Der kubanische Priester Leandro NaunHung teilte eine harte Reflexion nach dem Durchzug des Hurrikans Melissa, in der er erklärte, dass die strukturelle Armut und der Mangel an Ressourcen, und nicht der Zyklon, die wahren Ursachen dafür seien, dass Tausende von Familien in Kuba ihre Häuser verloren haben.
Durante einer Messe, die in einer ländlichen Gemeinschaft von Santiago de Cuba gefeiert wurde, bat NaunHung die Gläubigen, über die Realität des Landes und die prekären Lebensbedingungen der Landwirte nachzudenken.
„Einige sagen: ach, weil mir das Dach eingestürzt ist oder das Haus zusammengebrochen ist. Welches Haus? Man muss definieren, was ein Haus ist. Vier Pfähle mit schwarzer Plane und zwei Stücke Dachziegel, das ist ein Schutz, kein Haus.“
Der Priester stellte fest, dass der Verlauf des Hurrikans Melissa lediglich die Armut offenbart habe, die bereits vor der Katastrophe existierte.
„Dein Haus existierte nicht, bevor Melissa vorbeikam. Sie hat nur offengelegt, dass du kein Haus hattest, und wir werden weiterhin ohne Haus sein, weil es keine Baustellenmaterialien gibt, vergiss das.“
NaunHung kritisierte ebenfalls den Mangel an grundlegenden Ressourcen und rief die Gemeinschaft dazu auf, nicht länger auf Lösungen des Staates zu warten.
„Der Melissa ist vorbei, ich muss etwas bekommen. Wer wird es dir geben? Erwarte nicht, dass jemand dir das Leben erleichtert“, sagte er.
In seiner Predigt betonte der Pfarrer, dass die Prioritäten jetzt grundlegend und realistisch sein müssen:
„Wir brauchen einen Ort, um uns vor dem Regen zu schützen, und einen Teller mit Essen für den Magen. Das wird unsere Priorität sein: sie zu suchen, sie zu teilen und uns gegenseitig zu helfen.“
Der Priester bat die Bewohner, die Einheit und Zusammenarbeit als einzigen Weg zur Bewältigung der Knappheit aufrechtzuerhalten: „Das ist Gemeinschaftsarbeit. Lassen Sie uns vereint bleiben, einander helfen und zusammenarbeiten.“
Die Worte von Vater NaunHung spiegeln das Empfinden vieler Kubaner wider, die nach dem Hurrikan Melissa nicht nur das Wenige, was sie hatten, verloren haben, sondern auch der Gleichgültigkeit eines Staates gegenüberstehen, der ihnen weder Obdach, Nahrung noch Hoffnung garantieren kann.
Der katholische Priester ist ein leidenschaftlicher Verteidiger der ländlichen Gemeinschaften in Santiago de Cuba und macht auf deren Hauptprobleme aufmerksam. Darüber hinaus präsentiert er in den sozialen Medien die Werkzeuge die helfen, diese vergessenen Bevölkerungen zu stärken.
Ér ist nicht der Einzige, der aus der katholischen Kirche heraus das Regime entlarvt. Ein weiterer Pfarrer, Alberto Reyes, meldete am Freitag, dass das kubanische Regime die Gesundheits-und soziale Krise des Landes als eine gezielte Strategie verschärft, um „die Hoffnung“ des Volkes zu „zerquetschen“ und eine neue Rebellion zu vermeiden.
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