Johana Tablada reagiert auf Kritik aus Washington: "Ich habe niemals gesagt, dass die Blockade nicht existiert."

Die kubanische Diplomatin warf Washington vor, ihre Worte über die Blockade und die Lebensmittelimporte aus den Vereinigten Staaten zu manipulieren, angesichts der Kritiken aus der Zivilgesellschaft und einer Versorgungsengpasskrise in Kuba.

Marco Rubio und Johana TabladaFoto © X / @SecRubio - Facebook / Johana Tablada

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Die jüngste Kontroverse um die Äußerungen von Johana Tablada de la Torre, Diplomatin des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten Kubas (MINREX) und neuernannten Botschafterin, hat die Spannungen zwischen Havanna und Washington erneut angeheizt.

Nach der Aussage in einem Interview, dass Kuba „alles Hähnchen kaufen kann, was es will“ in den Vereinigten Staaten, wurde die Beamtin vom Außenministerium scharf kritisiert, das sie als „Marionette der kubanischen Diktatur“ bezeichnete.

Bildschirmaufnahme Facebook / Johana Tablada

In einer Nachricht, die in dem sozialen Netzwerk X verbreitet wurde, erklärte das Büro für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre des Außenministeriums, dass "die Funktionäre des kubanischen Regimes nun offen zugeben, was wir schon immer gewusst haben: Es gibt keine Blockade."

Der Text zielte direkt auf Tablada de la Torre, den er als Beispiel für die angebliche Widersprüchlichkeit der kubanischen Regierung nannte, die den Lebensmittelkauf in den Vereinigten Staaten anerkennt.

„Das Regime ist es, das das Land bremst. Es ist an der Zeit, echte wirtschaftliche Freiheiten für das kubanische Volk zu ermöglichen, nicht für die von den Sicherheitsdiensten geleiteten Unternehmen“, fügte das US-Außenministerium in einer Erklärung hinzu, die auch den Ministerpräsidenten Manuel Marrero Cruz aufgrund seiner Pläne, die Insel zu einem regionalen Logistikzentrum der Eurasischen Wirtschaftsunion zu machen, einbezog.

Die Antwort von Tablada

Tablada de la Torre reagierte scharf. In einer ausführlichen Nachricht, die sie auf Facebook veröffentlichte, beschuldigte sie Washington, ihre Aussagen zu manipulieren und eine irreführende Erzählung zu konstruieren, um „den wirtschaftlichen Krieg gegen Kuba zu rechtfertigen“.

Weder ich noch der Präsident noch irgendein kubanischer Funktionär hat jemals gesagt, dass die Blockade nicht existiert. Diese Veröffentlichung eines offiziellen Mediums der Vereinigten Staaten lügt wieder einmal und auf sehr irreführende und verschobene Weise, versicherte er.

Die Diplomatin denounced what she described as a "medial lynching" and pointed out that the U.S. government resorts to "distortion and absolute lies" to discredit the officials of the island.

Er teilte auch das vollständige Interview, das er dem offiziellen Videopodcast Alma Plus gegeben hat, in dem er präzisierte, dass, obwohl die Gesetze den Kauf von Lebensmitteln auf dem nordamerikanischen Markt erlauben, diese Geschäfte strengen "belastenden" Bedingungen und Vorschriften unterliegen, die den Handel erschweren.

„Kuba kann Hähnchen in den Vereinigten Staaten kaufen, aber nur unter einem Vorauszahlungsmodell, mit zusätzlichen Kosten und finanziellen Einschränkungen, die diese Transaktionen viel komplizierter und teurer machen“, erklärte er.

Der wirtschaftliche Hintergrund

Die Kontroverse bricht inmitten der Versorgungskrise aus, die die kubanische Bevölkerung trifft. Hühnerfleisch, das wichtigste Importprodukt aus den Vereinigten Staaten, gehört zu den am stärksten fehlenden Grundnahrungsmitteln auf der Insel.

Según dem Wirtschafts- und Handelsrat USA-Kuba, stiegen die Exporte von Lebensmitteln und Agrarprodukten auf die Insel im ersten Halbjahr 2025 um 16,6 % und erreichten 243,3 Millionen Dollar.

Allein im Juni beliefen sich die Verkäufe auf 38,4 Millionen, was einem Anstieg von 10 % im Vergleich zum gleichen Monat 2024 entspricht. 54 % dieser Transaktionen entfielen auf Hühnerfleisch, das nach wie vor das gefragteste Produkt auf dem kubanischen Markt ist.

Diese Transaktionen erfolgen im Rahmen des Gesetzes über die Reform der Handelssanktionen und die Verbesserung der Exporte von 2000 sowie des Gesetzes über die Demokratie in Kuba von 1992, das direkte Barverkäufe von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten an die Insel autorisiert.

Während Havanna behauptet, dass das Embargo weiterhin ein zentrales Hindernis für seine Finanzen und seinen Außenhandel darstellt, argumentiert Washington, dass das eigentliche Hindernis im kubanischen Wirtschaftssystem liegt, das von staats- und militärischen Unternehmen dominiert wird, die die Möglichkeiten der Bürger einschränken.

Politischer und narrativer Zusammenprall

Die Kontroverse spiegelt einen alten Streitpunkt zwischen den beiden Regierungen wider: die Auslegung der Auswirkungen des amerikanischen Embargos.

Für das kubanische Regime stellt die Sanktionspolitik einen „wirtschaftlichen Krieg“ dar, der jede Möglichkeit der Entwicklung behindert.

Für Washington hingegen enthält das Embargo Ausnahmen, die beweisen, dass die Ursachen für den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Insel nicht in den Sanktionen liegen, sondern im vorherrschenden politischen Modell.

Tablada bedankte sich in seiner Veröffentlichung für die Solidaritätsbekundungen derjenigen, die das, was er als „koordinierten Angriff“ gegen seine Person bezeichnete, angezeigt haben.

Dennoch rückten die Worte der Diplomatin die inneren Widersprüche der offiziellen Rhetorik wieder in den Vordergrund: Während sie zugibt, dass Kuba große Mengen an Lebensmitteln auf dem amerikanischen Markt erwerben kann, besteht sie darauf, das Embargo für die schwere Versorgungskrise, die das Land betrifft, verantwortlich zu machen.

Die mediale und diplomatische Auseinandersetzung zwischen Tablada und dem Außenministerium fügt somit ein neues Kapitel zu der langen Konfrontation zwischen Havanna und Washington hinzu, vor dem Hintergrund einer zunehmend angeschlagenen kubanischen Wirtschaft und einer Bevölkerung, die weiterhin unter dem Mangel an grundlegenden Produkten leidet.

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