División im kubanischen Exil angesichts der Verhandlungen der USA mit den Castros: Werden sie Marco Rubio bedingungslos unterstützen?



Marco Rubio, Donald Trump, Raúl Castro und Raúl G. Rodríguez CastroFoto © Das Weiße Haus / Cubadebate

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Die Berichte über angebliche Gespräche zwischen dem Außenminister Marco Rubio und Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel von Raúl Castro, der als „El Cangrejo“ bekannt ist, haben eine Debatte innerhalb des kubanischen Exils über die Grenzen des politischen Wandels in Kuba entfacht.

Axios berichtete, dass Rubio kürzlich Kontakte mit Rodríguez Castro hatte. Die Austausche sind weiterhin im Gange und umfassen nicht den Herrscher Miguel Díaz-Canel, sondern zielen auf das Umfeld ab, das Washington als die wahre Macht in Havanna betrachtet.

Reaktionen und Ablehnung in Miami zu den Verhandlungen zwischen Rubio und Castro

Die Nachricht über den Dialog sorgte für Fragen unter den Mitgliedern des Exils. Der Analyst Andy Gómez erklärte, dass “Raúl etwas sehr Bedeutendes von seinem Bruder Fidel gelernt hat: man vertraut niemandem”.

Das wäre der Grund, warum der Armeegeneral seinen Enkel, El Cangrejo, für diese Gespräche mit Rubio auswählt. Er ist seine rechte Hand und eine Person, der er absolut vertraut.

Eloy Viera, Analyst der Plattform elTOQUE, meinte, dass "die Trump-Administration versucht, mit der tatsächlichen Macht zu kommunizieren und nicht mit bürokratischen Strukturen, die ihr als Referenz oder Schutzschild dienen könnten."

Er fügte hinzu, dass in einem möglichen Übergangsszenario einige Akteure versuchen könnten, „wichtige wirtschaftliche Vermögenswerte zu bewahren oder mindestens die Straflosigkeit für die, die übrig bleiben“.

Dieser Aspekt erzeugt Spannungen in den radikalsten Sektoren des kubanischen Exils, die seit Jahren auf den Moment warten, die Castro zu verurteilen.

Die Haltung des Kommentators Miguel Cossio war eindeutig: „Niemand aus der Familie Castro könnte Teil dieses politischen Wandels in Kuba sein.“

In demselben Sinne erklärte der Analyst Sebastián Arcos Cazabón, dass auch „ein Alejandro Castro oder ein Raúl Guillermo“ nicht akzeptabel wären, denn der Vater, der Sohn und der Enkel sind das Gleiche.

Die Debatte findet nur wenige Tage vor dem 30. Jahrestag des Abschusses der Flugzeuge von Hermanos al Rescate statt, der am 24. Februar 1996 ereignet und bei dem vier Männer ums Leben kamen.

Am 13. Februar 2026 sendeten die kubanisch-amerikanischen Kongressabgeordneten Mario Díaz-Balart, María Elvira Salazar, Carlos A. Giménez und Nicole Malliotakis einen Brief an Präsident Donald Trump, in dem sie das Justizministerium aufforderten, eine formelle Anklage gegen Raúl Castro wegen seiner vermeintlichen Verantwortlichkeit für den Angriff zu prüfen.

„Die Schläger, die unterdrückt, gefoltert und getötet haben, müssen vor der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden, und die Verantwortung muss an der Spitze beginnen“, erklärte Díaz-Balart.

Rubio, Trump und das Dilemma zwischen Gerechtigkeit und politischer Übergang in Kuba

Die Enthüllungen von Axios  stellen Marco Rubio ins Zentrum eines heiklen Moments für beide Länder. Der Außenminister muss alle Optionen in der Kuba-Politik erkunden und den effektivsten Weg finden, um seine Ziele zu erreichen.

Washington vertritt eine klare Haltung: Das Regime muss die Macht abgeben, wenn keine wesentlichen Veränderungen stattfinden, wie die Freilassung von politischen Gefangenen sowie demokratische und wirtschaftliche Öffnung.

Der Kontakt von Marco Rubio mit dem Umfeld von Raúl Castro ist einer der sensibelsten Schritte seiner Karriere, da es sich um ein Thema mit starker symbolischer Bedeutung für Exilierte in Miami und in der US-amerikanischen Politik handelt.

Über seine historischen Positionen gegenüber dem kubanischen Regime hinaus handelt Rubio im Rahmen einer Verwaltung, die verschiedene Szenarien bewertet, in einem Kontext wirtschaftlichen Drucks und internationaler Isolation gegenüber Havanna.

Jedes mögliche Verständnis, das Mitglieder der Familie Castro einbezieht, könnte eine neue Debatte zwischen denen entfachen, die auf Rechenschaft vor der Justiz bestehen, und denen, die andere mögliche Formeln für einen politischen Übergang in Kuba in Betracht ziehen, die besser an die Realität des 21. Jahrhunderts angepasst sind.

In diesem Szenario und unter der finalen Führung von Donald Trump bei den Entscheidungen stellt sich im südlichen Florida die Frage, ob das Exil Rubio bedingungslos unterstützen wird oder ob es von der Regierung in Washington verlangen wird, dass die Gerechtigkeit über politische Überlegungen siegt.

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