Die Repression in Morón, Ciego de Ávila, trifft erneut eine kubanische Familie, diesmal steht ein Jugendlicher im Mittelpunkt der Geschichte.
Der jüngste Sohn des evangelischen Pastors Elier Muir Ávila, ein erst 16-jähriger junger Mann, identifiziert als Jonathan Muir Burgos, bleibt in Gewahrsam, nachdem er zusammen mit seinem Vater in eine Polizeistation zitiert und anschließend an einen unbekannten Ort gebracht wurde, amid einer wachsenden Spannung in dieser Gegend.
Die ursprüngliche Anzeige wurde von der Oppositionspolitikerin Yoaxis Marcheco Suárez eingereicht, die darauf hinwies, dass beide von Agenten abgeholt wurden, nachdem sie der Vorladung gefolgt waren. Stundenlang hatte die Familie keine Informationen über ihren Aufenthaltsort und befürchtet, dass sie getrennt und geschlagen wurden.

Die Besorgnis über den Zustand des Jugendlichen verstärkt sich. Laut Angehörigen ist sein Gesundheitszustand ernst, was Alarm unter den Familienmitgliedern und Aktivisten, die den Fall verfolgen, ausgelöst hat.
Stunden später bestätigten Menschenrechtsorganisationen, dass der Pastor freigelassen wurde, sein Sohn jedoch weiterhin im Technischen Ermittlungsdienst (DTI) von Ciego de Ávila inhaftiert ist. Dort, so die Berichte, werde er verarbeitet und mit einer Anklage bedroht, die „vollumfänglich dem Gesetz entspricht“.
Der Pastor selbst hätte seine Angst nach dem Austritt zum Ausdruck gebracht: Er hätte es vorgezogen, selbst festgenommen zu werden, als seinen Sohn in dieser Situation zu sehen.
Der Fall ereignet sich in einem umfassenderen Kontext der Repression nach der Protestaktion in Morón am 13. März. Laut unabhängigen Berichten gab es in den letzten Tagen Vorladungen, Durchsuchungen und Festnahmen, von denen viele gegen Jugendliche und Minderjährige gerichtet waren.
Unter den angezeigten Vorfällen ist auch die Festnahme eines weiteren Jugendlichen, dessen Wohnhaus gewaltsam von Sicherheitskräften durchsucht worden sein soll.
Die Familie Muir ist mit solchen Drucksituationen vertraut. Seit Jahren steht sie unter Beobachtung und Einschränkungen aufgrund ihrer unabhängigen religiösen Aktivitäten. Internationale Dokumente haben Berichte über Belästigung, Befragungen, Drohungen und Einschränkungen der Ausübung ihres Glaubens sowie über berufliche und wirtschaftliche Hindernisse festgehalten.
Die Festnahme des Minderjährigen schürt die Angst unter vielen Kubanern: dass die Repression nicht nur Oppositionskräfte oder religiöse Führer trifft, sondern auch deren Kinder.
In der Zwischenzeit hallt die Frage, die die Aktivistin Marcheco aufwarf, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Insel laut wider: Wie ist es möglich, dass die Freilassung von politischen Gefangenen angekündigt wird, während weiterhin neue Festnahmen, sogar von Jugendlichen, stattfinden?
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