Kollaps der Bestattungsdienste in Kuba: Verspätungen, defekte Leichenzüge und Proteste von Angehörigen

Der Zusammenbruch der Bestattungsdienste in Kuba zeigt eine strukturelle Krise mit defekten Bestattungswagen, Mangel an Särgen und Verzögerungen bei Überführungen, was Empörung und Familienproteste zur Folge hat.

Bilder des EreignissesFoto © Captura de video Instagram / mariojpenton

Die Feier eines Begräbnisses, die für Dienstagnachmittag angesetzt war, wurde durch eine Panne des Leichnamswagens, der den Leichnam transportieren sollte, beeinträchtigt. Dies zwang dazu, ihn an ein anderes Fahrzeug anzuhängen und durch die Straßen der Stadt bis in die Nacht hinein zu schleppen.

Im Video, das der Journalist Mario J. Pentón in seinen sozialen Medien veröffentlicht hat, ist zu sehen, wie die Leichenschau (offenbar ein sowjetischer Volga) mit Seilen und Ketten von einem roten klassischen Fahrzeug, in Kuba als „almendrón“ bekannt, gezogen werden musste. Dies geschah zur Ungläubigkeit und Entrüstung der Nachbarn und Trauernden.

Die Szene, ungewöhnlich und schmerzhaft, fügte den Angehörigen und Verwandten ein zusätzliches Element des Leidens hinzu, als sie sahen, wie die Beerdigung mehr zu einer mechanischen Odyssee als zu einem Moment der Andacht wurde.

Verzögerungen und Anzeigen: Leichen in Wohnungen festgehalten

Por separado, aber am selben Tag, berichtete eine Veröffentlichung in den sozialen Medien über die Verzögerung bei der Ankunft eines Leichenwagens im Haus, in dem der lebloses Körper eines älteren Menschen stundenlang lag.

Die Benutzerin, die als Yaneisi Rojas identifiziert wurde, erklärte, dass der Leichnam ihres Onkels den ganzen Tag auf dem Bett blieb, in dem er gestorben ist, da weder das Leichentuch noch der Sarg verfügbar waren.

Screenshot Facebook / Yaneisi Rojas

Die Betroffene wies darauf hin, dass es von morgens bis abends keinen Transport gab und dass die Verzögerung Empörung auslöste angesichts der Ohnmacht einer Familie, die auf eine minimale institutionelle Antwort wartete.

Dieser Fall kommt zu dem hinzu, der am Dienstag in Holguín gemeldet wurde, wo eine Familie im Reparto Luz mehr als 15 Stunden darauf wartete, dass der Leichnam einer verstorbenen alten Dame abgeholt wurde.

Angesichts des Mangels an institutioneller Antwort beschlossen die Angehörigen, die Leiche aus der Wohnung zu holen und sie auf ein Bett im Eingang des Hauses zu legen, während Nachbarn und Familienangehörige auf der Straße protestierten und den Verkehr blockierten.

Die in den sozialen Medien verbreiteten Bilder zeigten Szenen des Schmerzes und der Empörung, begleitet von Schreien gegen die lokalen Behörden und Beschuldigungen des institutionellen Versagens.

Der Fall, der eine Welle von Kritiken auf digitalen Plattformen auslöste, wurde zu einem Symbol für den Bestattungszusammenbruch im Land, wo die Verzögerungen bei der Abholung von Leichnamen, der Mangel an Särgen und der fehlende Transport den Tod zu einem von Erniedrigung und Hilflosigkeit geprägten Prozess machen.

Strukturelle Krise im kubanischen Bestattungswesen

Mit schmerzhafter Häufigkeit zeigen die Meldungen in den sozialen Netzwerken, dass die angezeigten Fälle nicht isoliert sind, sondern Manifestationen einer strukturellen Krise.

In Provinzen wie Ciego de Ávila sind nur acht der 19 vorhandenen Leichenschauautos einsatzbereit, was die Koordination von Überführungen aus abgelegenen Gemeinden notwendig macht. In Villa Clara verzögern auch der Mangel an Särgen und die geringe Qualität der ausgegebenen Särge die Beisetzungen.

Im Juni 2024 begann die Bestattungseinrichtung in Santiago de Cuba mit über 29 aufgebahrten Leichnamen, wobei Särge aufgrund von Platzmangel und unzureichender Infrastruktur in Fluren aufgestellt wurden.

In ausführlicheren Berichten hat die offizielle Presse erkannt, dass die Trauerfeiern sich in “Hindernisläufe” verwandeln aufgrund von Mangel an Kraftstoff, Fahrzeugen, Wartung und grundlegenden Ressourcen wie Beleuchtung, Reinigung oder Belüftung in den Leichenschauaulen.

Angesichts dieser Situation hat die Regierung Maßnahmen angekündigt, wie die Einführung von elektrischen Leichenzügen in einigen Gemeinden sowie die lokale Montage von Elektromodellen mit Beteiligung der Union der Militärindustrien.

Diese Maßnahmen scheinen jedoch mehr als palliativer Ansatz denn als grundlegende Lösungen, da sie das weit verbreitete Problem des Verfalls, des Mangels an Rohstoffen und der geringen staatlichen Fähigkeit, die Bestattungsdienste im ganzen Land aufrechtzuerhalten, nicht anpacken.

Die Realität, die die Kubaner heute erleben, ist, dass die Verabschiedung eines geliebten Menschen zu einem bürokratischen, technischen und logistischen Kampf werden kann. Das Drama besteht nicht nur im Tod, sondern auch in der zusätzlichen Demütigung: Sterben ist nicht länger ein mit Würde garantiertes Recht.

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