Russischer Tanker steuert in Richtung Karibik, richtet sich jedoch nicht mehr auf Kuba aus

Tanquero ruso Anatoly Kolodkin.Foto © VesselFinder

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Der russische Tanker Anatoly Kolodkin, der in den letzten Tagen inmitten der akuten Energiekrise in Kuba Erwartungen geweckt hatte, bewegt sich weiterhin in Richtung Karibik, zielt jedoch nicht mehr direkt auf die Insel.

Aktuelle maritime Verfolgungsdaten, wie VesselFinder und Marine Traffic, zeigen an, dass das Schiff, beladen mit Hunderttausenden von Barrel russischem Rohöl, seinen Kurs mit etwa 10-11 Knoten beibehält, obwohl sich seine Route in Richtung Zentralamerika geändert hat und sich von einer direkten Fahrt nach Matanzas entfernt, wie ursprünglich vorgesehen.

Der Wendepunkt bringt ein neues Maß an Unsicherheit in einem kritischen Moment für die Kubaner, die mit Stromausfällen von über 30 Stunden, Treibstoffknappheit und einem elektrischen System am Limit konfrontiert sind. Tagelang wurde das mögliche Eintreffen des Tankers als sofortige Entlastung für die Krise angesehen, doch nun ist dieses Szenario wieder in Frage gestellt.

Der Anatoly Kolodkin, der von den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich sanktioniert wurde, wurde nicht nur von Analysten genau beobachtet, sondern auch von US-Behörden. Es wurde sogar berichtet, dass Schiffe der US-Küstenwache in der Region präsent waren, um Druck auszuüben und den Versand von russischem Öl nach Kuba zu verhindern.

Der Kurswechsel erfolgt zudem parallel zu militärischen Bewegungen in der Region. Der amerikanische Zerstörer USS Nitze wurde in der Nähe der Bahamas gesichtet und steuert ebenfalls auf das zentrale Karibikgebiet zu, auf einem Kurs, der dem des Tankers entspricht, was die Spannungen hinsichtlich dessen, was in den kommenden Tagen passieren könnte, erhöht.

Captura de Facebook/Rickee Estrada.

Es ist nicht das erste Zeichen für einen Rückschlag. Vor einigen Tagen wurde ein weiteres Schiff mit russischem Brennstoff, der Sea Horse, abgelenkt nach Trinidad und Tobago, nachdem neue Beschränkungen durch Washington auferlegt wurden, wodurch Kuba in einem entscheidenden Moment ohne diese Lieferung blieb.

In der Zwischenzeit gibt es auf der Insel keine Ruhe. Ohne stabile Brennstofflieferungen seit Januar und mit der Aussetzung von Lieferungen aus Mexiko ist die Abhängigkeit von unsicheren Operationen wie dieser immer deutlicher geworden.

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