„José Martí kannte das elektrische Licht nicht und war ein Genie“, sagte die regierungsnahe Journalistin Arleen Rodríguez Derivet in einem Interview mit dem ehemaligen ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa. Der Satz sollte die Stromausfälle in Kuba rechtfertigen, wurde aber zum Witz der Woche.
Der Ausschnitt, der im vergangenen November für die Sendung Conversa con Correa von RT en Español aufgenommen wurde, kursierte in den letzten Tagen wieder in den sozialen Netzwerken, gerade als die Stromausfälle in Kuba in einigen Provinzen die 40 Stunden am Stück übersteigen.

Zwischen Flügeln und Sarkasmus entzündeten die Netzwerke ihr eigenes Spotlight gegen die offizielle Sprecherin. Das kollektive Lachen erhob sich gegen ihren historischen Unsinn.
In dem Video versucht Rodríguez, die Energiekrise zu bagatellisieren, indem er versichert, dass der Apostel „kein elektrisches Licht kannte“ und dass sie gerne „eine Zeile wie er schreiben würde, und bei eingeschaltetem Licht“.
Correa, sichtbare Überraschung auf seinem Gesicht, unterbricht sie mit einem markanten Satz: „Aber Arleen, wir sind im 21. Jahrhundert.“ Der Ausdruck des ehemaligen Präsidenten — halb Ungläubigkeit, halb Resignation — fasst zusammen, was die Hälfte des Landes dachte.
Von Facebook bis zu X reagierten die Kubaner mit Memes auf das Interview. Der Psychologe Reybi Sarmiento war sehr direkt: „Man muss der Journalistin sagen, dass Martí nicht nur das elektrische Licht kannte, sondern auch darüber schrieb.“
Martí lebte zwischen 1880 und 1895 in New York, genau als das erste Kraftwerk von Manhattan in Betrieb ging. In seinen Chroniken feierte der Kubaner diese strahlende Revolution mit einer Mischung aus wissenschaftlicher Neugier und den poetischen Bildern, die ihn auszeichneten.
Arleen versuchte, den Apostel zum Schutzpatron des Blackouts zu machen, als Symbol für die stoische Akzeptanz von Not und Entbehrung. Doch ihre Worte riefen angesichts der Unkenntnis Gelächter hervor.
Dieses Mal gelang es weder den Stromausfällen noch dem ideologischen Drehbuch, die Ironie des Moments zu trüben. Die Journalistin verteidigte die Dunkelheit im Namen des Mannes, der das Licht bewunderte.
Es waren die Leser selbst, die ihm die Wahrheit zeigten, mit politischem Humor und einer Welle von Memes, die nicht abreißt. Die sozialen Medien haben nichts verschont. Montage von Martí, der Arleen einfache Verse widmet, und sogar von der Journalistin mit einer Laterne, die lernt, das Werk des Meisters zu lesen, kursieren.
Mitten in der nationalen Dämmerung fanden die Kubaner eine andere Möglichkeit, die Netzwerke mit der Energie des Lachens und des Humors zu fluten.
So sehr das Regime die Stromausfälle rechtfertigen möchte, wird es immer jemanden geben, der das Licht des gesunden Menschenverstands entzündet… wenn auch nur mit Sarkasmus.
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