Wie traurig! So sehen die Straßen von Havanna nachts aus: ohne Autos, ohne Menschen und voller Müll



Straßen von KubaFoto © @cubaactual / TikTok

Ein inmitten der Nacht in Havanna aufgenommenes Video wird in den sozialen Medien immer beliebter, da es eine Szene zeigt, die viele Kubaner bereits als alltäglich beschreiben: vollkommen verlassene Straßen, totale Abwesenheit von Autos und Gehwege, die mit Müll übersät sind.

Die Bilder, die auf TikTok von dem Konto @cubaactual geteilt wurden, wurden gegen 23:30 Uhr in der Gegend von Infanta aufgenommen, einer der traditionell am stärksten frequentierten Straßen der kubanischen Hauptstadt. Im Video ist jedoch weder ein einziges fahrendes Fahrzeug noch eine Person zu sehen, die die Straße entlanggeht.

„Es ist halb zwei in der Nacht und es scheint, als ob ein Virus in Havanna umgeht, die Straßen sind nicht belebt. Das ist die Infanta, hier fährt kein einziges Auto und hier drüben ist es völlig leer… es ist unglaublich“, kommentiert der Mann, der die Aufnahmen macht, sichtbar überrascht von der absoluten Stille.

Der Autor des Videos betont, dass die Stadt nach einer bestimmten Uhrzeit praktisch erlischt. „Das soll zeigen, wie die Lage ist. Die Leute gehen nach neun Uhr abends nicht mehr auf die Straße. Sehen Sie das. So ist das Havanna nachts“, sagt er, während er die leere Straße entlanggeht.

Neben dem Verfall und dem Mangel an Bewegung zeigen das Video und die Fotos ein weiteres ständiges Problem: die Ansammlung von Müll auf den Gehwegen. Kartons, Müllsäcke und Essensreste türmen sich neben den Gebäuden, selbst in zentralen Gebieten, und verstärken das Bild des städtischen Verfalls.

In den Kommentaren zu dem Video stimmen zahlreiche Nutzer darin überein, dass diese Realität kein Einzelfall ist. Viele nennen als Ursachen die Krise im Transportwesen, den Mangel an Treibstoff, das Fehlen von öffentlicher Beleuchtung und die Angst vor Kriminalität, Faktoren, die die Habaneros dazu bringen, sich frühzeitig in ihren Häusern zurückzuziehen.

Havanna, die jahrzehntelang für ihr Nachtleben und ihre lebhaften Straßen bekannt war, zeigt heute ein sehr anderes Gesicht, wenn die Nacht hereinbricht: Stille, Schmutz und eine Stadt, die praktisch stillsteht, ein Spiegelbild der tiefen Krise, die das Land durchlebt.

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Yare Grau

Gebürtig aus Kuba, lebe ich jetzt in Spanien. Ich habe Sozialkommunikation an der Universität von Havanna studiert und später ein Studium der audiovisuellen Kommunikation an der Universität von Valencia abgeschlossen. Derzeit bin ich Teil des CiberCuba-Teams als Redakteurin in der Unterhaltungssektion.