
Verwandte Videos:
Der junge kubanische Filmemacher Orlando Mora Cabrera, der in Havanna festgenommen und zum Schweigen gebracht wurde, nachdem er die Zensur seines Kurzfilms Matar a un hombre im Dezember 2024 angeprangert hatte, hat gerade eine ehrenvolle Erwähnung beim 37. Filmfestival von Girona in Spanien erhalten.
Die Nachricht wurde am Freitag von dem spanischen Medium Mundiario verbreitet, das die Bedeutung der Auszeichnung in einem Kontext hervorgehob, der durch kulturelle Unterdrückung in Kuba geprägt ist.
Die Jury des Festivals von Girona hob die Fähigkeit des Kurzfilms hervor, Intimität, Machtkonflikt, symbolische Gewalt und politische Anklage zu verweben, ohne ins Pamphletartige abzudriften.
Die Geschichte in das Innere des kubanischen Militärs zu tragen, einem historisch feindlichen Umfeld gegenüber sexueller Vielfalt, verlieh dem Geschehen ein dramatisches Gewicht, das in Kuba zum Anlass für Repressalien wurde.
Von der Zensur und der Festnahme in Kuba… zum internationalen Applaus
Die Laufbahn des Films ist von Episoden geprägt, die die Fragilität der künstlerischen Freiheit auf der Insel verdeutlichen.
Im Dezember 2024 war Matar a un hombre für die Teilnahme am 45. Internationalen Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films in Havanna ausgewählt worden, aber seine Premiere wurde immer wieder unter dem Vorwand von „elektrischen Problemen“ abgesagt, obwohl der Rest des Programms normal funktionierte. Schließlich verschwand der Kurzfilm ohne Erklärung aus dem Programm.
Eben in diesem Monat erklärte Mora öffentlich, dass sein Werk aus homophoben Gründen und wegen des kritischen Charakters der Geschichte zensiert worden sei, die die Beziehung zwischen einem hochrangigen Militär und einem jungen Mann, der zu emigrieren versucht, erzählt.
Stunden nach seiner Anzeige, am 21. Dezember, wurde er von Agenten des Innenministeriums festgenommen, angeblich zur Polizeistation in Zapata und C gebracht und an einem unbekannten Ort festgehalten, wie damals die Versammlung der kubanischen Filmemacher bestätigte.
Ihre Co-Protagonistin, die trans Schauspielerin und Aktivistin Kiriam Gutiérrez, wurde unter Hausarrest gestellt, um ihr die Teilnahme an einer alternativen Vorstellung des Films zu verwehren.
Trotz des offiziellen Verbots konnte Matar a un hombre erfolgreich in unabhängigen Räumen gezeigt werden, mit vollen Sälen und drei aufeinanderfolgenden Vorstellungen in der Ludwig-Stiftung, zudem einer Präsentation in der Botschaft von Norwegen.
Die Ehrenrettung stellt Orlando Mora in die Reihe anderer kubanischer Künstler, deren Werke auf der Insel verboten, aber im Ausland gefeiert wurden, wie Carlos Lechuga oder Miguel Coyula.
Archiviert unter: