Wann begann der wirkliche Zusammenbruch Kubas?: Eine spanische Zeitung sucht den Wendepunkt der Insel



Referenzbild eines zerstörten Gebäudes in Havanna.Foto © CiberCuba

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Zwischen endlosen Stromausfällen, Knappheit und einem zunehmenden Gefühl der Erschöpfung stellt sich eine Frage immer wieder im Dunkeln von tausenden kubanischen Haushalten: Wann ist alles zusammengebrochen?

Diese Frage, die heute Teil des Alltags auf der Insel ist, wurde in einer Analyse behandelt, die in der spanischen Presse veröffentlicht wurde, insbesondere im Diario Córdoba, die versucht, den langen Weg vom revolutionären Enthusiasmus zur aktuellen Enttäuschung nachzuzeichnen.

Der Text weist nicht auf einen einzigen Wendepunkt hin, sondern auf eine Reihe von Momenten, die nach und nach die anfänglichen Versprechen erodierten. Von den ersten Schritten nach 1959, als die Macht in den Händen von Fidel Castro konzentriert wurde und Freiheiten eingeschränkt wurden, bis hin zu gescheiterten wirtschaftlichen Entscheidungen und Episoden der Repression, die Generationen prägten.

Für viele begann die Enttäuschung früh, mit der Zensur und der ideologischen Kontrolle, die klar machte, dass kein Platz für Dissidenz war. Für andere kam der endgültige Schlag mit der Zafra der 10 Millionen im Jahr 1970, einem titanischen Versuch, der in einem Misserfolg endete und das Land erschöpfte. Es gibt auch diejenigen, die auf die Exodus von Mariel im Jahr 1980 hinweisen, als eindeutiges Zeichen dafür, dass etwas unwiderruflich zerbrochen war.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er Jahren verschärfte die Krise und öffnete eine Phase des Überlebens, die durch Stromausfälle, Hunger und wachsende Ungleichheiten geprägt war. Der sogenannte “Sonderperiode” hinterließ tiefe Narben, die, weit davon entfernt, zu heilen, in der heutigen Zeit in Kuba scheinbar wieder aufgebrochen sind.

Heute erlebt die Insel erneut Tage völliger Dunkelheit, mit landesweiten Stromausfällen, krankenhaus ohne Ressourcen und einer Wirtschaft, die nicht einmal das Nötigste aufrechterhalten kann. Die Frustration vermischt sich mit der Müdigkeit und einer Frage, die nicht nur historisch, sondern tief persönlich ist.

Die Analyse legt auch den Fokus auf das aktuelle Wirtschaftssystem und weist auf die Konzentration der Macht in unternehmerischen Strukturen, die mit den Streitkräften verbunden sind, hin, die einen Großteil der formellen Wirtschaft kontrollieren. Für einige Experten hat dies zu einem System geführt, in dem das Gleichheitsversprechen in den Hintergrund gedrängt wurde, ersetzt durch neue Ungleichheiten und Privilegien.

In der Zwischenzeit weist die offizielle Narration weiterhin auf das Embargo der Vereinigten Staaten als zentrale Ursache der Krise hin. Allerdings erkennen sogar kritische Stimmen innerhalb der kubanischen Debatte an, dass das Problem tiefer geht und Jahrzehnte von internen Entscheidungen umfasst.

Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Versprechen von „Brot und Freiheit“ haben viele Kubaner das Gefühl, dass beides Mangelware ist. Und obwohl kein Konsens über den genauen Zeitpunkt besteht, an dem sich alles verändert hat, scheint es doch klar zu sein, dass der Verfall nicht über Nacht geschah, sondern sich allmählich anhäufte, bis er in die aktuelle Realität mündete.

Mitten in der Ungewissheit schwebt die Frage in der Luft – und in der Dunkelheit –: Wann ist Kuba eigentlich aus dem Ruder gelaufen?

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CiberCuba-Redaktionsteam

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