Trump-Verbündeter sagt im Prozess gegen ehemaligen kubanisch-amerikanischen Kongressabgeordneten aus, der des Lobbyismus für Maduro beschuldigt wird



Brian Ballard (i) und David Rivera (d).Foto © Captura de Video/Youtube/13th & Park und X/Maibort Petit.

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Der Prozess gegen den ehemaligen kubanisch-amerikanischen Kongressabgeordneten David Rivera in Miami hat begonnen, ein unangenehmes Netzwerk für Schlüsselpersonen der Macht in Washington aufzudecken, einschließlich enger Verbündeter des Präsidenten Donald Trump und des aktuellen Außenministers, Marco Rubio.

Según berichtete The Washington Post, der einflussreiche Lobbyist Brian Ballard —der als einer der politisch engsten Vertrauten von Trump gilt— erklärte vor einem Bundesgericht, dass er alle Beziehungen zu Rivera abgebrochen habe, als er entdeckte, dass dieser einen Millionenvertrag im Zusammenhang mit der venezolanischen Regierung unterschrieben hatte.

Ballard versicherte, dass er über Jahre hinweg geglaubt hatte, dass sowohl er als auch Rivera daran arbeiteten, das Regime von Nicolás Maduro zu schwächen. Doch diese Wahrnehmung änderte sich abrupt, als ein 50-Millionen-Dollar-Abkommen öffentlich wurde, das, so die Staatsanwälte, als Deckmantel für Lobbying-Operationen zugunsten von Caracas gedient haben soll.

Der Fall, der bereits große Erwartungen wegen der Beteiligung von Marco Rubio als Zeuge geweckt hat, ist zu einem Fenster in die internen Spannungen innerhalb des republikanischen Umfelds geworden.

Von Verbündeten zu Verdächtigen

Rivera und Rubio teilen nicht nur kubanisch-amerikanische Wurzeln, sondern auch eine politische Beziehung, die über Jahrzehnte zurückreicht. Beide waren aufstrebende Figuren der Republikanischen Partei in Florida und pflegen laut Gerichtsunterlagen enge Verbindungen, selbst nachdem sie in Washington angekommen sind.

Dennoch hat das Urteil diese Beziehung unter Druck gesetzt. Rubio hat bereits ausgesagt, dass er sich von seinem ehemaligen Verbündeten verraten fühlte, während Ballard erzählte, dass er Rivera blockiert hat, nachdem er Nachrichten erhielt, die auf dessen Beteiligung an der angeblichen Verschwörung hindeuteten.

„Auch du bist ein Teil davon!“, schrieb Rivera in einer Nachricht, so das vor Gericht präsentierte Zeugnis, ein Satz, der den endgültigen Bruch zwischen beiden markierte.

Ein Netzwerk, das Washington betrifft

Die Staatsanwälte behaupten, dass Rivera als ausländischer Agent ohne Registrierung operierte und seine politischen Verbindungen nutzte, um die US-Politik gegenüber Venezuela zu beeinflussen.

Die Untersuchung bezieht auch hochrangige Persönlichkeiten ein, von Kongressabgeordneten bis hin zu Beratern des Weißen Hauses, und offenbart Versuche der Annäherung zwischen Akteuren, die mit dem Chavismus verbunden sind, und Machtzentren in den USA im Zuge der gegen Caracas verhängten Sanktionen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der venezolanische Unternehmer Raúl Gorrín, der in den Vereinigten Staaten wegen Korruption angeklagt ist und angeblich versucht hat, Türen in Washington zu öffnen, während er sich als Förderer eines angeblichen demokratischen Wandels in Venezuela präsentierte.

Für viele Kubanerinnen und Kubaner im In- und Ausland ist der Fall besonders sensibel. Nicht nur wegen der Figur von Rivera, einem Politiker kubanischer Herkunft, der in den Kongress gewählt wurde, sondern auch wegen dessen, was er über die komplexen – und manchmal widersprüchlichen – Allianzen im Zusammenhang mit autoritären Regierungen in der Region offenbart.

Während sich Rivera für unschuldig erklärt und versichert, dass seine Arbeit auf eine Übergangsphase in Venezuela abzielt, schreitet das Gerichtsverfahren mit einem politischen Hintergrund voran, der Auswirkungen über die Gerichtssäle hinaus haben könnte.

Der Prozess geht in Miami weiter, unter dem Blick einer Gemeinschaft, die das Gewicht von Politik, Exil und unerfüllten Versprechen genau kennt.

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