Cubana in der Schweiz sagt, dass sie kein Interesse hat, ihren Kindern Spanisch beizubringen, und entfacht eine virale Debatte: "Es ist mir egal."

Cubana in der SchweizFoto © @latinashopsissi / TikTok

Eine Kubanerin, die in der Schweiz lebt, sorgte im März für Aufsehen in den sozialen Medien, als sie ein Video auf TikTok veröffentlichte, in dem sie ohne Umschweife erklärte, dass sie kein Interesse daran hat, ihren Kindern Spanisch beizubringen, da sie vorzieht, ihre vollständige Integration in die Schweizer Gesellschaft zu priorisieren.

Der Clip ließ nicht lange auf sich warten, um viral zu gehen und die lateinamerikanische Gemeinschaft in zwei unversöhnliche Lager zu spalten: diejenigen, die sie beschuldigten, 'ihre Wurzeln zu verleugnen', und diejenigen, die ihre Entscheidung als eine legitime Strategie zur Anpassung verteidigten. "Ich hasse Spanisch nicht, aber ich priorisiere die Zukunft meiner Kinder", soll die Frau gesagt haben, laut Berichten, die in sozialen Medien kursierten, obwohl das Zitat nicht direkt verifiziert werden konnte.

Der Diskurs berührt eine sehr sensible Thematik unter spanischsprachigen Einwanderern in Europa. Schweiz, wo diese Kubanerin lebt, hat vier Amtssprachen —Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch— und Spanisch gehört nicht dazu. In diesem Kontext fühlen viele lateinamerikanische Eltern den Druck, dass ihre Kinder die Landessprache beherrschen, um bessere Arbeits- und Bildungschancen zu erhalten, was manchmal dazu führt, dass Spanisch in den Hintergrund gedrängt wird.

Es ist nicht die erste Kubanerin in der Schweiz, die Gespräche über diese kulturellen und sprachlichen Konflikte anregt. Die Influencerin Lucy María González Machado, bekannt auf TikTok als @thezhoufam und mit 1,8 Millionen Followern, dokumentiert seit einiger Zeit ihr Leben im Alpenland zusammen mit ihrem chinesischen Ehemann.

In einem ihrer meistkommentierten Videos erzählte sie humorvoll, dass ihr Sohn ihr nur auf Spanisch gehorcht, wenn sie ihn ermahnt, nicht auf Italienisch, und machte deutlich, dass die Muttersprache eine Autorität hat, die keine andere Sprache zu ersetzen scheint. Im Februar 2025 lehrte sie außerdem ihrem Ehemann kubanischen Slang: "Tú eres mein jevita, asere", war einer der Sätze, die der Mann versuchte zu wiederholen, während seine Follower lachten.

Der Phänomen, das diese Debatte aufwirft, hat Zahlen, die sowohl untermauern als auch komplizieren. Laut Daten von Univision sind 51% der Kinder von hispanischen Einwanderern bilingual, aber diese Zahl sinkt auf 24% in der dritten Generation. Gleichzeitig zeigte eine Studie der Universität von Michigan aus dem Jahr 2020, dass etwa 90% der lateinamerikanischen Eltern es wichtig erachten, den ethnischen und kulturellen Stolz durch Sprache und Traditionen zu vermitteln.

Dentro der eigenen lateinamerikanischen Gemeinschaft gibt es zudem ein Phänomen, das Stigmatisierung erzeugt: das der sogenannten 'no sabo kids', Jugendliche, die kein Spanisch sprechen oder es schlecht sprechen und die laut einem Bericht von Infobae aus November 2023 in 40% der Fälle von anderen Latinos verspottet werden. Eine schmerzhafte Paradoxie: Sie werden kritisiert, weil sie die Sprache nicht sprechen, die ihre eigenen Eltern entschieden haben, ihnen nicht beizubringen.

Der Hauptgrund für den Rückgang des Spanischen unter den Kindern von Einwanderern ist laut Experten nicht der mangelnde Wille der Familien, sondern die unzureichende politische, soziale und bildungspolitische Unterstützung zur Erhaltung der Sprachen von Minderheiten. In vielen Schulen mit einer hohen lateinamerikanischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten erhalten die Schüler gerade einmal 45 Minuten Spanisch pro Woche, was nicht ausreicht, um fließende Sprachkenntnisse in ihrer Muttersprache zu entwickeln.

Was als Video einer Kubanerin in der Schweiz begann, wurde zum Spiegel einer Spannung, die Millionen von lateinamerikanischen Familien weltweit im Stillen erleben: die Entscheidung, sich zu integrieren und dabei nicht zu vergessen, woher man kommt. Eine Spannung, die auch die kubanische Influencerin @thezhoufam in ihren Reflexionen über das Leben in der Schweiz erkundet und unterhaltsam die Widersprüche dokumentiert, zu zwei Welten gleichzeitig zu gehören.

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