Lis Cuesta lädt Israel Rojas zu einer Debatte am ISA nach einer umstrittenen Interview ein

Die Geste wurde als Strategie der Regierung interpretiert, um umstrittene Persönlichkeiten zu rehabilitieren, ohne das System zu verletzen.

Lis Cuesta und Israel RojasFoto © Collage/Youtube/Cuadrando la Caja und La Joven Cuba

Die Direktorin für Veranstaltungen des Ministeriums für Kultur und Ehefrau des Regierungschefs Miguel Díaz-Canel, Lis Cuesta Peraza, kündigte an diesem Dienstag auf ihrem X-Konto an, dass der Musiker Israel Rojas, Leiter der Gruppe Buena Fe, in seinem Seminar am Instituto Superior de Arte (ISA) teilnehmen wird, im Rahmen einer akademischen Debatte über die Kulturindustrien.

„Ich hatte einen glücklichen und produktiven Austausch mit Israel von B.F (Buena Fe). Er wird in meinem Klassenzimmer am ISA sein“, schrieb Cuesta, der zudem erklärte, dass „der Studiengang in Management mit kreativen Köpfen geehrt wird, die Barrieren überwinden und viel beisteuern können“.

Captura von X/Lis Cuesta

Die Ankündigung erfolgt nur 24 Stunden, nachdem ein Interview von Rojas auf dem YouTube-Kanal von La Joven Cuba eine intensive Welle der Kritik ausgelöst hat, die von vielen als verzweifelter Versuch eines „diskursiven Reakommodierens“ innerhalb des Offizialismus bezeichnet wurde.

In dem Gespräch sprach der Musiker von nationaler Versöhnung und schlug die Möglichkeit eines Gnadenerlasses für einige Gefangene des 11J vor, ohne jedoch die Repression, die staatliche Gewalt oder den Autoritarismus zu benennen, die das Regime in den letzten Jahren geprägt haben.

Israel Rojas ist einer der Musiker, die am stärksten mit der Macht verbunden sind. Er verteidigt öffentlich die Regierung, leugnet die Existenz politischer Gefangener und delegitimiert die Demonstrierenden vom 11J, indem er sich der Erzählung anschließt, die sie als Kriminelle oder Verwirrte bezeichnet. Sogar im Jahr 2023 vermied er das Thema: „Soweit ich weiß, nein“, antwortete er, als er nach den politischen Gefangenen gefragt wurde.

Deshalb wurde seine rhetorische Wendung mit Skepsis aufgenommen. Anstatt einen Bruch mit der Straflosigkeit zu signalisieren, wurden seine Worte als eine berechnete Ambiguität verstanden, die dem Regime nützlich ist, aber von dem echten Schmerz, den tausende kubanische Familien, die immer noch auf Gerechtigkeit warten, durchleben, disconnectiert ist.

Die plötzliche Einbringung von Rojas als „Referenzperson“ im Klassenraum von Lis Cuesta wurde als ein weiterer Schritt in der Strategie der Regierungspartei interpretiert, um abgedroschene Figuren zu recyceln, indem man ihnen Platz innerhalb der Institutionen des Machtapparates bietet, während jegliche tiefgreifende Infragestellung des Systems vermieden wird.

Es ist kein Zufall, dass Lis Cuesta, eine Person ohne offizielle Position, aber mit bemerktem Einfluss im öffentlichen Leben Kubas, diese symbolische Rehabilitation anführt. Ihr Werdegang ist gut bekannt, sie wechselte von einer kulturellen Funktionärin in Holguín zur Veranstalterin von Events, Begleiterin bei Präsidentenreisen und leidenschaftlichen Verfechterin des Kastorianismus in sozialen Medien, wo sie in mehreren Skandalen im Mittelpunkt stand, angefangen von der Bezeichnung „Diktator meines Herzens“ für Díaz-Canel bis hin zu der Verharmlosung der Auswirkungen der Energiekrise im Jahr 2022 mit gefühlskalten Äußerungen.

Sein Versuch, den ISA als einen „Raum für Debatten“ zu festigen, steht im Kontrast zur institutionellen Stille angesichts der Belagerung, Zensur und des erzwungenen Exils von Dutzenden von Künstlern, die sich tatsächlich getraut haben, abweichende Meinungen zu äußern.

Häufig gestellte Fragen zum Debatte am ISA mit Israel Rojas und dem Einfluss von Lis Cuesta

Warum wird Israel Rojas an einer Debatte im ISA teilnehmen?

Israel Rojas wird an einer Debatte am Instituto Superior de Arte (ISA) teilnehmen, als Teil eines akademischen Debatten über die Kulturindustrien, wie Lis Cuesta, die Direktorin für Veranstaltungen des Ministeriums für Kultur und Ehefrau von Miguel Díaz-Canel, ankündigte. Diese Veranstaltung wird als Versuch des Regimes angesehen, Figuren, die mit dem offiziellen Kurs übereinstimmen, wiederzubeleben und ihnen Raum innerhalb der institutionellen Strukturen zu geben, die mit der Macht verbunden sind.

Was hat das jüngste Interview mit Israel Rojas ausgelöst?

Die Interview von Israel Rojas auf dem YouTube-Kanal von La Joven Cuba hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Es wurde als Versuch einer sprachlichen Umstrukturierung innerhalb des Offizialismus angesehen, da Rojas von nationaler Versöhnung sprach, jedoch ohne die staatliche Repression oder die Gewalt des Regimes anzusprechen, was viele als eine Überlebensstrategie und nicht als einen echten Wandel interpretierten.

Welches ist die Rolle von Lis Cuesta in der kubanischen Kulturdiskussion?

Lis Cuesta war aktiv darin, kulturelle Debatten und Veranstaltungen in Kuba zu fördern, sogar indem sie an Diskussionen über Musikgenres wie den Reparto teilnahm. Dennoch steht ihr Versuch, Debattenräume zu konsolidieren, im Kontrast zu dem institutionellen Schweigen angesichts der Zensur und des Exils von regierungskritischen Künstlern, was Kritik an ihrem tatsächlichen Einfluss und ihrer Rolle im kubanischen Kultursystem hervorgerufen hat.

Wie wurde die Teilnahme von Israel Rojas und Lis Cuesta an diesen Ereignissen interpretiert?

Die Teilnahme von Israel Rojas und Lis Cuesta an diesen Veranstaltungen wird als Strategie des Regimes gesehen, um eine falsche Öffnung zum Dialog zu projizieren, während das System nicht in Frage gestellt wird. Trotz der Versuche, ein Bild des Austausches und der Versöhnung zu zeigen, sind viele der Ansicht, dass diese Bemühungen eher PR-Manöver sind, um die ideologische Kontrolle aufrechtzuerhalten.

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