Das virale Video, das das Regime nicht will, dass du es siehst: So steht Kuba am Rande des Chaos

Cubana auf der InselFoto © @zol.arias / TikTok

Ein am Sonntag auf TikTok veröffentlichtes Video zeigt auf eindringliche Weise, was die Kubaner auf ihren Straßen erleben: kein öffentlicher Nahverkehr, keine staatlichen Fahrzeuge, die anhalten, paralysierte Elektro-Dreiräder und die wenigen privaten Fahrzeuge, die Tarife verlangen, die sich die meisten nicht leisten können. Die Aufzeichnung der Nutzerin @zol.arias auf TikTok hat 2,5 Millionen Aufrufe in weniger als 48 Stunden gesammelt und beschreibt aus erster Hand den gleichzeitigen Zusammenbruch aller urbanen Mobilitätssysteme der Insel.

Der Sonntag, 16. März, fiel mit dem sechsten vollständigen nationalen Stromausfall in 18 Monaten zusammen. Die Unión Eléctrica (UNE) bestätigte die vollständige Trennung des Nationalen Elektroenergie-Systems (SEN) in einem knappen Kommuniqué: "Eine vollständige Trennung des SEN wurde festgestellt. Die Protokolle zur Wiederherstellung werden eingeleitet." Am Morgen dieses Tages betrug die elektrische Verfügbarkeit nur 1.140 MW bei einer Nachfrage von 2.347 MW.

Die Situation im Transportwesen spiegelt die Verschärfung einer Krise wider, die bereits Wochen zuvor sichtbar war. In Provinzen wie Ciego de Ávila, funktionierten nur 2 von 135 Buslinien aufgrund des Mangels an Treibstoff, was Tausende von Menschen ohne jede formelle Mobilitätsoption ließ.

Die elektrischen Dreiräder, die als Alternative aufgrund des Mangels an Bussen und Benzin entstanden, blieben an diesem Sonntag ebenfalls stillgelegt, da sie ohne Strom nicht aufgeladen werden konnten. Die Kette der gleichzeitigen Ausfälle — Treibstoff, Elektrizität und Transport — ließ die Kubaner buchstäblich in ihren Vierteln gestrandet zurück.

Der energetische Zusammenbruch ist kein isoliertes Phänomen. Die Chronologie der Stromausfälle in Kuba im Jahr 2026 zeigt eine anhaltende Eskalation, die die prolongierten Unterbrechungen zur Norm und die Zeiten mit Elektrizität zur Ausnahme für Millionen von Familien gemacht hat.

Die angesammelte Verzweiflung hat zu Straßenprotesten an mehreren Orten im Land geführt. Seit dem 7. März haben die Stromausfälle Cacerolazos in Havanna ausgelöst, und die Demonstrationen haben seitdem nicht nachgelassen.

Die Proteste haben sich über die Hauptstadt hinaus ausgeweitet. In Gemeinden wie Mayarí haben sich die Kubaner am 15. März versammelt zu einer weiteren Nacht kollektiver Empörung, während die Regierung keine konkreten Antworten gab, wann sich die Versorgung verbessern würde.

Nach dem vollständigen Stromausfall am 16. März spitzte sich die soziale Spannung zu. Es wurden Cacerolazos in El Cerro gemeldet und neue Cacerolazos in Havanna am 18. März, mit Protesten, die sich jede Nacht auf neue Stadtviertel ausbreiteten.

Der wirtschaftliche Einfluss der Kraftstoffkrise trifft auch den privaten Sektor hart. Laut aktuellen Daten bringt die Kraftstoffknappheit 96 % der kubanischen MIPYMES in Gefahr und bedroht eines der wenigen Sektoren, die im Land noch eine gewisse wirtschaftliche Aktivität erzeugten.

Angesichts des Fehlens institutioneller Lösungen mussten die Kubaner ihre Alltagsroutine neu erfinden. Vom frühen Aufstehen, um Wasser zu holen, bis hin zur Umgestaltung von Wegen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, so organisieren sie ihr Leben neu, um Essen, Wasser und Treibstoff zu beschaffen inmitten einer Krise, die keine Anzeichen einer Entspannung zeigt.

„Die Straßen sind heute, am Sonntag, praktisch leer. Kein Transport. Sie wissen ja, das Problem mit dem Treibstoff“, sagt die Stimme im viralen Video, während die Kamera eine einsame Straße entlangfährt. Was gezeigt wird, ist keine Ausnahme: Es ist die neue Normalität einer Insel, auf der es für Millionen von Menschen zu einer täglichen Herausforderung geworden ist, sich von einem Punkt zum anderen zu bewegen.

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