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Seitdem die US-Truppen Nicolás Maduro gefangen genommen haben am 3. Januar, hat Raúl Castro, der 94-jährige Veteranen-Kommandant, der weiterhin die Fäden der Macht in Kuba zieht, keinen öffentlichen Auftritt oder offiziellen Kommentar gegeben, ein bemerkenswerter Umstand in einem Moment, in dem das Überleben des kubanischen Regimes immer mehr in Zweifel gezogen wird.
In Zeiten großer politischer und geopolitischer Spannungen, wenn die regionalen Führer heftig auf den Rückgang des Chavismus und die Folgen für Havanna reagieren, hat sich Raúl in völliger Stille gehalten.
Er hat keine Erklärungen abgegeben, keine Reden gehalten und keine Stellungnahmen veröffentlicht, und er wurde auch nicht bei offiziellen Veranstaltungen im Zusammenhang mit der aktuellen Krise gesehen.
Ihre öffentliche Abwesenheit fällt besonders auf, angesichts der Rolle, die sie weiterhin hinter den Kulissen spielt, indem sie Schlüsselkräfte der Macht kontrolliert, wie den wirtschaftlich-militärischen Konzern GAESA, und Einfluss auf Miguel Díaz-Canel ausübt.
Der einzige indirekte Hinweis, der seitens der kubanischen Regierung erwähnt wurde, war ein Tweet der Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten, der am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, mit einem Zitat aus einer seiner Reden beim III. Gipfel der CELAC: "Wir werden uns nicht provozieren lassen, aber wir werden auch keinen Versuch akzeptieren, in Bezug auf unsere inneren Angelegenheiten zu beraten oder Druck auszuüben."
Aber das ist keine direkte oder aktuelle Kommunikation von Raúl selbst, sondern lediglich die Wiederverwendung seiner Worte aus einem Kontext, der vor den aktuellen Ereignissen liegt.
Seine Abwesenheit fiel während einer Veranstaltung, die das Regime organisiert hatte, um seine Unterstützung für Maduro unmittelbar nach seiner Festnahme zu zeigen, auf: die Mobilisierung auf der Tribuna Antimperialista José Martí in Havanna, die geplant war, um das zu verurteilen, was die Regierung als "imperialistische Militäraggression der Vereinigten Staaten gegen Venezuela" bezeichnete.
Der Akt fand in Anwesenheit von Díaz-Canel und der obersten Führung der Kommunistischen Partei statt, jedoch nicht in seiner.
Das letzte Mal, dass Raúl Castro bei einer öffentlichen Veranstaltung auftrat, war im vergangenen Dezember, während der letzten Sitzung des sechsten ordentlichen Zeitraums der Nationalversammlung der Volksmacht.
Bei dieser Gelegenheit wurde er erneut als "Anführer der kubanischen Revolution" vorgestellt, nahm zusammen mit Díaz-Canel an der Plenarsitzung teil und wurde von den Abgeordneten begeistert applaudiert.
Die Szene verstärkte die Wahrnehmung, dass er trotz seines formellen Rücktritts von den Ämtern im Jahr 2021 ein symbolisches und politisches Gewicht im staatlichen Apparat beibehält.
Dennoch gab es seitdem - und insbesondere nach der Festnahme von Maduro, einem historischen Verbündeten Havannas, der Kuba mit lebenswichtigen Ressourcen wie subventioniertem Öl versorgte - keine sichtbaren Zeichen von ihm an irgendeiner öffentlichen oder politischen Front.
Dieses Schweigen fällt mit einem kritischen Moment zusammen, in dem die Regierung von Díaz-Canel mit einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise konfrontiert ist, die nun durch den Zusammenbruch ihres wichtigsten regionalen Partners verschärft wird.
Die Abwesenheit von Raúl hat auch äußere Spekulationen und Diskussionen in sozialen Medien ausgelöst, wo viele sein Schweigen als ein Zeichen der Verwundbarkeit der kubanischen Führung und als mögliche Ausweichung von einer Stellungnahme in einem Moment struktureller Krise deuten.
Dass der "starke Mann" des Regimes kein einziges Wort geäußert hat, nicht bei öffentlichen Veranstaltungen erschienen ist und nicht einmal symbolisch ausgestellt wurde - wie es normalerweise der Fall ist, wenn die Macht bedroht ist - offenbart ein untypisches Muster.
In früheren Krisen (Tod von Fidel, Proteste am 11. Juli, Migrationsausbrüche, verfassungsrechtliche Änderungen) wurde das Bild von Raúl als Garantie für Kontinuität, Kohäsion und Kontrolle verwendet. Heute nicht mehr.
In einem Klima, in dem sich historische Konsequenzen für das kubanische Regime nach dem Fall des Chavismus abzeichnen, fügt sein "Verschwinden" der politischen Zukunft der Insel zusätzliche Unsicherheit hinzu.
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