Noriega, Maduro und… wer auf keinen Rat hört, wird nicht alt



Diktaturen neigen dazu, Dauer mit Straflosigkeit zu verwechseln, aber die Geschichte von Noriega und Maduro zeigt, dass militärische Macht keinen ewigen Schutz garantiert. Es ist entscheidend, rechtzeitig auf Ratschläge zu hören und Verhandlungen zu führen.

Eingefangene Diktatoren: Noriega, Maduro...Foto © Wikipedia, Whitehouse, CiberCuba

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Die Diktaturen leben von einer gefährlichen Illusion: die Dauer mit Unbestrafbarkeit zu verwechseln. Sie glauben, dass die Zeit sie schützt, dass die Uniform sie absichert und dass die Angst die Legitimität ersetzt. Doch die Geschichte besteht auf dem Gegenteil: Die Unbestrafbarkeit ist fragil und die militärische Macht existiert nicht immer, wenn die Stunde schlägt.

Für andere Diktaturen, die sich noch für ewig halten, ist die Lektion einfach und dringend: rechtzeitig zuzuhören, sich zurückzuziehen oder zu verhandeln, solange noch Spielraum besteht

Manuel Noriega regierte in dem Glauben, er kontrolliere das Geschehen. Er hatte Streitkräfte, Nachrichtendienste und ein effektives Repressionssystem. Er schien unantastbar. Und doch, als sich das Gleichgewicht änderte, verschwand all diese Macht. Das Militär rettete ihn nicht. Die "Souveränität" schützte ihn nicht. Er endete außerhalb des Landes und vor einem ausländischen Gericht.

Nicolás Maduro ging einen ähnlichen Weg. Jahrelang trat er als uneinnehmbar auf, unterstützt von Generälen, Paraden und Parolen. Doch die militärische Macht in Diktaturen ist oft vertikal und abhängig, wirksam zur Unterdrückung von Zivilisten, aber nicht dazu fähig, sich angesichts fester externer Entscheidungen zu halten. Wenn der entscheidende Schlag kommt, zerbricht die Befehlskette und der Führer erkennt, dass er weniger Macht hatte, als ihm bewusst war.

Die „große Militärmacht“ Venezuelas feuerte keinen einzigen Missile ab und ließ kein einziges Flugzeug abheben. Nicht, weil sie nicht im Inventar vorhanden wären, sondern weil die tatsächliche Macht nicht vorhanden war, als sie gebraucht wurde. Die über Jahre hinweg zur Schau gestellte Muskelkraft erwies sich als Kulisse: nützlich für Paraden und interne Repression, aber nutzlos gegenüber einer festen externen Entscheidung.

Der Spruch ist kein Sprichwort; er ist eine Warnung. Wer keinen Rat hört, wird nicht alt… und endet auch nicht gut. Für andere Diktaturen, die sich immer noch für ewig halten, ist die Lehre einfach und dringend: rechtzeitig zuzuhören, sich zurückzuziehen oder zu verhandeln, solange es noch Spielraum gibt. Denn es gibt immer einen Moment, in dem ein würdiger Ausweg möglich ist. Und jenseits dieser Schwelle werden die Entscheidungen nicht mehr im eigenen Hause getroffen.

Die Geschichte zeigt zwei Wege. Der eine führt zu einem vereinbarten, unvollkommenen, aber eigenen Übergang. Der andere endet weit weg, in Handschellen und vor einem Richter in den Vereinigten Staaten.

Wählen ist kein Zeichen von Schwäche. Es der letzte Akt wirklicher Macht.

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Luis Flores

CEO und Mitbegründer von CiberCuba.com. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich Meinungsartikel über die kubanische Realität aus der Perspektive eines Auswanderers.