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Die kubanische Diaspora ist kein sekundärer Akteur in einem möglichen politischen Veränderungsprozess auf der Insel. Sie ist, so der Politologe Carlos M. Rodríguez Arechavaleta, ein unverzichtbares Element.
In einem Land, das von wirtschaftlichem Zusammenbruch, institutionellem Zerfall und einem Mangel an Freiheiten geprägt ist, kann die Rolle der Kubaner im Ausland nicht nur finanziell, sondern auch politisch und gesellschaftlich entscheidend sein.
In einem Interview, das El País gewährt wurde, war der Doktor der Politikwissenschaften und Professor an der Iberoamerikanischen Universität in Mexiko eindeutig: „Ohne die kubanische Diaspora wäre eine politische Transition in Kuba nicht möglich.“
Seine Aussage ist keine Rhetorik, sondern Teil einer klaren Diagnose über das Ausmaß der inneren Verschlechterung und das Fehlen struktureller Bedingungen für einen nachhaltigen Wandel ohne externe Unterstützung.
Arechavaleta ist der Ansicht, dass angesichts „des Ausmaßes der inneren Katastrophe“ das menschliche, technologische, finanzielle und kulturelle Kapital der ausländischen Kubaner unerlässlich ist.
Es geht nicht nur um wirtschaftliche Investitionen, sondern um die Fähigkeit zur institutionellen Wiederaufbau, den Wissenstransfer und die Umsetzung von nationalen Projekten. In einem Szenario, in dem der Staat an Effizienz und Glaubwürdigkeit verloren hat, kann die Diaspora zu einem Motor der Modernisierung und Öffnung werden.
Der Akademiker weist darauf hin, dass, obwohl die politischen Interessen und Präferenzen innerhalb des Exils nicht homogen sind, es keine „Entwicklungsoptionen für die Insel gibt, ohne eine starke Investition in Infrastruktur, Technologie und eine Handelsöffnung“.
Bevor man an ausländische Kapitalien denkt, betont er, „sollten wir die Investition von Kapitalien kubanischen Ursprungs ohne abwertende Stigmatisierung priorisieren“. Seine Argumentation entkräftet die gewohnten Versuche des Regimes, das Exil als Gegner darzustellen.
In einem Kontext möglicher Übergänge —sei es schrittweise oder verhandelt— wäre es eine Verlängerung des Stillstands, Millionen von Kubanern aus ideologischen Gründen auszuschließen. Ihre Integration hingegen könnte wirtschaftliche Reformen erleichtern, die im Laufe der Zeit Raum für größere Forderungen nach politischer Liberalisierung schaffen.
Die Diaspora ersetzt nicht das interne Handeln und löst für sich allein nicht die strukturelle Krise des Systems, aber sie zu ignorieren, wäre zu diesem Zeitpunkt die Realität nicht anzuerkennen. Die Kubaner im Ausland verfügen über den größten Teil des notwendigen Kapitals, um Kuba wiederaufzubauen.
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