Ein Video, das in sozialen Netzwerken vom kubanischen Content Creator Yannys Real (@yannys_real) veröffentlicht wurde, hat aufgrund seiner direkten Botschaft gegen den kubanischen Regierungschef Miguel Díaz-Canel und das politische System des Landes zahlreiche Reaktionen ausgelöst.
Im Video wendet sich der junge Mann direkt an den Staatschef und hinterfragt dessen Legitimität sowie die tatsächliche Unterstützung, die er innerhalb der Insel hat.
„Weißt du, warum du rausgehst, mein Bruder? Weil du viel gescherzt hast, asere“, beginnt er im Clip zu sagen.
Während der Botschaft, die einen kritischen Ton mit Verweisen auf die soziale Situation in Kuba kombiniert, erwähnt der Schöpfer Probleme, die die Bevölkerung betreffen, und behauptet, dass die politische Führung keine Unterstützung aus der Bevölkerung erhält.
„Denn hier hat niemand für dich gestimmt, asere. Niemand respektiert dich, du bist für niemanden ein Held“, behauptet er an einer anderen Stelle im Video.
Die Reflexion setzt sich mit den Schwierigkeiten auseinander, denen viele Kubaner gegenüberstehen, sowie mit denen, die emigrieren mussten. „Du gehst nach draußen für die, die von uns gehen mussten, du gehst nach draußen für die, die leiden, du gehst nach draußen für die Krankenhäuser, du gehst nach draußen für die Schulen, du gehst nach draußen für die politischen Gefangenen“, sagt er.
Im letzten Teil der Nachricht heißt es: „Du bist verwirrt, mein Freund. Du hast schon die Unterstützung von niemandem mehr… ihr habt verloren.“
Das Video hat Tausende von Reaktionen und Kommentaren auf Instagram ausgelöst. Unter den von Nutzern veröffentlichten Nachrichten finden sich zahlreiche Ausdrucksformen der Unterstützung für den Inhalt des Clips und dessen Botschaft. Einige Nutzer schrieben, dass der Creator „für alle Kubaner gesprochen hat“, während andere Sätze aus dem Video wie „Pa’ fuera“ oder „ihr habt verloren“ wiederholten.
Unter den Reaktionen tauchen auch Nachrichten voller Emotionen auf. „Ich blieb, um zu lachen, und du hast mir ein Loch in die Brust gerissen“, kommentierte ein Benutzer. Ein anderer schrieb: „Wörter, die ausdrücken, was wir Kubaner fühlen.“
Es gibt auch Kommentare, die das Video mit der Migrationsgeschichte von Millionen Kubanern verbinden. „Für die, die gehen mussten“, schrieb ein Benutzer und zitierte einen der Sätze aus dem Video, während ein anderer kommentierte: „Ich wollte nicht auswandern, ich wurde gezwungen.“
In den Kommentaren wiederholen sich zudem Äußerungen des Wunsches nach politischem Wandel auf der Insel, mit Botschaften wie „Viva Cuba libre“, „Freiheit für das Volk von Kuba“ oder „Es musste gesagt werden, und es wurde gesagt“.
Yannys Real, auch bekannt als Yannys Herrera, ist ein kubanischer Content Creator, der in Italien lebt. In seinen sozialen Medien veröffentlicht er Videos, die Humor, Reflexionen über die kubanische Identität und Kommentare zur politischen und sozialen Realität der Insel vermischen. Neben seiner Tätigkeit in den sozialen Medien ist er Gründer und CEO der Bekleidungsmarke Rytt Dustin.
In anderen Videos hat er sich ebenfalls zu politischen Themen im Zusammenhang mit Kuba geäußert. In einem davon reagierte er auf die Festnahme von Jugendlichen, die mit dem unabhängigen Projekt El4tico in Verbindung stehen, und hinterließ eine direkte Nachricht an das kubanische Regime, wie man in diesem Video sehen kann, in dem er seine Unterstützung für die Jugendlichen des Projekts ausdrückte und sagte: „Jeder steht in Flammen. Eure Stunden sind gezählt.“
Seu Inhalt in den sozialen Medien beschränkt sich nicht auf politische Themen. In anderen Beiträgen hat er mit Humor die Stereotypen angesprochen, mit denen sich Kubaner in Europa konfrontiert sehen, wie zum Beispiel, als er über die Wahrnehmung der Kubaner im Ausland und die sozialen Erwartungen, die mit ihrer Herkunft verbunden sind, reflektierte. Dies war Thema in einem Video, in dem er kommentierte, wie Europäer die Kubaner idealisieren oder in einem anderen, in dem er über das Stereotyp der Kubaner als Liebhaber scherzte.
Die jüngste Botschaft hingegen entfernt sich von dem humorvollen Ton und wird zu einer direkten Reflexion über die Situation des Landes. Jenseits der Zahlen von Aufrufen oder Kommentaren hat das Video eine weit verbreitete Empfindung unter Kubanern sowohl innerhalb als auch außerhalb der Insel angesprochen. Für viele Nutzer drücken die Worte des jungen Mannes eine über Jahre angesammelte Frustration aufgrund der wirtschaftlichen Krise, massenhaften Emigration, Stromausfällen und dem Verfall der grundlegenden Dienstleistungen aus.
In diesem Sinne verursacht sein Eingreifen nicht nur Reaktionen in den sozialen Netzwerken: Es gibt auch unverblümt und ohne Filter einer Unzufriedenheit eine Stimme, die viele Kubaner empfinden, die jedoch nicht immer so deutlich in öffentlichen Räumen zum Ausdruck kommt. Neben der geteilten Ernüchterung kommt auch die Hoffnung zum Vorschein, dass das Ende so vieler Leiden nah ist und dass man endlich ein anderes Kuba sehen kann, das so viele seit Jahrzehnten innerhalb und außerhalb der Insel herbeisehnen.
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