In seiner Äußerung vom vergangenen Freitag betonte der kubanische Regierungschef Miguel Díaz-Canel, dass die im Ausland lebenden Kubaner eine Rolle bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes spielen sollten, was im Gegensatz zu dem konfrontativen Ton steht, den das Regime seit Jahren gegenüber der Emigration pflegt.
Vor offiziellen Medien erkannte Díaz-Canel an, dass die kubanische Gemeinde außerhalb der Insel erheblich gewachsen ist, und bezeichnete es als "Verantwortung" der Regierung, sie "aufzunehmen, zuzuhören und zu betreuen", sowie die Möglichkeit zu schaffen, dass sie am Entwicklung des Landes teilnehmen können.

„Zweifellos ist die Zahl der Kubaner, die im Ausland leben oder ihren Aufenthalt im Ausland derzeit verlängern, gestiegen (…) und deshalb ist es unsere Verantwortung als Regierung, sie willkommen zu heißen, ihnen zuzuhören und ihnen einen Raum für die Teilnahme an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung unseres Landes zu ermöglichen“, erklärte er.
Die Erklärungen erfolgen vor dem Hintergrund einer komplexen wirtschaftlichen Lage auf der Insel, die von Mangel, dem Verfall des Energiesystems und der massenhaften Migration von Kubanern in den letzten Jahren geprägt ist.
Laut einem Bericht von Univision 23
In seiner Ansprache betonte Díaz-Canel, dass viele Kubaner im Ausland im Land ausgebildete Fachkräfte sind und kulturelle sowie familiäre Bindungen zur Insel aufrechterhalten, zudem bieten sie ihren Angehörigen in schwierigen Zeiten Unterstützung.
Der Präsident kündigte an, dass die Regierung neue Maßnahmen vorbereitet, um die Beteiligung der Kubaner außerhalb Kubas an der nationalen Wirtschaft zu erleichtern. Wie er sagte, wird der Vizepremierminister und Handelsminister, Óscar Pérez-Oliva Fraga, in Kürze die Einzelheiten dieser Maßnahmen erläutern.
Dennoch hat der versöhnliche Ton der Rede Aufsehen erregt, da er im Kontrast zu Jahren feindlicher offizieller Rhetorik gegenüber dem kubanischen Exil steht, dem das Regime historisch vorgeworfen hat, Kampagnen gegen die Insel zu fördern.
Im Jahr 2018 sorgte Díaz-Canel selbst für Aufsehen, als er in den sozialen Medien kubanische Staatsbürger als „mal geboren aus einem Fehler“ bezeichnete, die seiner Meinung nach gegen das Land handelten, eine Botschaft, die damals heftige Angriffe auslöste.
Darüber hinaus beschränkt sich der offizielle Dialog mit den Kubanern im Ausland oft auf verwandte oder dem Regime nahestehende Sektoren, während Oppositionelle, Aktivisten und ein großer Teil der Diaspora von diesen Räumen weiterhin ausgeschlossen bleiben.
In einem Moment, in dem Überweisungen, Paketsendungen und familiäre Unterstützung aus dem Ausland zu einer lebenswichtigen Stütze für Millionen von Kubanern auf der Insel geworden sind, rückt der noch einmal geänderte Ton des Regierenden die Beziehung zwischen dem Regime und einer Diaspora, die bereits mehr als zwei Millionen Menschen umfasst, erneut ins Zentrum der Debatte.
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