine offizielle Bestätigung über den Tod der Ärzte und keine öffentlichen Beweise für endgültige Maßnahmen zur Aufklärung der Ereignisse oder zur Rückgewinnung möglicher Überreste.
Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez erklärte im April 2025, dass „die Bemühungen fortgesetzt werden, um seine Situation zu klären“, ohne jedoch konkrete Fortschritte zu berichten.
Sieben Jahre nach der Entführung veranschaulicht der Fall Rodríguez und Herrera die Konvergenz von drei Dynamiken, über die das Regime lieber nicht diskutieren möchte: die Exposition von Mitarbeitenden in hochriskanten Umgebungen ohne öffentliche Sicherheitsbewertungen, die intransparente Vertragslage, die ihren Einsatz regelt, und die politische Manipulation von Informationen, wenn in den medizinischen Missionen Kubas etwas schiefgeht.
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