Mitten in Stromausfällen, Nahrungsmittelknappheit und einer Wirtschaftskrise, die besonders hart die ländlichen Gebiete trifft, hat das kubanische Staatsfernsehen erneut ein optimistisches Bild des Plan Turquino in Santiago de Cuba vermittelt. Der Gegensatz zur Realität, die Tausende von Familien in diesen Regionen erleben, ist einmal mehr schwer zu ignorieren.
Ein aktueller Bericht von Canal Caribe stellte den Consejo Popular Mata Hambre im Landkreis Songo-La Maya als Beispiel für den “Erfolg sozialer und wirtschaftlicher Politiken” in bergigen Regionen vor. Laut der offiziellen Darstellung wird dort Fortschritte in der Lebensmittelproduktion, dem Export von Kohle und Honig sowie sogar in energetischen Lösungen erzielt.
Dennoch lässt die Sprache des Berichts die Prekarität erahnen. In einer lokalen Produktionseinheit gesteht ein Arbeiter: „Wir müssen kämpfen und kämpfen, um so viel Holz wie möglich voranzubringen, um den bedürftigsten Menschen helfen zu können.“ Der Satz vermittelt, fernab von Fortschritt, eine Überlebenswirtschaft.
Der Bericht betont auch die „Potenziale“ für Exporte und die Diversifizierung der Einnahmen, während er Maßnahmen zur „Behebung der Beeinträchtigungen“ des elektroenergetischen Systems erwähnt. Allerdings wird vermieden, näher auf die strukturellen Ursachen dieser Beeinträchtigungen einzugehen, die Teil einer anhaltenden nationalen Energiekrise sind.
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts ist die Ausbildung von Jugendlichen, um sich in die lokalen Produktionsformen zu integrieren. Der Vorschlag ist klar: Nach dem Abschluss soll „ihre Position genau die Produktionsform sein, die es hier gibt“. In der Praxis offenbart dies das Fehlen realer Alternativen für diejenigen, die in diesen Gebieten aufwachsen, wo die Auswanderung — intern oder extern — eine der wenigen Möglichkeiten bleibt.
Der als „positive Erfahrung“ präsentierte Fall eines Produzenten mit Schweinezucht, Rindern und Geflügel wirft ebenfalls Zweifel auf. Obwohl der Landwirt seine Ressourcen auflistet – „ich habe derzeit 20 Zuchtschweine, 48 Rinder und etwa 150 Vögel“ –, zeigt der Fokus auf der Sicherstellung von Tierfutter und dem Verkauf an das staatliche System die Begrenzungen des Modells, das stärker darauf ausgerichtet ist, Pläne zu erfüllen, als die Lebensqualität zu verbessern.
Der Bericht schließt mit der Hervorhebung von „Transformations“-Maßnahmen in Gemeinschaften wie Arahueca, mit geplanten Verbesserungen in Schulen und Polikliniken sowie der Rolle der Partei in der „Verteidigung der Heimat“. Ein vorhersehbares Ende, das die politische Erzählung über alltägliche Probleme stellt.
Der Plan Turquino, der vor Jahrzehnten ins Leben gerufen wurde, um die Entwicklung von Berggebieten zu fördern, wird weiterhin als Schaufenster für Fortschritte präsentiert. In der Praxis stehen jedoch viele dieser Gemeinschaften nach wie vor vor Herausforderungen wie Isolation, Prekarität und mangelnden Chancen, in einem Kontext, in dem die nationale Krise die Mängel noch verstärkt.
Während das Fernsehen von „Potenzialen“ spricht, kämpfen die Bewohner dieser Regionen weiterhin mit den grundlegendsten Dingen: produzieren, widerstehen und überleben.
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